Perspektive

zur Debatte vom 11. März 2026
Sollte Europa mehr auf Atomkraft setzen und sogenannte Mini-AKW fördern?
Hintergrund

Mini-AKW: Was man über SMR-Reaktoren wissen muss

Die Perspektive in 30 Sekunden

Im öffentlich-rechtlichen WDR hat zusammengefasst, was man über die sogenannten SMR-Reaktoren wissen muss. Laut dem Journalisten werden die „small modular reactors“ (deutsch: „kleinen modularen Reaktoren“) auch als „Mini-AKWs“ bezeichnet.

Laut dem WDR gibt es keine einheitliche Definition für SMRs. Entscheidend sei die geringere Leistung im Vergleich zu herkömmlichen Reaktoren. Laut der Internationalen Atomenergie-Agentur (IAEA) haben die Mini-AKWs eine maximale Leistung von 300 Megawatt (MW), während herkömmliche Atomkraftwerke eine Leistung von mindestens 700 MW haben, erklärt Ahrens.

Dabei müssen sich die SMRs technisch nicht unbedingt von herkömmlichen Atomkraftwerken unterscheiden. Genau wie alle deutschen Atomkraftwerke handele es sich bei den Mini-AKWs um Leichtwasserreaktoren. Bei diesen wird laut Ahrens normales Wasser als Kühlmittel und Moderator benutzt. „In der Atomenergie bezeichnet man als Moderator einen Stoff, der schnelle Neutronen abbremst und dadurch die Kettenreaktion der Kernspaltung erst ermöglicht und aufrechterhält“, führt der Journalist aus.

Der Vorteil der Mini-AKWs ist laut Ahrens, dass die nötigen Bauteile in Serie produziert werden können. Dadurch seien sie einfacher und kostengünstiger zu bauen als große Atomkraftwerke. Besonders die Kosten und die lange Bauzeit seien bisher ein starkes Argument gegen Atomkraft gewesen. In Frankreich ist demnach 2025 etwa ein neuer Atomreaktor nach 17-jähriger Bauzeit ans Netz gegangen. Gekostet habe der Reaktor 23,7 Milliarden Euro.

Doch während die Mini-AKWs die Bauzeit und Kosten senken könnten, müssten aufgrund der geringeren Stromproduktion auch deutlich mehr der Reaktoren gebaut werden, stellt der Journalist fest. Nach Angaben des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) würde man daher statt 400 konventionellen Atomkraftwerken tausende bis zehntausende Mini-AKWs bauen. Relativ zur Stromproduktion seien sie im Endeffekt sogar teurer als große Atomkraftwerke.

Anmerkung der Redaktion

ist Journalist und Redakteur beim WDR. Dort ist er vor allem in der aktuellen Berichterstattung tätig und beschäftigt sich mit politischen sowie gesellschaftlichen Themen in Deutschland. Zuvor hat er unter anderem für das europäische Magazin LE TAURILLON geschrieben. Ahrens hat Politikwissenschaften in Bonn studiert.

Der WESTDEUTSCHE RUNDFUNK (WDR) ist die größte der neun öffentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstalten der ARD. Der WDR hat seinen Sitz in Köln und ist die Landesrundfunkanstalt für das Bundesland Nordrhein-Westfalen. Intendantin ist Katrin Vernau. Er entstand 1956, als sich der NWDR in den NDR und den WDR aufteilte. Als Teil des öffentlich-rechtlichen Rundfunks finanziert sich der WDR über den Rundfunkbeitrag und unterliegt dabei strengen Auflagen. Die Sendeanstalt hat sechs Radioprogramme und einen Fernsehsender, zu deren bekanntesten Programmen unter anderem der Radiosender „1 Live“, die „Sportschau“ oder das Kinderangebot „Die Sendung mit der Maus“ gehören. Laut eigenen Angaben ist der Sender nach Anzahl der Beschäftigten das zweitgrößte Medienunternehmen Europas hinter der britischen BBC. Laut einer Media-Analyse (ma Audio 2025 II) erreichen alle Radiosender des WDR zusammen rund 8 Millionen Zuhörer:innen jeden Tag. Der Webauftritt des WDR hatte im März 2026 laut Similarweb rund 16,3 Millionen Besuche zu verzeichnen.

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WESTDEUTSCHER RUNDFUNK (WDR)Lukian Ahrens
10.03.2026 · 5 Minuten · Deutsch
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