Perspektive
zur Debatte vom 31. Oktober 2025
Sind romantische Beziehungen mit KI-Chatbots problematisch? Pro
Love-Bots nutzen das menschliche Bedürfnis nach Liebe aus
Die Perspektive in 30 Sekunden
Maia Szalavitz ist Kolumnistin für die US-Tageszeitung NEW YORK TIMES und weist auf die Gefahr hin, dass Love-Bots starke Sucht verursachen können. Wenn Unternehmen „simulierte Menschen“ anbieten, öffne das laut ihr die Tür für Manipulation durch die Illusion von Liebe.
Szalavitz hebt eine Untersuchung der Gesundheitsforscherin Linnea Laestadius aus 2022 hervor, in der Nutzer:innen erotischer Rollenspiele mit personalisierten Replika-Chatbots befragt wurden. Die Autorin beschreibt, dass diese Menschen ihre Interaktionen teilweise selbst als Sucht charakterisierten. Einige sprachen sogar von einer „Missbrauchsbeziehung“, so Szalavitz.
Sie argumentiert weiter, dass das Gefühl, von der KI „gebraucht zu werden“, ein zentraler Verstärker dieser Bindung sei. Dieses Bedürfnis nach Fürsorge halte viele Nutzer:innen in der Interaktion, so Szalavitz. Sie warnt, dass KI-Begleiter gezielt mit emotionalen Bedürfnissen spielen, und betont, dass Sucht – anders als Liebe – „das Leben kleiner und weniger reichhaltig“ mache.
Anmerkung der Redaktion
Maia Szalavitz ist eine US-amerikanische Journalistin und Autorin, die sich auf Wissenschaft, Drogenpolitik und Sucht spezialisiert hat. Ihre eigenen Erfahrungen mit Abhängigkeit prägten ihre Arbeit entscheidend. Bekannt wurde sie durch ihr Enthüllungsbuch HELP AT ANY COST über Missbrauch in Programmen für „Problemjugendliche“. Sie hat zahlreiche weitere Werke über Empathie, kindliche Entwicklung und moderne Sichtweisen auf Sucht veröffentlicht. Sie schreibt unter anderem für die NEW YORK TIMES, WASHINGTON POST und HUFFINGTON POST. Für ihre journalistischen Leistungen im Bereich Suchtforschung wurde sie mehrfach ausgezeichnet.
THE NEW YORK TIMES ist eine US-amerikanische Tageszeitung mit Sitz in New York. Sie erschien erstmals 1851. Sie gilt als die weltweit einflussreichste Zeitung. Die redaktionelle Modernisierung der NEW YORK TIMES in den 1970er-Jahren, in der die Zeitung in verschiedene Ressorts gegliedert wurde, ist bis heute weltweit maßgeblich für Tageszeitungen. Die Zeitung hat 125 Pulitzer-Preise gewonnen und damit mehr als jede andere Nachrichtenorganisation. Die SUNDAY NEW YORK TIMES hat eine durchschnittliche Auflage von über 1,1 Millionen. Der Internetauftritt der Zeitung hat laut Plattform Similarweb, die Statistiken zum Nutzerverhalten darstellt, um die 642 Millionen Besuche pro Monat (Stand: Juli 2024). Sie gilt als linksliberal, obwohl die NEW YORK TIMES verschiedenste politische Stimmen zu Wort kommen lässt. Jedoch gab es 2021 Vorwürfe der Cancel Culture, als der Chefredeakteur Dean Baquet den Journalisten Donald McNeil Jr. zur Kündigung triebd, weil dieser in einer Diskussion über Rassismus das N-Wort als Zitat verwendet hatte (um rassistische Sprache zu kritisieren). Zeitgleich wurde der Zeitung ein zu schnelles Entlassen der Journalistin Lauren Wolfe wegen eines Tweets über Joe Biden vorgeworfen. Interne Umfragen der Zeitung im Februar 2021 ergaben außerdem, dass knapp die Hälfte der Mitarbeiter intern nicht mehr ihre eigene Meinung sagen würden und den Eindruck haben, dass unterschiedliche Sichtweisen nicht mehr in der Zeitung erwünscht seien.
Originalartikel
Love Is a Drug. A.I. Chatbots Are Exploiting That.
THE NEW YORK TIMES
Maia Szalavitz 03.06.2025 ·
10 Minuten ·
Englisch
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