Perspektive
zum Tagesthema vom 08. Oktober 2025
EU-Parlament stimmt für Verbot von „Tofu-Wurst“ und „Veggie-Schnitzel“ Nah Dran
Rügenwalder-Sprecher: „Rund 70 Prozent unseres Portfolios wären betroffen“
Die Perspektive in 30 Sekunden
Im tendenziell linken Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL hat die Wirtschaftsredakteurin Maria Marquart mit Jörg Pfirrmann von der Firma Rügenwalder Mühle über ein mögliches Verbot für die Veggie-Wurst-Bezeichnungen gesprochen. Laut dem Sprecher der dortigen Geschäftsführung würde ein solches Verbot spürbare Folgen für den Hersteller haben.
„Wir bräuchten für etwa 60 Produkte neue Namen, müssten alle Verpackungen umstellen, Produktbeschreibungen, Webseiten und Werbung ändern“, beschreibt Pfirrmann die Auswirkungen eines Verbots. Allein aufgrund all dieser Anpassungen würden ihm zufolge Kosten in Höhe eines mittleren einstelligen Millionenbetrags für den Hersteller entstehen.
Doch das sei nur Teil des Problems: „Durch das Benennungsverbot würden uns aber auch Neukunden verloren gehen“, erklärt Pfirrmann. Denn potenzielle Kunden haben sich ihm zufolge an die vertrauten Bezeichnungen gewöhnt – Änderungen könnten demnach einen Orientierungsverlust für Verbraucher:innen bedeuten. „Pro Jahr könnte uns das Umsatz im zweistelligen Millionenbereich kosten“, veranschaulicht Pfirrmann.
Anmerkung der Redaktion
Maria Marquart ist Journalistin und Redakteurin im Wirtschaftsressort des SPIEGEL. Sie hat Kommunikationswissenschaft, Politik und Geschichte studiert und eine Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule absolviert. Bevor sie 2019 zum SPIEGEL kam, zunächst als Politikredakteurin, war Marquart unter anderem Süddeutschland-Korrespondentin bei der US-amerikanischen Nachrichtenagentur ASSOCIATED PRESS.
Jörg Pfirrmann ist Sprecher der Geschäftsführung der Rügenwalder Mühle Carl Müller GmbH & Co. KG. Bevor er seine Position als Chief Financial Officer (CFO) und Co-Geschäftsführer bei der Rügenwalder Mühle übernahm, war er Mitgründer und drei Jahre lang Geschäftsführer der 4friends2work GmbH – einer in Hannover ansässigen Unternehmensberatung mit Fokus auf die Food- und Ernährungsbranche. Zuvor arbeitete er beim international führenden Pharma- und Laborzulieferer Sartorius in Göttingen, wo er schließlich als Vorstandsmitglied und CFO tätig war. Sein Studium der Wirtschaftswissenschaften schloss Pfirrmann an der Leibniz Universität Hannover mit Diplom in Ökonomie ab.
DER SPIEGEL ist ein deutsches Nachrichtenmagazin, das 1947 von Rudolf Augstein gegründet wurde. Seinen Sitz hat das Magazin seit 2011 in Hamburg, Chefredakteur ist Dirk Kurbjuweit. DER SPIEGEL ist mehrfach preisgekrönt und zählt zu den deutschsprachigen Leitmedien: Er genießt großes Vertrauen und prägt die gesellschaftliche Debatte und Öffentlichkeit. Im vierten Quartal 2025 hatte das gedruckte Wochenmagazin eine Auflage von rund 625.000 verkauften Exemplaren (IVW). Eine zentrale Rolle im Magazin nimmt bis heute der investigative Journalismus ein. 1963 führten eine solche Recherche und die sogenannte SPIEGEL-Affäre dazu, dass der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Strauß sein Amt räumen musste. 2018 wurde bekannt, dass der langjährige Mitarbeiter Claas Relotius wesentliche Inhalte von – teils preisgekrönten – SPIEGEL-Reportagen erfunden hatte. Hiernach reichte Relotius seine Kündigung ein. Das Blatt sprach von „einem Tiefpunkt in der 70-jährigen Geschichte des SPIEGEL“. 2021 wurden in Reaktion darauf die sogenannten Spiegel-Standards für Qualitätsjournalismus erarbeitet. DER SPIEGEL wird traditionell als eher linksliberales Medium gesehen, auch in Abgrenzung zu den anderen großen deutschen Nachrichtenmagazinen, dem FOCUS und dem STERN. Bereits Gründer Rudolf Augstein verortete sein Magazin „im Zweifel links“. 1994 ging SPIEGEL ONLINE als erstes Nachrichten-Magazin weltweit online. Im April 2026 verzeichnete die Website des SPIEGELS rund 71,5 Millionen Aufrufe (Quelle: Similarweb). DER SPIEGEL wird vom Spiegel-Verlag herausgegeben. An der SPIEGEL-Gruppe ist der international extrem einflussreiche Medienkonzern Bertelsmann über eine Tochtergesellschaft mit 25,5 Prozent beteiligt. Weitere 24 Prozent der Anteile entfallen auf die Familie Augstein. Die Mehrheit von 50,5 Prozent wird von den Mitarbeiter:innen des Verlags über eine Beteiligungsgesellschaft (Mitarbeiter-KG) gehalten, die sich demokratisch organisiert und regelmäßig ihre Vertreter:innen wählt.
Originalartikel
Darf Veggie-Wurst noch Wurst heißen?
DER SPIEGEL
Maria MarquartJörg Pfirrmann 01.10.2025 ·
2 Minuten ·
Deutsch
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