Perspektive

zur Debatte vom 25. Februar 2026
Ist der Wahl-O-Mat eine sinnvolle Entscheidungshilfe?
Contra

Politische Programme lassen sich nicht in einfache Multiple-Choice-Formate pressen

Die Perspektive in 30 Sekunden

kritisiert den Wahl-O-Mat deutlich. In einem Gastbeitrag für das konservative Politikmagazin CICERO schreibt der Unternehmer, Politik sei ein kompliziertes Gebiet. Antworten wie „Stimme zu“ oder „Stimme nicht zu“ werden politischen Fragen daher nicht gerecht, findet Ondruch.

Er glaubt, diese These auch wissenschaftlich beweisen zu können. In einem eigenen KI-Experiment will er gezeigt haben, dass politische Programme nicht in ein Multiple-Choice-Schema passen. „Die Antworten führen schnell zu extremen Szenarien“, berichtet Ondruch. Im Ergebnis wird bei einem Format wie dem Wahl-O-Mat ihm folgend zudem nur das eigene Weltbild weiter bestätigt.

Kritisch sieht er auch bereits die Auswahl der Themen. Dabei werden ihm zufolge viele zentrale Themen und Altersgruppen zu wenig berücksichtigt. Stattdessen orientiere sich die Themenauswahl eher daran, was gerade viel öffentliche Aufmerksamkeit bekomme. Für Ondruch ist klar: „Wer wirklich wissen will, welche Partei zu ihm passt, kommt um eine tiefergehende Auseinandersetzung mit Parteiprogrammen, Reden und politischen Entscheidungen nicht herum.“

Anmerkung der Redaktion

ist Geschäftsführer und CIO der Astellon Pension Management und ist dort für die Kapitalanlage verantwortlich. Seit 1993 ist Ondruch in den internationalen Kapitalmärkten tätig. Dort war er erst als Investmentbanker unterwegs und seit 2007 auch als Investor. Er gründete seine eigene Investmentgesellschaft mit Sitz in London und Fokus auf die DACH-Region. Zuvor war er als Managing Director bei Morgan Stanley in Frankfurt und London für das Geschäft mit Finanzinstitutionen zuständig. Seit 2019 ist der Teil des Stanford Distinguished Careers Institute. Studiert hat er an der Georg-August-Universität in Göttingen und machte dort seinen Master in „business and economics“.

Der CICERO ist ein monatlich erscheinendes Politikmagazin, das 2004 von gegründet wurde. Weimer war bis 2010 Herausgeber und ist aktuell Kulturstaatsminister. Das Magazin gilt als traditionell konservatives Medium. Schwerpunkte der Berichterstattung liegen in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Kultur. Laut dem GOETHE-INSTITUT zielt die vor allem auf eine akademische Leser:innenschaft. Seit der Chefredaktion von und mehren sich auch Stimmen, die dem Magazin vorwerfen, inhaltlich nach rechts gerückt zu sein. Schwennicke ist im Januar 2021 aus der Redaktion ausgestiegen. ÜBERMEDIEN beschrieb den CICERO 2019 als „für ganz links zu rechts, für ganz rechts zu mittig“. Im Mai 2025 sorgte das Magazin für Kontroversen, als es das Geheimgutachten des Verfassungsschutzes zur Einstufung der AfD als rechtsextremistische Organisation in voller Länge veröffentlichte. Die linke Zeitung TAZ kritisierte daraufhin: „Der Cicero, der noch in der vergangenen Woche online gepostet hatte, das Durchstechen des Gutachtens an den Spiegel sei „Geheimnisverrat“ und wohl politisch motiviert, feiert sich nun als Verfechter der kritischen Öffentlichkeit.“ Der Jurist und Medienethiker Luis Paulitsch ordnete den CICERO im Jahr 2025 den Mainstream-Medien zu, die teilweise Begriffe oder Feindbilder aus rechtsalternativen Medien aufgreifen und sich inhaltlich daran annähern. Der Webauftritt des CICERO hatte im März 2026 1,2 Millionen Besuche zu verzeichnen (Quelle: Similarweb). Das Magazin erschien im ersten Quartal 2026 in einer verkauften Auflage von rund 45.500 Exemplaren (IVW). Das entspricht einem Einbruch von 15 % im Vergleich zum Vorjahr, in dem sich die Auflage noch deutlich steigern konnte. Der CICERO erscheint im Verlag Res Publica, der Alexander Marguier und dem Unternehmer Dirk Notheis gehört.

Originalartikel
Ein Blick hinter die Kulissen eines digitalen Wahlhelfers
CICEROBernd Ondruch
10.02.2025 · 6 Minuten · Deutsch
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