Perspektive

zur Debatte vom 15. April 2026
Sollte das Ehegattensplitting in seiner jetzigen Form abgeschafft werden?
Pro

Ohne Ehegattensplitting lohnt sich Arbeit wieder

Die Perspektive in 30 Sekunden

In der Fachzeitschrift MARKT UND MITTELSTAND vertritt Redakteur die Meinung, dass das Ehegattensplitting abgeschafft werden sollte. Seiner Ansicht nach setzt das System falsche Anreize und verhindert, dass sich Arbeit lohnt.

Hartmann kritisiert, dass das Modell vor allem ungleiche Einkommen begünstigt. Wenn ein Partner deutlich mehr verdient, steige der steuerliche Vorteil – gleichzeitig lohne es sich für den anderen oft kaum, mehr zu arbeiten. Besonders Frauen seien davon betroffen. Viele arbeiteten in Teilzeit und haben laut einer Studie den Eindruck, dass sich zusätzliche Arbeitsstunden finanziell nicht auszahlen. Das Ehegattensplitting „fördert Ungleichheit und bremst vor allem Frauen aus“, schließt der Redakteur daraus.

Zugleich sieht Hartmann wirtschaftliche Nachteile durch das Ehegattensplitting. Das System halte Arbeitskräfte vom Arbeitsmarkt fern und verschärfe den Fachkräftemangel. Ökonomen zufolge könnten ohne das Splitting bis zu 175.000 zusätzliche Vollzeitstellen entstehen, so Hartmann. Außerdem entgehen dem Staat ihm zufolge Milliarden an Steuereinnahmen, die gezielter eingesetzt werden könnten. Für Hartmann ist das System daher „angesichts des Fachkräftemangels nicht tragbar“.

Anmerkung der Redaktion

arbeitet als stellvertretender Chefredakteur beim Magazin MARKT UND MITTELSTAND und ist dort zuvor auch als Chef vom Dienst tätig gewesen. Parallel ist er als Wirtschaftskorrespondent für das Journalistenbüro DIE KORRESPONDENTEN aktiv und veröffentlicht Beiträge unter anderem in der Tageszeitung BADISCHE ZEITUNG sowie im Debattenmagazin THE EUROPEAN. Seine journalistische Laufbahn begann 1991 bei der HANNOVERSCHEN ALLGEMEINEN Zeitung, wo er ab 1996 als Lokalredakteur fest angestellt war. Anschließend arbeitete er als Wirtschaftsredakteur bei der BERLINER MORGENPOST, als stellvertretender Ressortleiter Wirtschaft bei der DIE WELT sowie in der Zentralredaktion der FUNKE Mediengruppe. Zwischenzeitlich war er zudem in der Kommunikationsberatung tätig, unter anderem als Seniorberater bei Cardo Communications. Hartmann studierte Volkswirtschaftslehre in Köln und im schottischen Stirling.

MARKT UND MITTELSTAND ist eine Fachzeitschrift für mittelständische Unternehmen. Sie erscheint achtmal im Jahr, nach eigenen Angaben, mit einer Auflage von jeweils 115.000 Exemplaren (2024). Die Zeitschrift richtet sich hauptsächlich an Unternehmen mit fünf bis 250 Millionen Euro Jahresumsatz oder mit einer Größe von 15 bis 500 Mitarbeitern. Auf der Online-Plattform von MARKT UND MITTELSTAND werden regelmäßig die Themen Personal, Gehalt, Recht & Steuern, Einkauf und Zukunftsmärkte behandelt. Verlag der Zeitschrift ist die WEIMER MEDIA GROUP.

Originalartikel
Kommentar: Waum das Ehegattensplitting ersatzlos gestrichen werden sollte
MARKT UND MITTELSTANDBjörn Hartmann
09.04.2026 · 3 Minuten · Deutsch
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