Perspektive

zur Debatte vom 31. Oktober 2025
Sind romantische Beziehungen mit KI-Chatbots problematisch?
Contra

KI-Liebe kann menschliche Beziehungen nicht ersetzen – aber bereichern

Die Perspektive in 30 Sekunden

Immer mehr Menschen werden in den kommenden Jahren Beziehungen mit KI eingehen, meint der Ethik-Professor . „Meine Forschung zu Sexualität und Technologie zeigt, dass das größtenteils in Ordnung sein wird.“ McArthur ist Leiter am Zentrum für Berufs- und Angewandte Ethik an der Universität von Manitoba und erinnert auf der Nachrichtenplattform THE CONVERSATION daran, dass auch menschliche Beziehungen nicht risikofrei sind.

Ihm zufolge sind schließlich auch reale Beziehungen chaotisch und die Menschen ständig bemüht, verschiedenste Herausforderungen auszubalancieren. Zudem bedeute eine enge Beziehung zu einem Chatbot nicht, dass Menschen keine anderen wichtigen Bindungen mehr eingehen, betont McArthur. „Chatbot-Nutzer:innen können ihre KI-Begleiter für Unterstützung und Bestätigung nutzen“, erklärt er – und trotzdem Beziehungen zu anderen Menschen haben.

Der häufigste Faktor, warum Menschen eine Verbindung zu einer KI eingehen, ist der Wunsch, romantische Fantasien in einer sicheren Umgebung zu erkunden, so McArthur. Er appelliert, das nicht zu verurteilen. Stattdessen sollte man ihm zufolge „die Entscheidungen respektieren, die Menschen über ihr intimes Leben treffen, solange diese Entscheidungen niemandem schaden“.

Anmerkung der Redaktion

ist Professor für Philosophie und Direktor des Zentrums für professionelle und angewandte Ethik an der University of Manitoba. Er forscht zu Ethik und Technologie sowie sexueller Ethik, mit einem aktuellen Schwerpunkt auf Künstlicher Intelligenz, darunter soziale KI, KI und Religion sowie der Einsatz von KI in Gesellschaft und Intimität. Im Oktober 2023 wurde er von MACLEAN´S MAGAZINE zu einem der vierzehn führenden KI-Denker Kanadas ernannt.

THE CONVERSATION ist eine 2010 in Australien gegründete Online-Plattform, die Artikel und Essays von Wissenschaftler:innen und Forschenden veröffentlicht. Die Gastautor:innen forschen und lehren hauptberuflich an Universitäten und schreiben bei THE CONVERSATION für ein breiteres Publikum über aktuelle Forschungsinteressen und gesellschaftliche Debatten. THE CONVERSATION ist nicht-kommerziell ausgelegt und finanziert sich über Spenden, besonders von Universitäten. In der zweiten Jahreshälfte 2020 hat die Plattform monatliche Seitenaufrufe um die 25.000.000 erreicht. Lisa Watt ist die Geschäftsführerin von THE CONVERSATION MEDIA GROUP. Laut eigenen Angaben abonnieren im Jahr 2022 über 190.000 Australier:innen den kostenlosen Newsletter der Plattform. 2023 gründete sind dann eine europäische Ausgabe mit der Chefredakteurin Natalie Sauer.

Originalartikel
More people are considering AI lovers, and we shouldn’t judge
THE CONVERSATIONNeil McArthur
20.07.2025 · 10 Minuten · Englisch
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