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Perspektive

zur Debatte vom 18. Januar 2026
Sollte Jugendlichen der Zugang zu Alkohol erschwert werden?
Contra

Jugendliche können heute sehr vernünftig mit Alkohol umgehen

Die Perspektive in 30 Sekunden

Aus medizinischer Sicht hat es laut Katja Töpfer zwar durchaus Sinn, Jugendlichen den Zugang zu Alkohol zu erschweren. Entsprechende Forderungen zielen allerdings in die falsche Richtung, findet die Autorin und Ernährungswissenschaftlerin in einem Kommentar für das Gesundheitsmagazin APOTHEKEN UMSCHAU.

Töpfer beobachtet, dass der Alkoholkonsum bei Jugendlichen seit Jahren sehr stark zurückgeht. „Als Mutter eines siebzehnjährigen Sohnes bin ich immer wieder erstaunt, wie vernünftig diese Generation mit Alkohol umzugehen scheint“, berichtet sie. Zu ihrer Zeit habe Komasaufen noch als beliebte Freizeitbeschäftigung unter Jugendlichen gegolten, bei der heutigen Teenager-Generation herrsche jedoch eher Zurückhaltung.

Verbote sorgen laut Töpfer im schlimmsten Fall für das Gegenteil – nämlich, dass die Kinder heimlich trinken. Ihre Empfehlung daher: „Statt nun mit erhobenem Zeigefinger striktere Alkoholgesetze für Jugendliche anzumahnen, sollten wir lieber grundsätzlich unseren gesellschaftlichen Umgang mit der Volksdroge Alkohol hinterfragen.“

Anmerkung der Redaktion

Katja Töpfer ist Ernährungswissenschaftlerin und Journalistin. Sie schreibt regelmäßig für die APOTHEKEN UMSCHAU, häufig über psychologische Themen, spannende Menschen und Ernährungs-Themen. Zuvor hat sie unter anderem bei der BRIGITTE, der BADISCHEN ZEITUNG und FOCUS gearbeitet. Sie hat Ernährungs- und Umweltwissenschaften studiert und anschließend die Deutsche Journalistenschule in München besucht.

Die APOTHEKEN UMSCHAU ist ein Gesundheitsmagazin, das in Apotheken als kostenlose Kundenzeitschrift angeboten wird. Die APOTHEKEN UMSCHAU erscheint monatlich, im Moment mit deutlich sinkenden Verkaufszahlen. Zuletzt wurde sie um die 5 Millionen Mal verkauft (1/2025).  Die Zeitschrift erscheint seit 1956 als wichtigstes Produkt des Wort & Bild Verlags. Die APOTHEKEN UMSCHAU finanziert sich durch Anzeigenverkäufe und ihren Verkauf an Apotheken. Der Verkaufspreis ist dabei gestaffelt, bei einer Mindestabnahme von 50 Exemplaren liegt er bei 52 Cent pro Stück. Das Magazin der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG bezeichnet die lange als „Rentner-Bravo“ verspottete Zeitschrift als „geniales Geschäftsmodell mit einer Auflage wie das Telefonbuch, Anzeigenpreisen eines Wirtschaftsmagazins und dem Seitenumfang einer Modezeitschrift“. Der DEUTSCHLANDFUNK kritisierte 2012, Apotheken seien aufgrund der Erwartungshaltungen ihrer Kunden und der Monopolstellung der Zeitung quasi dazu gezwungen, die APOTHEKEN UMSCHAU zu bestellen.

Originalartikel
Wer hat hier ein Problem mit Alkohol?
APOTHEKEN UMSCHAUKatja Töpfer
11.07.2024 · 2 Minuten · Deutsch
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