Perspektive

zur Debatte vom 28. März 2024
Sollte der Ramadan in Deutschland generell mehr öffentlichen Raum bekommen?
Pro

Man sollte den Ramadan als Bereicherung begreifen

Die Perspektive in 30 Sekunden

Caro Wißing ist der Meinung, dass die Deutschen muslimische Feste lieber ignorieren oder verurteilen, statt sie mitzugestalten. Dabei sind Feste wie der Ramadan für Millionen von Menschen hierzulande eine sehr besondere, festliche, vielleicht sogar die schönste Zeit im Jahr, betont die WDR-Kolumnistin.

In diesem Zusammenhang spricht sich Wißing klar dafür aus, dass der Ramadan mehr Sichtbarkeit bekommt – damit der vom damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff geprägte Satz, wonach der Islam zu Deutschland gehört, nicht nur Lippenbekenntnis bleibt, sondern auch mit Leben gefüllt wird. „Bei anderen importierten Festen fällt uns das mit der Akzeptanz ja auch nicht schwer“, kommentiert Wißing und verweist dabei auf das Beispiel Halloween.

Wie die WDR-Journalistin zudem ausführt, haben viele Länder und Regionen beim Ramadan ihre eigenen Traditionen, die mit den eingewanderten Musliminnen und Muslimen auch nach Deutschland gekommen sind. „Und hier entwickeln sie sich weiter – unvermeidlich mit Beimischung von Elementen der deutschen Kultur“, so Wißing. „Es ist nur die Frage, ob die Deutschen das ignorieren oder als Bereicherung mitfeiern wollen.“

Anmerkung der Redaktion

ist Journalistin aus Nordrhein-Westfalen. Derzeit arbeitet sie als freie Reporterin und Redakteurin im WDR-Newsroom unter anderem für das Informationsmagazin „Aktuelle Stunde“. Außerdem schreibt sie die „Samstagskolumne“ bei WDR aktuell. Zuvor hat Wißing unter anderem für N-TV, RTL Nord und das ARD-Hauptstadtstudio gearbeitet. Sie hat im Bachelor Politik- und Islamwissenschaft sowie Kommunikationswissenschaft in Münster und im Master Arabistik in Leipzig studiert. Nach dem Studium hat sie ein Volontariat an der RTL Journalistenschule absolviert und an einem Journalisten-Austauschprogramm im Libanon teilgenommen.

Der WESTDEUTSCHE RUNDFUNK (WDR) ist die größte der neun öffentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstalten der ARD. Der WDR hat seinen Sitz in Köln und ist die Landesrundfunkanstalt für das Bundesland Nordrhein-Westfalen. Intendantin ist Katrin Vernau. Er entstand 1956, als sich der NWDR in den NDR und den WDR aufteilte. Als Teil des öffentlich-rechtlichen Rundfunks finanziert sich der WDR über den Rundfunkbeitrag und unterliegt dabei strengen Auflagen. Die Sendeanstalt hat sechs Radioprogramme und einen Fernsehsender, zu deren bekanntesten Programmen unter anderem der Radiosender „1 Live“, die „Sportschau“ oder das Kinderangebot „Die Sendung mit der Maus“ gehören. Laut eigenen Angaben ist der Sender nach Anzahl der Beschäftigten das zweitgrößte Medienunternehmen Europas hinter der britischen BBC. Laut einer Media-Analyse (ma Audio 2025 II) erreichen alle Radiosender des WDR zusammen rund 8 Millionen Zuhörer:innen jeden Tag. Der Webauftritt des WDR hatte im März 2026 laut Similarweb rund 16,3 Millionen Besuche zu verzeichnen.

Originalartikel
Es ist Zeit für einen deutschen Ramadan
WESTDEUTSCHER RUNDFUNK (WDR)Carolyn Wißing
10.03.2024 · 4 Minuten · Deutsch
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