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Perspektive

zur Debatte vom 15. Februar 2026
Reizwort „Lifestyle-Teilzeit“: Sollten die Deutschen mehr Vollzeit arbeiten, um die Wirtschaft anzukurbeln?
Pro

Vollzeitkräfte sind die Leistungsträger in vielen Unternehmen – nicht die Teilzeitkräfte

Die Perspektive in 30 Sekunden

Bei der regionalen Tageszeitung SCHWÄBISCHE ZEITUNG bietet Chefredaktionsmitglied Robin Halle einen anderen Blick auf die Teilzeitarbeit. Er spricht sich nicht konkret gegen das Recht auf Teilzeit aus – auch nicht aus „Lifestyle-Gründen“. Aber für ihn steht fest: Für Betriebe ist es oft belastend, wenn qualifizierte Fachkräfte ihre Arbeitsstunden reduzieren und in Teilzeit arbeiten.

Denn Aushilfen können das Fachwissen häufig nicht wettmachen, das ohne die Fachkräfte fehlt. Betriebe müssen dann entweder mehr Teilzeitkräfte einstellen – was laut Halle teuer ist – oder mehr Arbeit auf die übrigen Vollzeitkräfte abwälzen. In der Realität müssen Vollzeitkräfte also wegen der Teilzeitkräfte häufig länger, härter und besser arbeiten, so Halle.

Vor diesem Hintergrund trägt ein Vollzeitmitarbeiter laut Halle häufig mehr zur Wertschöpfung bei als ein Kollege, der jeden Montag frei macht. „Weil er besser in den Prozessen steckt, mehr Output liefert und sein Fachwissen stetig erweitert“, erläutert der Autor. Daraus zieht er den Schluss: „Vollzeitkräfte sind die Leistungsträger in vielen Unternehmen, nicht die Teilzeitkräfte.“

Anmerkung der Redaktion

Robin Halle ist Mitglied der Chefredaktion des NORDKURIERS und der SCHWÄBISCHEN ZEITUNG. Er ist außerdem zuständig für das zentrale Themenmanagement der Produkte des schwäbischen Verlags des süddeutschen Medienunternehmens Schwäbisch Media. Der katholisch-konservative Redakteur hat in einer Predigt gegen Abtreibung ausgesprochen. Zudem hat er vor der Pränataldiagnostik gewarnt, durch die vor der Geburt festgestellt werden kann, ob ein Kind mit Behinderungen geboren werden wird. Da viele Eltern abtreiben, wenn sie etwa erfahren, dass ihr Kind mit Down-Syndrom zur Welt kommen würde, hält Halle die Untersuchungen für gefährlich. Für den NORDKURIER hat unter anderem Halle ein Gespräch mit seinem 16-jährigen Sohn geführt, der die Schule abbrechen und zur Bundeswehr gehen will.

Die SCHWÄBISCHE ZEITUNG ist ein christlich-konservatives Regionalblatt aus Baden-Württemberg mit Sitz in Ravensburg, die 1945 gegründet wurde. An vielen Orten, an denen sie erscheint, hat sie eine Monopolstellung und gilt als Flagschiff ihres Medienhauses SCHWÄBISCH MEDIA. Im zweiten Quartal 2025 lag die verkaufte Auflage der Zeitung bei rund 124.000 Exemplaren. Im Buch „Wir können alles“ von Josef-Otto Freudenreich, dem Chefreporter der STUTTGARTER ZEITUNG, wird der SCHWÄBISCHEN ZEITUNG vorgeworfen, dass sie sich inhaltlich immer weiter an ein Boulevardblatt annähere und immer unkritischer werde. Beobachter:innen werfen dem Blatt zudem vor, einen dramatischen Kurswechsel nach rechts vollzogen zu haben. Die TAZ zitiert Redakteur:innen der Zeitung. Sie sagen: „Es gibt einen Ruck zu rechtspopulistischen Inhalten, die wir als Belegschaft mit großer Sorge sehen“ und sprechen von einem  „verschwörerischen und populistischen Unterton“, der eine bestimmte Zielgruppe triggern soll.

Originalartikel
Teilzeit ist ein gutes Recht, darf aber nicht auch noch belohnt werden
SCHWÄBISCHE ZEITUNGRobin Halle
02.02.2026 · 2 Minuten · Deutsch
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