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Perspektive

zur Debatte vom 07. Dezember 2025
Sollten Lieder und Leben des Rappers Haftbefehl im Schulunterricht behandelt werden?
Contra

Haftbefehls Drogenkonsum zeigt: Er ist alles andere als ein Vorbild

Die Perspektive in 30 Sekunden

Auch Patricia Platiel hat die Dokumentation „Babo“ über den Rapper Haftbefehl gesehen. Die Leiterin des Ressorts „Wirtschaft und Finanzen“ bei der Boulevardzeitung BILD zieht daraus den Schluss, dass Haftbefehl eindeutig nichts im Schulunterricht zu suchen hat.

Platiel verweist auf besonders verstörende Szenen aus der Doku, in denen Haftbefehls Drogenkonsum schonungslos gezeigt wird. Manche halten es für mutig, dass Haftbefehl diese Szene zeigen ließ – für Platiel ist es das Gegenteil. Mut ist für sie vielmehr, Verantwortung für Fehler und für das eigene Schicksal zu übernehmen. Bei Haftbefehl sieht sie das nicht, stattdessen wird er laut Patiel völlig kritiklos zu einem Helden stilisiert.

Der Ressortleiterin fallen laut eigener Aussage eine ganze Reihe von anderen Themen ein, die sie lieber in den Lehrplänen sehen würde als Haftbefehl und seine Texte. Dazu zählt für sie beispielsweise ein Fach „Verantwortung und Empathie“, Finanzbildung oder mehr Themen zu aktuellen Krisen oder zum Umgang mit sozialen Medien.

Anmerkung der Redaktion

Patricia Platiel ist eine deutsche Journalistin. Sie ist Ressortleiterin „Wirtschaft und Finanzen“ bei der Boulevardzeitung BILD. Ihre journalistischen Anfänge machte sie bei der Regionalzeitung KÖLNER STADTANZEIGER, später arbeitete sie als EU-Korrespondentin in Brüsseler Büros. Bei der BILD war sie seit 2012 Vize-Ressortleiterin Unterhaltung und moderierte mehrere TV-Sendungen der Boulevardzeitung.

Die BILD ist eine Tages- und Boulevardzeitung des Axel-Springer-Verlags und die auflagenstärkste Tageszeitung in Deutschland. Die Auflage wird seit 2005 nur zusammen mit der B.Z. BERLIN herausgegeben und lag im vierten Quartal 2021 bei rund 1.187.000 verkauften Exemplaren, was fast dreieinhalb Millionen Exemplare weniger sind als noch 1998. Im vierten Quartal 2025 lag die verkaufte Auflage noch bei rund 910.000 Ausgaben. Die BILD bezeichnet sich selbst als überparteilich, andere Medien, wie beispielsweise das Internetportal EUROTOPICS, bezeichnen das Blatt als politisch konservativ. Der GUARDIAN urteilte im Juli 2020, BILD sei von folgenden Grundsätzen durchzogen: pro-amerikanisch, pro-Nato, pro-israelisch, pro-Kapitalismus, für Sparmaßnahmen, anti-russisch und anti-chinesisch. Die BILD ist die Zeitung, die am häufigsten vom deutschen Presserat – der Freiwilligen Selbstkontrolle der Print- und Onlinemedien in Deutschland – gerügt wird, weil sie in ihrer Berichterstattung gegen die Bestimmungen des Pressekodex verstößt. Seit 1986 wurden 202 Rügen ausgesprochen. Im Vergleich: Auf Platz 2 folgt die BZ mit 21 Rügen. In Sachen COVID-19-Pandemie inszenierte die BILD sich gerne als scharfe Kritikerin der Regierungsmaßnahmen.

Originalartikel
Warum die Haftbefehl-Doku nicht in den Lehrplan gehört
BILDPatricia Platiel
04.11.2025 · 1 Minute · Deutsch
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