Perspektive
zur Debatte vom 13. April 2025
Kann unser Sozialstaat gerechter werden, wenn die Reichsten mehr finanzielle Lasten tragen? Pro
Wenn Reiche mehr abgeben, werden Zusammenhalt und Demokratie gestärkt
Die Perspektive in 30 Sekunden
Wirtschaftsredakteur Leon Berent weist beim Nachrichtenmagazin STERN darauf hin, dass Reichtum in einer gerechten Gesellschaft fair verteilt werden muss. Er fordert in diesem Zusammenhang eine Steuerreform, die Steuerschlupflöcher schließt und internationale Steuervermeidung bekämpft.
Eine solche kluge Steuerpolitik darf seiner Ansicht nach wenig Rücksicht auf die Reichsten nehmen. Dann könnte sie laut dem STERN-Redakteur nicht nur die Ungleichheit verringern, sondern auch den sozialen Zusammenhalt und das Vertrauen in demokratische Institutionen stärken. Schließlich legt Deutschland Wert auf Chancengleichheit und Gerechtigkeit, so Berent.
Viel Verständnis für vermögende Menschen lässt er in seinem Beitrag jedenfalls nicht erkennen. Das Argument, dass niedrigere Steuern für Reiche zu mehr Investitionen und Arbeitsplätzen führen, lehnt der STERN-Wirtschaftsredakteur ab. Vielmehr wirft er ihnen vor, dass sie ihr Geld für unnötige und umweltschädliche Hobbys ausgeben.
Anmerkung der Redaktion
Leon Berent ist seit 2023 Wirtschaftsredakteur bei CAPITAL und STERN. Er studierte Literatur, Linguistik und BWL in Mannheim, nachdem er zuvor eine Banklehre absolviert hatte. Schon während seines Studiums arbeitete Berent als Lokalreporter. Von 2021 bis 2023 absolvierte er den 40. Lehrgang der Henri-Nannen-Schule.
Der STERN ist ein Wochenmagazin mit Sitz in Hamburg. Das Magazin hat seit seiner Gründung durch den bekannten Journalisten Henri Nannen im Jahr 1948 die deutsche Medienlandschaft maßgeblich geprägt. In der politischen Grundausrichtung beschreibt das Goethe-Institut den STERN als „tendenziell eher links“. Das Magazin beleuchtet politische und gesellschaftliche Themen, bietet klassische Reportagen und porträtiert Prominente. Ein besonderer Fokus liegt auf Fotografie. Der STERN hat bereits mehrmals Rügen des Deutschen Presserats erhalten. Ein Meilenstein in der deutschen Debattenkultur war die STERN-Titelgeschichte „Wir haben abgetrieben!“ im Jahr 1971, in der sich zahlreiche Frauen öffentlich zur Abtreibung bekannten, was den Anstoß zur Reform des § 218 gab. 1983 kam es zum Skandal, nachdem der STERN vermeintliche Auszüge aus den Tagebüchern Adolf Hitlers veröffentlicht hatte, die sich als Fälschung herausstellten. Viele sehen darin einen bedeutenden Einschnitt in die Glaubwürdigkeit des Magazins. Die Plattform ÜBERMEDIEN, die sich auf Meta-Ebene mit deutschen Medien auseinandersetzt, skizziert den STERN als „Zentralorgan der sozialliberalen Siebzigerjahre“, das über die Zeit zunehmend an Bedeutung und Aussagekraft verloren hat. „Wirtschaftsfreundliches Grundgerüst, grüner Lifestyle, ein bisschen Verträumtheit, ein bisschen Eskapismus, aber doch auch das eine oder andere edgy Thema“, finde man im STERN. Das Magazin gehört zum Verlag GRUNER + JAHR, der zur Mediengruppe RTL Deutschland gehört, an dem der Medienkonzern Bertelsmann einen Großteil der Anteile hält. Zu RTL gehören unter anderem die Marken RTL, VOX, CAPITAL und NTV. Der Webauftritt vom STERN hatte im März 2026 25,9 Millionen Besuche zu verzeichnen (Quelle: Similarweb). Die verkaufte Auflage lag im vierten Quartal 2025 bei rund 264.000 Exemplaren (IVW) und ist damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Chefredakteur des STERNS ist Gregor Peter Schmitz.
Originalartikel
Reiche wurden zu lange geschont, sie müssen härter besteuert werden
STERN
Leon Berent 21.11.2024 ·
2 Minuten ·
Deutsch
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