Perspektive
zur Debatte vom 04. März 2022
Rätseln über die Motive des Kriegstreibers: Handelt Putin noch rational? Pro
Putin hat Blut an seinen Händen – aber er ist kein Wahnsinniger
Die Perspektive in 30 Sekunden
Der konservative Journalist Brian Stewart glaubt nicht, dass Wladimir Putin verrückt geworden ist. Auf der US-Nachrichtenplattform THE BULKWALK argumentiert er: „Seine Hände sind zwar mit Blut bedeckt. Zu sagen, dass er irrational handelt, ist aber falsch.“
Stewart bekräftigt in aller Deutlichkeit: „Putin ist kein Wahnsinniger.“ Der russische Präsident habe nie einen Hehl aus seinen imperialen Großmachtinteressen gemacht. Und diese Interessen habe er mit „unerschütterlicher Hingabe“ verfolgt – wie auch jetzt im Krieg gegen die Ukraine, so der Journalist. Für Putin sei es daher völlig rational, so weiterzumachen. Bisher sei ihm nämlich kein nennenswerter Widerstand vom Westen entgegengeschlagen. Vielmehr sei Putin für seine „Kriegslust“ immer belohnt worden. Denn Russland sei dadurch wirtschaftlich und militärisch gewachsen.
Stewart veranschaulicht sein Argument am Beispiel der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim im Jahr 2014. Damals „weigerten sich die europäischen Länder, Sanktionen zu verhängen oder Russland von der Weltwirtschaft zu isolieren.“ Russland konnte sich die Halbinsel damit einfach einverleiben, so Stewart. Die EU-Sanktionen seien erst dann verhängt worden, als russische Separatisten ein Passagierflugzeug mit EU-Bürger:innen abschossen, erinnert der Journalist.
Anmerkung der Redaktion
Brian Stewart ist konservativer Journalist und Autor. Er hat unter anderem für das WALL STREET JOURNAL, THE SAILY BEAST und THE AMERICAN INTEREST geschrieben. Er schreibt hauptsächlich über die US-amerikanische Außen- und Verteidigungspolitik und analysiert laut eigener Aussage die Krise der republikanischen Partei seit Trump.
THE BULWARK ist eine konservative, US-amerikanische Nachrichtenplattform, die 2018 von Charlie Sykes und Bill Kristol gegründet worden ist. Skyes ist ein rechtskonservativer Kolumnist und war stellvertretender Chefredakteur von THE WEEKLY STANDARD, Kristol war unter anderem bei CNN und hat als Politikberater mehrere republikanische Politiker:innen beraten. Laut eigenen Angaben richtet sich die Plattform gegen Ex-Präsident Trump und will eine „faktenbasierte Mitte-Rechts-Stimme zu schaffen, die der Trumpismus nicht eingeschüchtert hat“. Trotzdem steht THE BULWARK in vielen seiner Beiträge Trump in nichts nach. Die Plattform bietet verschwörungstheoretische Hetzkampagnen gegen Hillary Clinton und lehnt demokratische Prozesse ab.
Originalartikel
Putin’s No Madman
THE BULWARK
Brian Stewart 25.02.2022 ·
2 Minuten ·
Englisch
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