Perspektive

zum Tagesthema vom 09. Oktober 2025
Schwarz-Rot beerdigt Bürgergeld-System – und verschärft Sanktionen massiv
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Jobcenter-Chef: „Es gilt der Grundsatz: Nach der Reform ist vor der Reform“

Die Perspektive in 30 Sekunden

ist Sprecher des Bundesnetzwerks der Jobcenter. Seit 20 Jahren hat er unzählige Reformen und Änderungen miterlebt. Darüber spricht er mit Textchefin beim Nachrichtenportal T-ONLINE. Aus Erfahrung weiß er: „Nach der Reform ist vor der Reform.“

Für Graaf liegt der Fokus der Diskussion zu sehr auf dem Bürgergeld und den sogenannten Totalverweigerern. Er aber findet: „Wir haben ein aktivierendes System, das es vielen Menschen ermöglicht, sich wieder in den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft zu integrieren.“ In vielen Ländern sei das nicht so.

Der neuen Grundsicherung blickt der Jobcenter-Chef offen entgegen. Gleichzeitig hofft er, dass sie dann auch dauerhaft Bestand hat. „Denn alle paar Jahre die nächste große Reform – das ist untragbar“, macht Graaf deutlich und fordert Beständigkeit im System. Er ist überzeugt: „Diese Debatte ums Bürgergeld muss enden, sie spaltet die Gesellschaft.“

Anmerkung der Redaktion

ist Geschäftsführer des Jobcenters in der Städteregion Aachen. Er ist außerdem Sprecher des Bundesnetzwerks Jobcenter. Er vertritt dabei die Anliegen der Jobcenter gegenüber dem Bundesarbeitsministerium, der Bundesagentur für Arbeit und den kommunalen Spitzenverbänden.

ist seit Oktober 2022 Textchefin bei T-ONLINE. Ab 2021 hat sie als freie Journalistin gearbeitet und war Leiterin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Sozialverband VdK. Davor hat sie 19 Jahre bei der WELT gearbeitet, zunächst als stellvertretende Ressortleiterin, dann als Chefreporterin im Ressort Reportage und Investigation. Ihre Karriere begann sie als Redakteurin im Bereich Politik und Nachrichten bei der WELT. Vowinkel hat Geschichte, Journalismus und Anglistik in Gießen und Hamburg studiert und die Axel-Springer-Journalistenschule besucht. Sie war außerdem Co-Autorin zweier Sachbücher: „Ich muss raus“ (2021) mit Ulrike Volkerts und „Digitale Forensik. Die Zukunft der Verbrechensaufklärung“ (2022) mit Dirk Labudde.

T-ONLINE ist ein deutsches Nachrichtenportal. Es wurde 1995 von der Deutschen Telekom als Onlinedienst gegründet. Seit 2017 entstehen die Inhalte in der Zentralredaktion Berlin unter Chefredakteur , der früher SPIEGEL ONLINE leitete. Neben der Nachrichtenplattform ist T-ONLINE auch Anbieter für E-Mail-Adressen und den Telekom-Kundenservice. Während Kundenservice und E-Mail-Adressen zur Telekom gehören, ist das Nachrichtenportal seit 2015 Teil des Medienunternehmens Ströer, welches die umgehend umstrukturierte. Ziel ist es laut dem Branchen-Magazin MEEDIA, die Plattform „vom ehemaligen Beiprodukt zum hochkarätig besetzten Nachrichtenportal“ umzubauen. Heute veröffentlicht T-ONLINE eine Mischung aus redaktionellen und werblichen bzw. Service-Inhalten, Nachrichten, Meinungen und Erklärformaten zum aktuellen Weltgeschehen in verschiedenen Rubriken. Chefredakteur Harms schrieb 2024, T-ONLINE rechne sich „keinem politischen oder weltanschaulichen Lager zu“, sondern wolle die Mitte der Gesellschaft repräsentieren – „natürlich stets auf dem Boden der demokratischen, freiheitlichen und rechtsstaatlichen Grundordnung“. 2020 berichtete MEDIENINSIDER über einen hohen Arbeitsdruck in der Redaktion und kritisierte einen Rückgang weiblicher Führungskräfte. 2023 berichtete BUSINESS INSIDER, dass die Nachrichtenseite zwar ungewöhnlich gewinnbringend sei, viele Beschäftigte aber niedrige Gehälter und fehlende Erhöhungen kritisierten. Die Website von T-ONLINE wurde im März 2026 laut Similarweb 124,4 Millionen Mal aufgerufen. Ein Großteil des Traffics kommt allerdings über den E-Mail-Service von T-ONLINE zustande. T-ONLINE gehört dem Unternehmen Ströer SE & Co. KG aA, das zu 40 % seinen beiden Gründern gehört. Weitere Anteile gehören Investmentgesellschaften und der JP Morgan Chase Bank, einer der größten US-Banken.

Originalartikel
"Da wäre viel Geld für den Staat zu holen"
T-ONLINEStefan GraafHeike Vowinkel
05.10.2025 · 7 Minuten · Deutsch
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