Perspektive

zur Debatte vom 04. Juni 2025
Sollten Hausbesitzer eine Pflichtversicherung gegen Klimaschäden abschließen müssen?
Contra

Man sollte lieber die zur Kasse bitten, die für Klimaschäden verantwortlich sind

Die Perspektive in 30 Sekunden

Der Journalist kritisiert im SPIEGEL die Pläne zur Pflichtversicherung. Seiner Meinung nach sollten nicht die Betroffenen von Extremwetter für Schäden aufkommen müssen, sondern die Konzerne, die für die häufigen Fälle von Naturereignissen maßgeblich verantwortlich sind.

Die Eigentümer:innen von Gebäuden tragen keine Schuld für das angestiegene Risiko durch Extremwetter, betont Stöcker – deshalb wäre es unfair, dass sie Geld für eine Versicherung zahlen müssten. Der Grund für die häufigeren Vorkommnisse von Extremwetter ist der menschengemachte Klimawandel, fügt Stöcker erklärend hinzu. Und an dem sind laut dem Journalisten Unternehmen schuld, die von fossilen Brennstoffen, wie Öl und Kohle, profitiert haben. Daher sollten diese Unternehmen auch die Schäden durch Extremwetter zahlen.

Laut Stöcker haben Ölkonzerne wie Exxon, aber auch Kohlekonzerne wie RWE in mehrfacher Hinsicht zum Klimawandel beigetragen. Einerseits treiben fossile Brennstoffe die Erwärmung der Erde voran, was zum Anstieg des Meeresspiegels, aber auch zu wärmerer Luft führe. Wärmere Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen und führt so zu mehr Extremregen, erklärt er. Zusätzlich haben Konzerne wie RWE lange fälschlicherweise behauptet, dass es keine Klimaveränderungen geben wird, schließt der Journalist.

Anmerkung der Redaktion

(*1973) ist Journalist und seit 2016 Professor für Digitale Kommunikation an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. Er war als Experte für Digitalisierung, Algorithmen und Öffentlichkeit in verschiedenen Gremien tätig, darunter der Deutsche Bundestag und die Landtage von Thüringen und Schleswig-Holstein. Er war auch im Beirat der Hamburger Standortinitiative nextMedia und Media Fellow beim The New Institute. Zudem war er Gründungsmitglied der Jury des Deutschen Computerspielpreises und prägte die Branche bis 2020. Der studierte Psychologe hat unter anderem für die ZEIT und die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG geschrieben und das Ressort Netzwelt beim SPIEGEL geleitet.

DER SPIEGEL ist ein deutsches Nachrichtenmagazin, das 1947 von Rudolf Augstein gegründet wurde. Seinen Sitz hat das Magazin seit 2011 in Hamburg, Chefredakteur ist . DER SPIEGEL ist mehrfach preisgekrönt und zählt zu den deutschsprachigen Leitmedien: Er genießt großes Vertrauen und prägt die gesellschaftliche Debatte und Öffentlichkeit. Im vierten Quartal 2025 hatte das gedruckte Wochenmagazin eine Auflage von rund 625.000 verkauften Exemplaren (IVW). Eine zentrale Rolle im Magazin nimmt bis heute der investigative Journalismus ein. 1963 führten eine solche Recherche und die sogenannte SPIEGEL-Affäre dazu, dass der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Strauß sein Amt räumen musste. 2018 wurde bekannt, dass der langjährige Mitarbeiter Claas Relotius wesentliche Inhalte von – teils preisgekrönten – SPIEGEL-Reportagen erfunden hatte. Hiernach reichte Relotius seine Kündigung ein. Das Blatt sprach von „einem Tiefpunkt in der 70-jährigen Geschichte des SPIEGEL“. 2021 wurden in Reaktion darauf die sogenannten Spiegel-Standards für Qualitätsjournalismus erarbeitet. DER SPIEGEL wird traditionell als eher linksliberales Medium gesehen, auch in Abgrenzung zu den anderen großen deutschen Nachrichtenmagazinen, dem FOCUS und dem STERN. Bereits Gründer Rudolf Augstein verortete sein Magazin „im Zweifel links“. 1994 ging SPIEGEL ONLINE als erstes Nachrichten-Magazin weltweit online. Im April 2026 verzeichnete die Website des SPIEGELS rund 71,5 Millionen Aufrufe (Quelle: Similarweb). DER SPIEGEL wird vom Spiegel-Verlag herausgegeben. An der SPIEGEL-Gruppe ist der international extrem einflussreiche Medienkonzern Bertelsmann über eine Tochtergesellschaft mit 25,5 Prozent beteiligt. Weitere 24 Prozent der Anteile entfallen auf die Familie Augstein. Die Mehrheit von 50,5 Prozent wird von den Mitarbeiter:innen des Verlags über eine Beteiligungsgesellschaft (Mitarbeiter-KG) gehalten, die sich demokratisch organisiert und regelmäßig ihre Vertreter:innen wählt.

Originalartikel
Wie wäre es, wenn die Verursacher zahlten?
DER SPIEGELChristian Stöcker
01.06.2025 · 3 Minuten · Deutsch
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