Perspektive
zur Debatte vom 26. Juni 2025
Macht Künstliche Intelligenz unsere Bildung kaputt? Pro
KI-Modelle geben nicht nur Fakten wieder, sondern auch ein bestimmtes Weltbild
Die Perspektive in 30 Sekunden
Bei der ZEIT fordert der Leiter des Zentrums für Wissenschaftsdidaktik an der Universität Bochum, Peter Salden: „Schützt Jugendliche vor der Manipulation durch KI!“ In seinem Gastbeitrag warnt er davor, dass künstliche Intelligenzen nicht nur Fakten wiedergibt, sondern auch bestimmte Weltbilder.
„KI-Sprachmodelle sind nicht neutral. Im Gegenteil: Sie stecken voller Vorurteile und Wertungen“, schreibt Salden. Ein bestimmtes Weltbild werde bereits durch die Daten erzeugt, mit der eine KI trainiert werde. Seiner Meinung nach sollte uns das als Gesellschaft stärker interessieren. Denn wenn zum Beispiel die Eigentümer der großen US-amerikanischen KI-Firmen eine bestimmte politische Meinung haben, können sie darauf achten, dass ihr Modell auch vorrangig in diese Richtung argumentiert. Das könne man jetzt schon an Social-Media-Plattformen beobachten, die politisch beeinflusst werden.
Die Gefahr von Meinungsmanipulation ist für Salden dadurch erheblich. Denn die allerwenigsten Menschen seien sich bewusst, dass KI-Modelle keine „Faktenmaschinen“ sind. Das gelte vor allem im Bildungsbereich, denn hier setzen Schüler:innen ihm nach immer mehr auf Tools wie ChatGPT, ohne ein ausreichendes Bewusstsein für mögliche Manipulation entwickelt zu haben.
Anmerkung der Redaktion
Peter Salden ist Leiter des Zentrums für Wissenschaftsdidaktik an der Universität Bochum. Bei seiner Forschung geht es primär um Hochschuldidaktik, Studiengangsentwicklung und KI in der Hochschulbildung. Vor seiner Zeit in Bochum war er Dozent an der Universität Hamburg und baute dort das Zentrum Lehren und Lernen (ZLL) mit auf. Von 2018 bis 2021 war er an der Entwicklung des Onlineportals für Studium und Lehre in Nordrhein-Westfalen beteiligt. Salden hat neben Hochschuldidaktik auch Öffentliches Recht, Slawistik und Volkswirtschaftslehre studiert.
DIE ZEIT ist die größte deutsche Wochenzeitung und hat ihren Sitz in Hamburg. Sie zählt zu den deutschen Leitmedien und hat damit bedeutenden Einfluss in der Medienlandschaft. DIE ZEIT erscheint seit 1946 und wurde zunächst als rechtskonservatives Blatt ausgelegt. Erst in den 1960er Jahren wurde die Wochenzeitung als liberales Medium ausgerichtet. In gesellschaftspolitischen Fragen gilt DIE ZEIT als grundsätzlich (links-)liberal, hat allerdings auch viele Gastbeiträge aus dem gesamten Meinungsspektrum oder stellt Beiträge mit gegensätzlichen Meinungen gegenüber. Der NDR urteilt, DIE ZEIT gelte als „Blatt der Akademiker und Intellektuellen“ – und sei damit durchaus erfolgreich. Tatsächlich gehört DIE ZEIT zu den wenigen deutschsprachigen Printmedien, die seit der Digitalisierung an Auflage gewonnen haben. Zuletzt lag die verkaufte Auflage bei rund 625.000 Exemplaren (IVW Q4/2025). Die Website der ZEIT hatte im März 2026 55,5 Millionen Aufrufe (Quelle: Similarweb). 2021 veröffentlichte DIE ZEIT einen Gastbeitrag des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Darin plädierte er für eine engere Kooperation zwischen Russland und Europa, übte jedoch zugleich deutliche Kritik an NATO und Europäischer Union. Die Veröffentlichung löste eine breite Kontroverse aus; insbesondere wurde die Zeitung dafür kritisiert, dem russischen Präsidenten eine Plattform zu bieten. Die ZEIT hat mehrere Podcasts, darunter sehr erfolgreiche Reihen wie „Alles gesagt?“ und „ZEIT Verbrechen“. Chefredakteure sind Jochen Wegner und Giovanni di Lorenzo, der auch Mitherausgeber des TAGESSPIEGELS ist. Die Zeitung erscheint im Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG, dessen Eigentümer zu unterschiedlichen Teilen der Holtzbrinck-Familie angehören. Die DvH Media Group, die 50 Prozent der Anteile am Zeitverlag hält, besitzt außerdem die Titel HANDELSBLATT, WIRTSCHAFTSWOCHE und den TAGESSPIEGEL.
Originalartikel
Künstliche Intelligenz in der Schule: Schützt Jugendliche vor der Manipulation durch KI!
DIE ZEIT
Peter Salden 31.03.2025 ·
4 Minuten ·
Deutsch
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