Perspektive

zur Debatte vom 01. September 2021
🗳 Brauchen wir einen bundesweiten Mietendeckel?
ARGUMENTE AUS DEN MEDIEN

Preisdeckel funktionieren in unserem marktwirtschaftlichen System nicht

Die Perspektive in 30 Sekunden

Zwingend müsse die Politik auf die Wohnungskrise reagieren, kommentiert der Wirtschaftsjournalist im REDAKTIONSNETZWERK DEUTSCHLAND. Der Versuch eines Mietendeckels, der als Lehrbeispiel für ganz Deutschland gehandelt wurde, sei aber nicht nur rechtlich, sondern auch ökonomisch der falsche Weg. Denn ein strikter Preisdeckel funktioniere in marktwirtschaftlich organisierten Systemen selten bis nie.

In Berlin etwa habe im Vorfeld auch der Verkauf Tausender kommunaler Wohnungen an private Investoren die Mietpreise in die Höhe getrieben. Dies mit einem strikten Preisdeckel zu bekämpfen, führe aber langfristig nur dazu, dass Investor:innen verschreckt und vertrieben werden. Investor:innen brauche es aber, um neue Wohnungen zu bauen und damit das Angebot zu vergrößern.

Wenn man aus dem sogenannten Modellprojekt Berlin lernen wolle, sollte man jetzt nicht auf einen bundesweiten Mietendeckel drängen, meint Wenzel. Zwar müssten sich die Kommunen tatsächlich viel stärker in der Stadtentwicklung engagieren. Allerdings nicht mit Preisdeckeln. Sondern Politiker:innen sollten sich mit „intelligenten Konzepten“ für neuen bezahlbaren Wohnraum einsetzen, meint der Journalist. Zudem müsse es eine Lehre aus Berlin sein, die Zahl preiswerter Wohnungen in kommunaler Hand in Zukunft deutlich zu vergrößern.

Anmerkung der Redaktion

Das REDAKTIONSNETZWERK DEUTSCHLAND (RND) ist eine 2013 gegründete überregionale Nachrichtenplattform der Madsack-Mediengruppe mit Hauptsitz in Hannover. Die Chefredaktion haben Sven Clausen und inne. Das RND ist das Ergebnis von Umstrukturierungen und Sparmaßnahmen bei Lokalmedien. Dabei beliefert das RND mehr als 125 Medienmarken, darunter vor allem Regionalzeitungen, mit überregionalen Inhalten, während die Medien ihre regionalen Inhalte überwiegend eigenständig erstellen. Dazu zählen einerseits Titel von Madsack, wie etwa die LEIPZIGER VOLKSZEITUNG, die HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG und die MÄRKISCHE ALLGEMEINE ZEITUNG, zusätzlich aber auch Partnermedien wie der KÖLNER STADTANZEIGER, die NEUE WESTFÄLISCHE und die WESTDEUTSCHE ZEITUNG. Eigenen Angaben zufolge erreichen die Medien des RND damit eine Gesamtreichweite von 7,2 Leser:innen (Stand 2025). Laut der Plattform Similarweb hatte der Webauftritt des RND im Februar 2026 rund 3,6 Millionen Besuche zu verzeichnen. Größter Einzelaktionär von Madsack ist die ddvg (Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft), die sich vollständig im Besitz der SPD befindet. Diese Beteiligung sorgt regelmäßig für Debatten über möglichen parteipolitischen Einfluss auf Medienunternehmen. Eine große Beteiligung hält außerdem die Tochter des Madsack-Gründers, Sylvia Madsack.

Originalartikel
Berlin, das gescheiterte Lehrbeispiel für alle Bürgermeister im Land
REDAKTIONSNETZWERK DEUTSCHLAND (RND)
15.04.2021 · 3 Minuten · deutsch
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