Perspektive
zur Debatte vom 11. November 2024Sind die transatlantischen Beziehungen nach den Wahlen in den USA gefährdet?
Trump könnte der Klimadiplomatie schweren Schaden zufügen
Die Perspektive in 30 Sekunden
Die USA sind schon während der ersten Amtszeit von Donald Trump aus dem Pariser Klimaschutzabkommen ausgetreten. Darin haben die Länder der
Demnach glaubt Bosch zwar nicht, dass die Architektur der internationalen Klimadiplomatie in so einem Fall komplett in sich zusammenfallen würde. Viel bedrohlicher hält Bosch jedoch das Szenario, dass die USA aus der Klimarahmenkonvention aus den 1990er-Jahren austreten könnte. „Durch den Verbleib in der Klimarahmenkonvention konnten die USA unter Trump immer an den Klimakonferenzen teilnehmen“, erläutert der Politologe. „Außerdem war man politisch weiterhin am Tisch.“ Sollte Trump auch aus der Rahmenkonvention austreten, spekuliert Bosch, könten sich die USA vom internationalen Klimaprozess vollständig entfernen.
Eine solche wenig ambitionierte Klimapolitik wäre laut Bosch auch ein Signal an andere Länder, die ihrerseits bei den Klimazielen nachlassen könnten. So müssen im kommenden Jahr alle Staaten ein neues Klimaziel für 2035 festlegen. Das werde unter Trump wahrscheinlich ein Rückschritt. „Wenn dann andere Länder 2025 ihr Beitragsziel festlegen, werden die vielleicht auch weniger ambitioniert“, mutmaßt Bosch. „Auch ein langfristiges Wegbrechen von Finanzierungen für Drittländer bei der Klimaanpassung und Emissionsminderung wäre zu erwarten.“
Anmerkung der Redaktion
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DIE TAGESZEITUNG (TAZ)
Tim Bosch
Jonas Waack