Perspektive

zum Tagesthema vom 02. März 2022
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Kritik

Osteuropa-Expertin: Russland zeigt keine Kompromissbereitschaft

Die Perspektive in 30 Sekunden

Zwar müsse man abwarten, was die nächste Verhandlungsrunde zwischen Russland und der Ukraine bringen werde. Die Osteuropa- und Russland-Expertin bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) zeigt sich jedoch skeptisch. Sie sieht bei der russischen Seite derzeit keinerlei Kompromissbereitschaft, wie sie im Gespräch mit Moderatorin für den SAARLÄNDISCHEN RUNDFUNK () darlegt.

Dabei verweist sie darauf, dass die Kampfhandlungen nach der jüngsten Gesprächsrunde vom Montag sogar noch an Intensität zugenommen hätten. Stattdessen werde versucht, der Ukraine einen Frieden aufzuzwingen, der für diese inakzeptabel wäre – mit allen destabilisierenden Konsequenzen. In dieser Situation die russischen Forderungen überhaupt zu diskutieren, scheine ihr regelrecht absurd.

Stattdessen müsse der Westen auch mit Hilfe Chinas den Druck auf Putin weiter erhöhen sowie die Ukraine in jeder Hinsicht unterstützen, ist Fischer überzeugt. Sie glaubt zudem, dass sich die Stimmung in Russland drehen könnte. „Ein breit angelegter Krieg gegen die Ukraine wird auf Dauer in Russland in der Bevölkerung auf gar keinen Fall eine ähnliche Unterstützung finden wie die Annexion der Krim im Jahr 2014“, so die Expertin.

Anmerkung der Redaktion

ist Osteuropa- und Russland-Expertin bei der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). Die Stiftung ist ein Thinktank, der aus dem Haushalt des Bundeskanzleramtes gefördert wird. Fischer sitzt außerdem geschäftsführend im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde. Seit 2021 ist sie Mitglied des Fachbeirats Europa/Transatlantik der Heinrich-Böll-Stiftung. Davor leitete sie einige Forschungsgruppen und Teams, beispielsweise von 2018 bis 2021 im Projekt „Public Diplomacy. EU and Russia“ des Goethe-Institut Moskau.

ist Hörfunkreporterin beim SAARLÄNDISCHEN RUNDFUNK. Sie arbeitet in der Abteilung Landespolitik. Außerdem wirkt sie für das 2 Kulturradio mit. Sie moderiert dort unter anderem den Podcast „Medien – Cross und Queer“, in dem jede Woche über neue Trends und kontroverse Themen aus der der Medien gesprochen wird. Zuletzt berichtete sie zudem ausführlich zu den deutschlandweiten Protesten gegen die COVID-19-Maßnahmen.

Der SAARLÄNDISCHE RUNDFUNK () wurde 1957 gegründet und ist nach dem RADIO BREMEN die zweitkleinste Rundfunkanstalt der ARD. Wie die anderen Mitglieder der ARD wird auch der SR zum Großteil über den Rundfunkbeitrag finanziert, sein Programm wird von einem Rundfunkrat kontrolliert. Der Rundfunkrat soll sicherstellen, dass die Berichterstattung des Senders unparteiisch erfolgt und gleichzeitig Angebote produziert werden, die das Informationsbedürfnis der Bevölkerung abdecken. Der SR pflegt viele Kooperationen mit dem SÜDWESTRUNDFUNK (SWR): So werden beispielsweise viele Fernsehsendungen gemeinsam von den beiden Sendern produziert und in den jeweiligen Sendegebieten ausgestrahlt. Intendant des SR ist seit 2021 der Journalist Martin Grasmück, der bereits seit seinem Studium für den Hörfunk des Senders tätig gewesen ist.

Originalartikel
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SAARLÄNDISCHER RUNDFUNK (SR)Sabine FischerKatrin Aue
01.03.2022 · 6 Minuten · Deutsch
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