Perspektive

zur Debatte vom 11. März 2026
Sollte Europa mehr auf Atomkraft setzen und sogenannte Mini-AKW fördern?
Contra

Mini-AKW bringen nicht weniger Gefahren mit sich als herkömmliche Atomkraftwerke

Die Perspektive in 30 Sekunden

In der linken TAGESZEITUNG (TAZ) kritisiert die geplanten Investitionen in Mini-AKWs. Laut dem Fachjournalisten für Energiethemen sollte Deutschland sich gegen die EU-Entscheidung stellen – denn die kleinen Reaktoren seien nicht weniger gefährlich als herkömmliche Atomkraftwerke.

Angesichts des geplanten Baus von neuen Atomkraftwerken äußert Janzing Sicherheitsbedenken. Zwar sollen die Sicherheitssysteme und -standards die gleichen wie bei herkömmlichen Atomkraftwerken sein. „Doch in der Praxis dürfte die Sicherheit bei einer Vielzahl dezentraler Einheiten schlechter zu gewährleisten sein als bei wenigen größeren Anlagen“, vermutet der Fachjournalist.

Auch die Frage nach dem Atommüll bleibe weiterhin ungeklärt – denn wie viel nuklearen Abfall die Mini-AKWs produzieren werden, sei bisher unklar. Janzing wirft der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) vor, sich über berechtigte Sicherheitsbedenken hinwegzusetzen. Ihm nach sollte die Politik aufhören, immer neue Subventionen im Energiesektor zu schaffen. Er bezeichnet Mini-AKWs als „neues Abenteuer der Atomtechnik“, das man durch Steuergelder finanziere.

Anmerkung der Redaktion

Bernward Janzig ist ein freier deutscher Fachjournalist. Er schreibt unter anderem für die TAZ und das HANDELSBLATT. Seine Themenfelder erstrecken sich von Energiewirtschaft und -technik über erneuerbare Energien, den effizienten Umgang mit begrenzten Rohstoffen und den Emissionshandel bishin zur Nachhaltigkeit, dem Klimaschutz, Mobilität, Verkehr und Technikgeschichte (Historie von Energieversorgung und Mobilität). Janzig ist darüber hinaus Naturwissenschaftler und schreibt demzufolge überwiegend sachliche Analysen. Er hält öfter Vorträge bei Fortbildungsveranstaltungen, Seminaren und Festveranstaltungen.

Die TAGESZEITUNG (TAZ) ist eine überregionale deutsche Tageszeitung mit Hauptsitz in Berlin. Sie wurde 1978 als alternative, selbstverwaltete Zeitung gegründet – unter anderem vom Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele. Die Zeitung hat sich besonders in ihrer Anfangszeit an Linke, Studierende, Grüne und die Hausbesetzer-Bewegung gerichtet. Erklärtes Ziel der TAZ ist es seither, eine Gegenöffentlichkeit zu schaffen. Sie gehört heute zu den zehn größten überregionalen Tageszeitungen in Deutschland, mit einer verkauften Auflage von rund 33.000 Exemplaren (3/2025, IVW). Seit Oktober 2025 erscheint die TAZ unter der Woche nur noch digital, lediglich die Wochenendausgabe wird noch gedruckt. Die Webseite der TAZ verzeichnete im März 2026 17,2 Millionen Zugriffe monatlich (Quelle: Similarweb). Das Goethe-Institut verortet die TAZ als „grün-linkes“ Blatt und betont besonders die oft sehr kritische Berichterstattung der Zeitung. Die TAZ hat sich online gegen Bezahlschranken entschieden und gibt Lesenden auf ihrer Website freiwillig die Option, zu zahlen. Außerdem bietet sie ein reguläres Abonnement mit drei unterschiedlichen Preisstufen in einem sogenannten „Soli-Preis-System“ an, bei dem Abonnent:innen selbst entscheiden können, wie viel sie zahlen. 1980 beschloss die Belegschaft der TAZ die erste Frauenquote Deutschlands (52 Prozent aller Planstellen in jedem Bereich). 2014 wurde die TAZ zu einer Entschädigungszahlung dafür verurteilt, dass sie eine Volontariatsstelle nur für Frauen ausgeschrieben hatte und männliche Bewerber damit laut Urteil diskriminierte. Die TAZ hat neben einigen journalistischen Preisen auch mehrere Rügen des Presserats erhalten. Sie wird seit 1992 genossenschaftlich herausgegeben, um unabhängig von großen Medienunternehmen zu bleiben. Jährlich findet eine Generalversammlung statt, an der jedes der zuletzt über 25.000 Mitglieder teilnehmen kann. Die Chefredaktion teilen sich , und Katrin Gottschalk.

Originalartikel
Jeder Stadt ihr eigenes Atomrisiko
DIE TAGESZEITUNG (TAZ)Bernward Janzing
10.03.2026 · 2 Minuten · Deutsch
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