Perspektive
zur Debatte vom 08. März 2026Goethe und Schiller light: Geht mit vereinfachten Klassikern im Schulunterricht kritisches Denken verloren?
Es braucht neuen Zugang statt alten Zwang
Die Perspektive in 30 Sekunden
Kevin Goonewardena spricht sich klar für Literaturklassiker in vereinfachter Sprache aus. Der Kulturredakteur bei der regionalen Tageszeitung KÖLNER STADT-ANZEIGER findet: Es braucht einen neuen Zugang, keinen alten Zwang.
In Goonewardenas Augen ist das deutsche Bildungssystem ein Relikt aus einer vergangenen Zeit. Dazu zählt er auch die Vorgabe, welche Literaturklassiker darin behandelt werden sollen. Doch man sollte laut Goonewardena die Lust auf die Weltliteratur nicht erzwingen. Vielmehr sollte man Lehrkräften wie auch den Schülern und Schülerinnen die Möglichkeit einräumen, einen anderen Zugang zu dem Stoff nutzen zu dürfen. Damit könnten alte Klassiker auch länger eine Rolle an der Schule spielen.
Das zwanghafte Festhalten am Vergangenen hat in Goonewardenas Augen noch nie etwas gebracht. Wenn man sich aber neuen Wegen und Mitteln gegenüber öffne, komme das im besten Fall allen zugute – Lehrkräften, Schüler:innen, aber auch der Literatur selbst, so Goonewardena. Mit einer Kapitulation habe das nichts zu tun.
Anmerkung der Redaktion
Kevin Goonewardena ist Redakteur im Newsteam beim KÖLNER STADT-ANZEIGER (KSTA). Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Politik und Kultur. Goonewardena ist gelernter Kulturmanager und war zuvor in anderen Medienhäusern, als freier Journalist und in der Musikindustrie tätig.
Der KÖLNER STADT-ANZEIGER ist die Tageszeitung mit der höchsten Auflage im Großraum Köln. Die Zeitung erscheint täglich und gehört zur DuMont-Mediengruppe. Die DuMont-Mediengruppe ist ein Familienunternehmen, das unter anderem auch den Kölner EXPRESS herausgibt. In den letzten Jahren hat die einst einflussreiche DuMont Mediengruppe an Einfluss verloren; Medienjournalist Steffen Grimberg verglich das Familienunternehmen gar mit den „Buddenbrooks“. Die DuMont-Mediengruppe hatte viele Zeitungen in den Jahren 2013 bis 2020 verkauft. Die verkaufte Auflage des KÖLNER STADT-ANZEIGERS hat im zweiten Quartal 2025 zusammen mit der KÖLNISCHEN RUNDSCHAU rund 145.425 Exemplare betragen.
KÖLNER STADT-ANZEIGER
Kevin Goonewardena