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Perspektive

zur Debatte vom 15. Februar 2026
Reizwort „Lifestyle-Teilzeit“: Sollten die Deutschen mehr Vollzeit arbeiten, um die Wirtschaft anzukurbeln?
Contra

Vollzeit ist nicht alles: Mehr Teilzeit bedeutet auch mehr politisches und gesellschaftliches Engagement

Die Perspektive in 30 Sekunden

Jana Frielinghaus positioniert sich in der linken Tageszeitung ND klar dagegen, das Recht auf Teilzeit infrage zu stellen. Die zusätzliche freie Zeit haben die Menschen ihrer Meinung nach nämlich dringend nötig. In diesem Zusammenhang sieht Frielinghaus die Arbeitskultur in Deutschland insgesamt kritisch.

Laut Frielinghaus ist es hierzulande nämlich nach wie vor verpönt, seine Arbeitszeit zu reduzieren. Die einzigen Gründe, die akzeptiert werden, seien Aufgaben wie die Betreuung von Kindern und Angehörigen – also Tätigkeiten, die durchaus kräftezehrend sind. Im Endeffekt läuft es also darauf hinaus, dass von den Menschen nichts als Arbeit erwartet wird, schlussfolgert Frielinghaus – wenn nicht im Betrieb, dann zu Hause.

In ihrem Kommentar macht die Politikredakteurin deutlich, dass Teilzeitmodelle auch für die Demokratie enorm wichtig sind. Denn wer nur arbeite, habe keine Zeit für politisches und gesellschaftliches Engagement, Kreativität und Kultur. Doch um die Demokratie am Leben zu erhalten, sei genau diese Zeit enorm wichtig, betont sie.

Anmerkung der Redaktion

Jana Frielinghaus ist Journalistin und seit 2018 Redakteurin im Politikressort der überregionalen linken Tageszeitung NEUES DEUTSCHLAND (ND). Seit Mai 2020 ist sie dort Ko-Leiterin. Die studierte Agrarwissenschaftlerin hat zuvor unter anderem knapp 20 Jahren für die linke, marxistisch-orientierte Tageszeitung JUNGE WELT gearbeitet. Studiert hat Frielinghaus an der Humboldt-Universität Berlin.

ND (ehemals NEUES DEUTSCHLAND) ist eine überregionale Tageszeitung, die einen „Journalismus von links“ vertreten möchte. Im ersten Quartal 2023 lag die verkaufte Auflage der ND bei rund 12.000 Exemplaren mit rückgängiger Tendenz. Die Auflage wird aktuell nicht mehr öffentlich gemacht. Nach eigenen Angaben hat die Zeitung 2022 600.000 Euro Verlust gemacht. Im Juni 2023 gab die Zeitung daher bekannt, akut gefährdet zu sein. Es folgten Kosteneinsparungen und eine Spendenkampagne, um ihr Überleben zu retten. Einen Grund für die Misere sieht ND darin, dass die Zeitung seit 2022 von einer Genossenschaft herausgegeben wird. Damit gehört sie den Leser:innen und Mitarbeiter:innen aus Redaktion und Verlag. Zu DDR-Zeiten war sie das publizistische Zentralorgan der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) und gehörte nach der Wende der Partei PDS. Deren Nachfolgepartei DIE LINKE besaß bis Ende 2021 noch 50 Prozent der Anteile an der Zeitung. ND beschreibt sich selbst als Tageszeitung, „die mit linkem Ideengut über den Tellerrand des journalistischen Alltags hinausdenkt“. Die Konrad-Adenauer-Stiftung bescheinigt der Zeitung eine einseitige Berichterstattung: Marktwirtschaft sei „Kapitalismus“, westliche Außenpolitik „Imperialismus“. Außerdem sei die Zeitung DDR-nostalgisch. ND sei bis zur Wende 1989 „Organ des Zentralkomitees“ der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) gewesen, berichtet der SPIEGEL. ND selbst bezeichnet ihr DDR-Format als „trockenes Partei- und Staatsblatt, das sich nach 1990 im kapitalistischen Deutschland neu erfinden musste“. Chefredakteur:innen sind Regina Stölzel, Ines Wallrodt und Oliver Kern.

Originalartikel
rbeit: Mehr Teilzeit, mehr Teilhabe!
ND (NEUES DEUTSCHLAND)Jana Frielinghaus
25.01.2026 · 3 Minuten · Deutsch
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