Perspektive

zur Debatte vom 02. März 2026
Ist der Angriff von den USA und Israel auf den Iran gerechtfertigt?
Contra

Krieg und Frieden können nicht einem Mann überlassen werden

Die Perspektive in 30 Sekunden

„Die Entscheidung über Krieg und Frieden darf nicht in den Händen eines einzigen Mannes liegen – schon gar nicht in denen von diesem Mann“, schreibt Kolumnist . Seiner Ansicht nach hat US-Präsident Donald Trump die USA mit dem Angriff auf den Iran verfassungswidrig in einen Krieg geführt, wie er bei der liberalen Tageszeitung THE NEW YORK TIMES ausführt.

Es sei das Ziel der US-amerikanischen Verfassung, dass nicht eine Person die ganze Macht habe, so French. Insbesondere müssen ihm zufolge Militäreinsätze eine Mehrheit haben: „Unsere Nation kann keinen Krieg führen, bevor ihre Führer nicht die Mehrheit des Kongresses davon überzeugt haben, dass ein Krieg im nationalen Interesse liegt.“ Genau diesen Rückhalt habe Trump bei dem Angriff auf den Iran aber nicht. „Es gibt keinen nationalen Konsens über die Entscheidung, Amerikaner in Gefahr zu schicken“, so French. „Es gibt nur einen persönlichen Konsens, den persönlichen Konsens eines launischen Mannes.“

Für ihn steht fest: „Trump hätte die Zustimmung des Kongresses für einen Angriff auf den Iran einholen müssen, oder er hätte gar nicht angreifen dürfen.“ Er wirft dem Präsidenten vor, sich wie ein König zu verhalten, der alles allein entscheiden dürfe.

Anmerkung der Redaktion

ist Autor, politischer Kommentator und ehemaliger leitender Redakteur bei dem Online-Magazin für politischen Journalismus THE DISPATCH. Darüber hinaus ist er Kolumnist bei der NEW YORK TIMES und schreibt für die tendenziell links-liberale US-amerikanische Zeitschrift THE ATLANTIC. Dort schreibt er außerdem den Newsletter „The Third Rail“, wo er sich mit Themen wie der US-amerikanischen Verfassung, Kultur und den Streitigkeiten innerhalb seines Landes befasst. Zuvor war French leitender Autor bei dem zweimonatlich erscheinenden, eher konservativen Magazin THE NATIONAL REVIEW. Er ist ein gelernter Anwalt und Kriegsveteran.

THE NEW YORK TIMES ist eine US-amerikanische Tageszeitung mit Sitz in New York. Sie erschien erstmals 1851. Sie gilt als die weltweit einflussreichste Zeitung. Die redaktionelle Modernisierung der NEW YORK TIMES in den 1970er-Jahren, in der die Zeitung in verschiedene Ressorts gegliedert wurde, ist bis heute weltweit maßgeblich für Tageszeitungen. Die Zeitung hat 125 Pulitzer-Preise gewonnen und damit mehr als jede andere Nachrichtenorganisation. Die SUNDAY NEW YORK TIMES hat eine durchschnittliche Auflage von über 1,1 Millionen. Der Internetauftritt der Zeitung hat laut Plattform Similarweb, die Statistiken zum Nutzerverhalten darstellt, um die 642 Millionen Besuche pro Monat (Stand: Juli 2024). Sie gilt als linksliberal, obwohl die NEW YORK TIMES verschiedenste politische Stimmen zu Wort kommen lässt. Jedoch gab es 2021 Vorwürfe der Cancel Culture, als der Chefredeakteur Dean Baquet den Journalisten Donald McNeil Jr. zur Kündigung triebd, weil dieser in einer Diskussion über Rassismus das N-Wort als Zitat verwendet hatte (um rassistische Sprache zu kritisieren). Zeitgleich wurde der Zeitung ein zu schnelles Entlassen der Journalistin Lauren Wolfe wegen eines Tweets über Joe Biden vorgeworfen. Interne Umfragen der Zeitung im Februar 2021 ergaben außerdem, dass knapp die Hälfte der Mitarbeiter intern nicht mehr ihre eigene Meinung sagen würden und den Eindruck haben, dass unterschiedliche Sichtweisen nicht mehr in der Zeitung erwünscht seien.

Originalartikel
War and Peace Cannot Be Left to One Man — Especially Not This Man
THE NEW YORK TIMESDavid French
01.03.2026 · 7 Minuten · Englisch
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