Perspektive
zur Debatte vom 23. Februar 2022
Hat der Westen im Umgang mit Russland versagt? Contra
Putin hat sich verrechnet: Die Eskalation trifft Russland härter als den Westen
Die Perspektive in 30 Sekunden
Der Westen habe keinen Fehler im Ukraine-Konflikt gemacht, meint Daniel Goffart. Es sei ganz im Gegenteil Russlands Präsident Wladimir Putin, der sich verrechnet habe. Laut Goffart unterschätzt Putin die wirtschaftlichen Konsequenzen für Russland, die der Einmarsch in die Ostukraine nach sich zieht. In einem Kommentar in der WIRTSCHAFTSWOCHE meint der Chefreporter, dass der Westen besser mit den Folgen leben kann als Russland. Putin habe sich verrechnet. „Putin zählt Panzer, aber keine Prozente“, kommentiert Goffart süffisant.
„Die wirtschaftlichen Kosten für die absehbare Annexion der Ostukraine werden das russische Wachstum und den Staatshaushalt schnell, massiv und auch lange belasten“, skizziert Goffart. Fehlende Öl- und Gaseinnahmen sowie wegbrechende Finanzgeschäfte mit dem Westen würden der Wirtschaft Russlands schwer schaden.
Außerdem würde die russische Bevölkerung den Einmarsch in die Ostukraine ausbaden müssen, indem der bereits wirtschaftlich schwache Lebensmittelmarkt noch mehr leiden wird, fährt Goffart fort.
Der Westen hingegen könne sich die Eskalation des Ukraine-Konflikts eher leisten. Zwar sei der Westen gezwungen, seine Energiepolitik zu überdenken und nach Alternativen zu suchen. Jedoch würden die wirtschaftlichen Folgen Russland härter treffen, so Goffart.
Anmerkung der Redaktion
Daniel Goffart ist Journalist, Autor und berichtet seit Mai 2024 als Chefkorrespondent der WIRTSCHAFTSWOCHE aus Brüssel über EU-Politik. Zuvor war er Chefreporter der WIRTSCHAFTSWOCHE in Berlin. Er hat sein erstes juristisches Staatsexamen in Bonn absolviert und danach sein Volontariat bei der AACHENER ZEITUNG abgeschlossen. Goffart hat unter anderem als Reporter für die BERLINER MORGENPOST, als Hauptstadt-Korrespondent in Bonn und als Ressortleiter für Wirtschaft und Politik für das HANDELSBLATT und als Leiter der Hauptstadtredaktion für den FOCUS gearbeitet. Er hat unter anderem das Buch „Das Ende der Mittelschicht – Abschied von einem deutschen Erfolgsmodell“ (2019) geschrieben und veröffentlichte zuletzt in Zusammenarbeit mit anderen Autorinnen eine Biografie von Ursula von der Leyen sowie ein Buch über Friedrich Merz.
Die WIRTSCHAFTSWOCHE ist ein seit 1926 bestehendes überregionales Wirtschaftsmagazin mit Sitz in Düsseldorf. In ihrer Ausrichtung gilt die Wochenzeitschrift als wirtschaftsliberal. Die WIWO gehört zu den Pflichtblättern an den Börsen in Düsseldorf und Frankfurt und wird vor allem für ihre Berichterstattung mit Rankings, etwa zu Hochschulen oder Städten, beachtet. Der Vermarkter iq media zeichnet die Hauptzielgruppe der WIWO als männlich, mittelständisch und überdurchschnittlich wohlhabend. Seit 2010 veranstaltet die WIWO jährlich zusammen mit der Akademie Deutscher Weltmarktführer das Gipfeltreffen der Weltmarktführer in Schwäbisch Hall, das bundesweit größte Treffen mittelständischer Unternehmen mit globaler Spitzenstellung. Chefredakteur der Zeitschrift ist Horst von Buttlar. Die verkaufte Auflage der WIWO lag zuletzt bei rund 89.000 Exemplaren (IVW Q1/2026). Die Website der WIWO verzeichnete im März 2026 7,5 Millionen Aufrufe (Quelle: Similarweb). Die Zeitschrift wird von der Handelsblatt Media Group herausgegeben, die der DvH Medien GmbH der Familie Holtzbrinck gehört. Der DvH gehören außerdem die Titel HANDELSBLATT und TAGESSPIEGEL sowie 50 % Anteile an der ZEIT.
Originalartikel
Putin rechnet falsch
WIRTSCHAFTSWOCHE (WIWO)
Daniel Goffart 22.02.2022 ·
1 Minute ·
deutsch
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