Perspektive

zur Debatte vom 11. November 2024
Sind die transatlantischen Beziehungen nach den Wahlen in den USA gefährdet?
Contra

Trump kann ein nützlicher Partner Europas werden – auch in der Energiepolitik

Die Perspektive in 30 Sekunden

Noch vor dem offiziellen Wahlsieg Donald Trumps hat in der WELT angemerkt, dass Europa eine Rückkehr Trumps ins Weiße Haus nicht als Bedrohung empfinden sollte. „Es gibt Raum für gegenseitigen Nutzen“, schreibt Schadlow, die stellvertretende Nationale Sicherheitsberaterin unter Präsident Trump war.

In Bezug auf Europa würde Trump demnach wahrscheinlich die Probleme ansprechen, die er bereits thematisiert hat: unzureichende Verteidigungsausgaben, mangelnde Diversifizierung der Energieversorgung und Handelsprotektionismus. „Viele Europäer erkennen diese Probleme an. Damit könnte sich eine Möglichkeit für eine Zusammenarbeit zwischen Amerika und Europa bieten – wenn der Versuchung widerstanden wird, Trump als Problem darzustellen“, findet Schadlow. Nicht zuletzt bei der Energieversorgung könnte Europa mit Trump zusammenarbeiten, beispielsweise würde er mit Begeisterung amerikanisches Flüssig-Erdgas als kohlenstoffärmere Energiequelle liefern, so Schadlow. „Mehr noch: Er will ein robustes Energiesystem und ein Bündel von Maßnahmen, die den Wohlstand fördern.“ Zudem wäre Trump an einer Zusammenarbeit bei der Kernenergie interessiert, die auch kürzlich von der Europäischen Kommission als nützliche Ergänzung zu den erneuerbaren Energien anerkannt wurde, wie Schadlow anmerkt.

„Wenn beide Seiten gemeinsame Aufgaben sehen, ist eine wachstumsfördernde, freiheitsliebende Partnerschaft möglich“, zeigt sich Schadlow überzeugt und findet: „Anstatt Trump als Zerstörer einer alten Ordnung abzustempeln, sollte Europa darüber nachdenken, wie sein disruptives Naturell dazu beitragen kann, Europa für eine bessere Zukunft vorzubereiten.“

Anmerkung der Redaktion

ist Forscherin für Internationale Beziehungen und arbeitet als National Security Visiting Fellow an der Hoover Institution und als Senior Fellow am Hudson Institute. Außerdem war sie stellvertretende nationale Sicherheitsberaterin für Strategie und Assistentin von Donald Trump während seiner ersten Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Im Rahmen dieser Tätigkeit ist sie Urheberin der Nationalen Sicherheitsstrategie 2017 und war für die Verbindung einzelner Regierungsressorts in der Trump-Administration zuständig. Sie ist momentan überdies Mitglied mehrerer staatlicher Gremien und Kommissionen, darunter in der Denkfabrik „National Endowment for Democracy“ und im Beirat des Energieministers, der „Working Group on Innovation“ sowie im „Council on Foreign Relations“. Ihre Beiträge zu nationalen und internationalen Sicherheitsfragen werden regelmäßig in Zeitschriften veröffentlicht, darunter u.a. THE HILL, das WALL STREET JOURNAL und THE AMERICAN INTEREST. 2017 hat sie das Buch „War and the Art of Governance: Consolidating Combat Success into Political Victory“ zu Strategien der Nachkriegspolitik veröffentlicht. Schadlow hat an der Cornell Universität studiert und einen Doktortitel an der Johns Hopkins School of Advanced International Studies (SAIS) erhalten.

DIE WELT ist eine überregionale Tageszeitung mit Sitz in Berlin. Sie wurde 1946 gegründet und erschien im vierten Quartal 2025 in einer verkauften Auflage von rund 90.000 Exemplaren. Die Auflagenzahl ist damit im Vergleich zu 2024 stark eingebrochen. Gleichzeitig gehörte die Website der WELT im März 2026 mit rund 90,5 Millionen Besuchen zu den meistbesuchten Nachrichten-Websites in Deutschland. Die politische Ausrichtung der WELT gilt als bürgerlich-konservativ. In ökonomischen Fragen positioniert sich die Zeitung meist wirtschaftsliberal. Das Goethe-Institut urteilt, DIE WELT ziele in ihrer Printausgabe auf „mittelständische Unternehmer und Selbstständige, die konservative Werte schätzen“. WELT-Autor:innen bekennen sich zu den Leitlinien des Axel-Springer-Verlages, die unter anderem ein Eintreten für „die freie und soziale Marktwirtschaft“ sowie Solidarität mit den USA und Israel fordern. DIE WELT hat bereits mehrfach Rügen vom Deutschen Presserat erhalten, weil in einigen Artikeln journalistische Grundsätze verletzt wurden. Immer wieder wird außerdem Kritik laut, dass die WELT mit ihrer Berichterstattung verschwörungstheoretische oder rechtsextremistische Narrative bedient – so etwa mit klimaskeptischer Positionierung. Zwei Monate vor der Bundestagswahl 2025 veröffentlichte die WELT AM SONNTAG einen Gastartikel des US-Techmilliardärs Elon Musk, in dem dieser für die AfD warb. Das sorgte für heftige Proteste, auch innerhalb der Zeitung, bei denen es auch zu Protestkündigungen kam. Zur -Gruppe gehören außerdem der Fernsehsender WELT (früher N24) und die WELT AM SONNTAG. Sie gehören seit 2026 zur PREMIUM-GRUPPE, der auch POLITICO und BUSINESS INSIDER angehören. Ihr Chefredakteur ist , der Herausgeber . Die PREMIUM-GRUPPE gehört dem Axel-Springer-Konzern, zu dem auch Titel wie die BILD-Zeitung und die regionale B.Z. gehören.

Originalartikel
Wenn Trump gewinnt, kann er ein nützlicher Partner Europas werden
DIE WELTNadia Schadlow
29.10.2024 · 4 Minuten · Deutsch
Die Buzzard-Expert:innen haben diesen Artikel aus über 2.000 Medien für dich recherchiert und zusammengefasst, damit du in kurzer Zeit einen möglichst umfassenden Blick auf das Thema bekommst. Mehr...
Zum Artikel