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Perspektive

zur Debatte vom 08. März 2026
Goethe und Schiller light: Geht mit vereinfachten Klassikern im Schulunterricht kritisches Denken verloren?
Hintergrund

Einfache Sprache – was ist das eigentlich?

Die Perspektive in 30 Sekunden

Immer mehr Bücher erscheinen in vereinfachter Sprache. Solche niedrigschwelligen Bücher werden auch für den Schulunterricht genutzt, teils sogar an Gymnasien. Das sorgt aktuell für Diskussionen. Der öffentlich-rechtliche MITTELDEUTSCHE RUNDFUNK (MDR) hat zusammengetragen, was es mit der vereinfachten Sprache auf sich hat.

Texte in Einfacher oder Leichter Sprache verzichten demnach auf lange Sätze, Fremdwörter oder zu komplexe Strukturen. Das gilt sowohl für neue Geschichten als auch für Übertragungen von Klassikern, wie der MDR informiert. Leichte Sprache folgt dabei klaren Regeln und ist für Menschen mit Behinderung gedacht. Einfache Sprache hat nicht so strenge Regeln und richtet sich auch an Menschen mit geringen Deutschkenntnissen oder Leseschwäche.

Laut verschiedenen Studien nutzen aktuell ungefähr 14 Millionen Menschen in Deutschland solche Angebote. Hinter diesem Angebot steht laut dem Literaturexperten Hauke Hückstädt das Recht auf kulturelle Teilhabe. Demnach haben sich 45 Länder der Vereinten Nationen in der UN-Behindertenrechtskonvention zu dem Recht bekannt, darunter auch Deutschland. Als größten Anbieter für Bücher in Einfacher Sprache in Deutschland nennt Hückstädt den Verlag Spaß am Lesen in Münster.

Anmerkung der Redaktion

Hauke Hückstädt ist ein deutscher Autor, Herausgeber, Literaturkritiker und Literaturvermittler. Er leitet das Literaturhaus in Frankfurt am Main und ist Vorsitzender des Netzwerks der Literaturhäuser. Hückstädt studierte Germanistik und Geschichte an der Leibniz Universität Hannover. Er schrieb Literaturkritiken für Radio und Zeitungen, veröffentlichte Gedichte, Übersetzungen, Aufsätze, Porträts, Reden und Essays.

Der MITTELDEUTSCHE RUNDFUNK (MDR) ist die Landesrundfunkanstalt für das Land Sachsen-Anhalt sowie für die Freistaaten Sachsen und Thüringen. 1991 wurde der MDR gegründet und startete 1993 auch im Fernsehen. Der MDR ist Teil der öffentlich-rechtlichen Sender und Mitglied der ARD. Er wird hauptsächlich über die Rundfunkgebühren finanziert. Durch den Rundfunkstaatsvertrag ist die Unabhängigkeit und Überparteilichkeit festgeschrieben. Zu den Radiosendern gehören MDR Sachsen, MDR Sachsen-Anhalt, MDR Thüringen, MDR Jump, Sputnik, MDR Tweens, MDR Kultur, MDR Aktuell und MDR Klassik. Seine Auslandskorrespondent:innen hat der MDR in Brüssel, Washington, Paris, Zürich, Prag, Neu-Delhi und Shanghai. Intendantin ist seit 2011 die Juristin Karola Wille. Der MDR betreibt außerdem das Portal MDR360G, das einen umfassenden Blick über die Medienwelt ermöglichen soll, indem es Analysen, Texte und Videos zu Medien und ihrer Funktionsweise veröffentlicht. Seit Dezember 2024 ist Christin Bohmann Chefredakteurin des MDR.

Originalartikel
Buch-Trend: Literatur für alle – in Einfacher Sprache
MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK (MDR)Hauke Hückstädt
22.01.2026 · 3 Minuten · Deutsch
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