Perspektive

zur Debatte vom 01. September 2021
🗳 Sollte der europäische Emissionshandel ausgeweitet werden?
DIE POSITIONEN DER PARTEIEN

Der Preis ist zu niedrig: daher nationaler CO2-Preis

Die Perspektive in 30 Sekunden

Die Grünen unterstützen den aktuellen Emissionshandel nur bedingt. Die CO2-Bepreisung sei ein Instrument von vielen, das wirksam und sozial gerecht angewendet werden sollte, schreiben sie. Zurzeit sei der CO2-Preis auf dem Emissionshandelsmarkt aber noch zu niedrig. Sollte ein ausreichend hoher CO2 Preis auf europäischer Ebene nicht schnell genug erreicht werden „setzen wir auf einen nationalen CO2-Mindestpreis im ETS für Industrie und Strom von 60 Euro pro Tonne CO2“, so die Grünen. Wenn die Grünen an der nächsten Bundesregierung beteiligt sind, wollen sie diesen CO2-Preis schon bis 2023 einführen.

Anders als die CDU/CSU möchten die Grünen den Ausstoß von CO2 durch hohe Preise unattraktiv und damit weniger käuflich machen. „Das EU-Emissionshandelssystem (ETS) ist zu reformieren, um seine Lenkungswirkung voll und ganz zu erfüllen“, heißt es im Parteiprogramm. Die Grünen wollen den Emissionshandel vor allem teurer machen. Sie wollen in einer Reform dafür sorgen, dass es weniger Emissionsrechte auf dem Markt gibt. Dadurch würde der Preis von Emissionsrechten automatisch steigen. Das wiederum sei ein Anreiz für Unternehmen weg von CO2-schädlichen Energieträgern wie Kohlestoff und hin zu erneuerbaren Energien zu kommen.

Zudem möchten die Grünen den Schiff- und Luftverkehr in den Emissionshandel miteinbeziehen. Das soll helfen diese Bereiche im Verkehrssektor klimaneutral zu machen.

Die Grünen möchten zusätzlich die Einnahmen aus dem nationalen CO2-Preis als Energiegeld pro Kopf an die Menschen zurückgeben. Anders als bei CDU/CSU,  die den Strom günstiger machen wollen, profitieren in diesem Modell Bürger:innen durch eine Geldsumme, die direkt an sie gegeben wird.

Anmerkung der Redaktion

Originalartikel
Wahlprogramm der Grünen
13.06.2021 · 4 Stunden · Deutsch
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