Perspektive
zur Debatte vom 19. Dezember 2025
Sollten sogenannte Problemwölfe schneller abgeschossen werden dürfen? Pro
Nur so kann ein Ausgleich zwischen Wolfs- und Herdenschutz gelingen
Die Perspektive in 30 Sekunden
Im linksliberalen Wochenmagazin DER SPIEGEL spricht die Wissenschaftsredakteurin Julia Koch mit dem Wildökologen Sven Herzog über die Aufnahme des Wolfes ins Jagdgesetz. Seiner Meinung nach sind Abschüsse nötig, um einen Ausgleich zwischen Wolfs- und Herdenschutz zu schaffen.
Laut Herzog hat es in der deutschen Vergangenheit nur zwei Extreme im Umgang mit Wölfen gegeben: Früher seien alle Wölfe aus Angst geschossen worden – was zur Auslöschung der Art in Deutschland geführt habe. Seit der Wiedereinführung der Wölfe ist Herzog zufolge das Gegenteil der Fall: Selbst, wenn die Tiere Probleme verursachen, werden sie um jeden Preis geschützt. Jetzt sei es an der Zeit, einen ausgewogenen Mittelweg zu schaffen.
Direkt nach der Wiedereinführung des Wolfes war Herzog noch sehr optimistisch, erinnert er sich. Doch seitdem habe sich seine Meinung geändert. Denn der Wolf hat sich ihm zufolge schneller ausgebreitet als erwartet. Hinzu komme, dass die Wölfe sich Siedlungen und Herden annähern – und potenziell die Angst vor den Menschen verlieren. Eine moderate Bejagung der Tiere kann laut Herzog helfen, die Annäherung der Tiere an den Menschen zu verhindern.
Anmerkung der Redaktion
Sven Herzog ist Professor für Wildökologie und Jagdwirtschaft am Institut für Waldbau und Forstschutz der Technischen Universität Dresden. Er hat unter anderem zu der Frage geforscht, wie Wildtiere in der von Menschen geschaffenen Umwelt leben können. Herzog hat selber einen Jagdschein und hat sich intensiv mit Wildtiermanagement auseinandergesetzt. Er hat sowohl einen Doktor in Forstwissenschaften, als auch in Medizin.
Julia Koch ist Wissenschaftsredakteurin und arbeitet seit 1999 beim SPIEGEL im Ressort Wissenschaft und Technik. Dort schreibt sie viel über biologische Themen, insbesondere über Erkenntnisse aus der Hirn- und Kognitionsforschung. Koch hat an der Philipps-Universität in Marburg ihr Diplom in Humanbiologie erhalten.
DER SPIEGEL ist ein deutsches Nachrichtenmagazin, das 1947 von Rudolf Augstein gegründet wurde. Seinen Sitz hat das Magazin seit 2011 in Hamburg, Chefredakteur ist Dirk Kurbjuweit. DER SPIEGEL ist mehrfach preisgekrönt und zählt zu den deutschsprachigen Leitmedien: Er genießt großes Vertrauen und prägt die gesellschaftliche Debatte und Öffentlichkeit. Im vierten Quartal 2025 hatte das gedruckte Wochenmagazin eine Auflage von rund 625.000 verkauften Exemplaren (IVW). Eine zentrale Rolle im Magazin nimmt bis heute der investigative Journalismus ein. 1963 führten eine solche Recherche und die sogenannte SPIEGEL-Affäre dazu, dass der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Strauß sein Amt räumen musste. 2018 wurde bekannt, dass der langjährige Mitarbeiter Claas Relotius wesentliche Inhalte von – teils preisgekrönten – SPIEGEL-Reportagen erfunden hatte. Hiernach reichte Relotius seine Kündigung ein. Das Blatt sprach von „einem Tiefpunkt in der 70-jährigen Geschichte des SPIEGEL“. 2021 wurden in Reaktion darauf die sogenannten Spiegel-Standards für Qualitätsjournalismus erarbeitet. DER SPIEGEL wird traditionell als eher linksliberales Medium gesehen, auch in Abgrenzung zu den anderen großen deutschen Nachrichtenmagazinen, dem FOCUS und dem STERN. Bereits Gründer Rudolf Augstein verortete sein Magazin „im Zweifel links“. 1994 ging SPIEGEL ONLINE als erstes Nachrichten-Magazin weltweit online. Im April 2026 verzeichnete die Website des SPIEGELS rund 71,5 Millionen Aufrufe (Quelle: Similarweb). DER SPIEGEL wird vom Spiegel-Verlag herausgegeben. An der SPIEGEL-Gruppe ist der international extrem einflussreiche Medienkonzern Bertelsmann über eine Tochtergesellschaft mit 25,5 Prozent beteiligt. Weitere 24 Prozent der Anteile entfallen auf die Familie Augstein. Die Mehrheit von 50,5 Prozent wird von den Mitarbeiter:innen des Verlags über eine Beteiligungsgesellschaft (Mitarbeiter-KG) gehalten, die sich demokratisch organisiert und regelmäßig ihre Vertreter:innen wählt.
Originalartikel
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DER SPIEGEL
Sven Herzog
Julia Koch 17.11.2025 ·
4 Minuten ·
Deutsch
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