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Perspektive

zur Debatte vom 08. März 2026
Goethe und Schiller light: Geht mit vereinfachten Klassikern im Schulunterricht kritisches Denken verloren?
Pro

So gehen uns im digitalen Zeitalter wichtige Kompetenzen verloren

Die Perspektive in 30 Sekunden

Dorothee Krings kann sich mit dem vermeintlichen Trend zu Klassikern in vereinfachter Sprache an deutschen Schulen nicht anfreunden. Die Politikredakteurin bei der regionalen Tageszeitung RHEINISCHE POST befürchtet, dass dadurch wichtige Kompetenzen verloren gehen.

Zwar können laut Krings wahrscheinlich auch frühere Generationen heute nicht mehr im Detail erzählen, was in „Faust I“ passiert oder in welcher Zeit „Minna von Barnhelm“ spielt. „Aber sie haben ihr Gehirn trainiert, einen komplexen Text zu erschließen“, argumentiert sie. Ebenso haben sie gelernt, sich in eine andere Zeit zu versetzen und sich von unverständlichen Wörtern nicht gleich abschrecken zu lassen. Damit haben sie gleichzeitig auch eine Lektion in Ausdauer erfahren, so Krings.

Vor diesem Hintergrund hat die Autorin wenig Verständnis dafür, wenn sogar in Gymnasien Lehrkräfte auf vereinfachte Klassiker zurückgreifen. Das mag zwar ein Weg sein, sich Mühen im Unterricht vom Hals zu halten. „Es ist aber auch ein Zeichen für den grassierenden Schwund von Kompetenzen in der digitalen Zeit“, schreibt Krings und findet: „Ein Tor, wen das nicht beunruhigt.“

Anmerkung der Redaktion

Dorothee Krings ist Autorin und Journalistin. Für die RHEINISCHE POST arbeitet sie als Redakteurin in den Ressorts Politik sowie Meinung und Analyse, unter anderem schreibt sie die Kolumne „Gesellschaftsfragen“. Zuvor war sie als Lektorin an einer Hochschule in Polen tätig. Krings hat Journalistik, Germanistik sowie Theaterwissenschaften studiert und promovierte mit der Arbeit „Theodor Fontane als Journalist“. Darüber hinaus hat sie eine abgeschlossene Handwerksausbildung als Goldschmiedin.

Die RHEINISCHE POST (RP) ist eine regionale Tageszeitung, die zur „Rheinische Post Mediengruppe“ gehört. Der Schwerpunkt der Berichterstattung liegt auf Nordrhein-Westfalen. Die Zeitung wurde 1946 gegründet und hat ihren Hauptsitz in Düsseldorf. Chefredakteur ist Moritz Döbler. Laut einem Ranking von Tenor und KRESS.DE war die RP im ersten Quartal 2023 die drittmeistzitierte Regionalzeitung Deutschlands. Die verkaufte Auflage lag im vierten Quartal 2025 bei rund 247.000 Exemplaren (IVW). Im Vergleich zu 1998 ist der Absatz damit fast um 50 Prozent eingebrochen. Trotzdem dominiert die RP laut ÜBERMEDIEN den Markt Düsseldorfer Lokalzeitungen und hat andere Lokalangebote weitestgehend verdrängt. Für die Berichterstattung über einen Fall mehrfacher Kindstötung in Solingen hat die RP zusammen mit der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG und der BILD eine Rüge des Presserats erhalten. Die RP gilt als liberal-konservatives Blatt. Sie beschreibt sich selbst als „Zeitung für Politik und christliche Kultur“, die für „Demokratie, Freiheit und Menschenwürde“ eintritt.

Originalartikel
Wird Goethes Sprache zu kompliziert für Jugendliche?
RHEINISCHE POST (RP)Dorothee Krings
18.01.2026 · 4 Minuten · Deutsch
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