Perspektive

zur Debatte vom 01. September 2021
🗳 Sollten Waffenlieferungen in Krisengebiete verboten werden?
ARGUMENTE AUS DEN MEDIEN

Rüstungsexporte in Krisengebiete sind ein blutiges Geschäft

Die Perspektive in 30 Sekunden

Eine „moralische Bankrotterlärung“. So nennt Politikdidaktiker und Autor in einem Blogeintrag auf DER FREITAG Waffenlieferungen in Krisengebiete. Rüstungsexporte seien „Brandbeschleuniger“ in militärischen Konflikten. Am Ende gingen die Waffenlieferungen immer zulasten der Zivilbevölkerung, warnt Moegling.

Moegling meint: Bei Waffenlieferungen in Krisengebiete seien immer auch politische und moralische Interessen im Spiel. Zum einen verfolgen Politiker:innen, so Moegling, ökonomische Interesse – sie stehen unter dem Druck der Waffenlobby und wollen Arbeitsplätze sowie Steuereinnahmen sichern. Zum anderen spielen geopolitische Motive eine Rolle. Waffen werden in Staaten exportiert, von denen sich die Politiker:innen „im Falle ihres militärischen Sieges einen Vorteil erhoffen“, kritisiert er.

Eigentlich seien die gesetzlichen Regelungen „genügend restriktiv und verantwortungsvoll formuliert“, um gefährliche Waffenexporte zu verhindern. Jedoch verfolge die deutsche Rüstungsindustrie aktiv Strategien, mit denen sie Exportkontrollen vermeide. Werden die Exporte im offiziellen Genehmigungsverfahren abgelehnt, lagere die Rüstungsindustrie die Waffenproduktion in Staaten aus, die lockere Exportrichtlinien haben. Moegling ruft deshalb dazu auf, bei der bevorstehenden Bundestagswahl bewusst Parteien zu wählen, die sich entschieden gegen Rüstungsexporte positionieren.

Anmerkung der Redaktion

ist Politikwissenschaftler, Soziologe und Autor des Buches „Neuordnung – Eine friedliche und nachhaltig entwickelte ist (noch) möglich“. Außerdem ist er Professor für Gesellschaftswissenschaften der Universität zu Kassel. Moegling engagiert sich politisch in den Bereichen Bildung, Umwelt und Friedenspolitik.

DER FREITAG ist eine überregionale deutsche Wochenzeitung, die nach der Wende 1990 aus dem Ost-Berliner Sonntag, der DKP-nahen „Deutschen Volkszeitung“ und der Monatszeitschrift „Die Tat“ hervorgegangen ist. Ziel der Gründer war es damals, mit ihrer Zeitung das Zusammenwachsen der beiden deutschen Staaten zu begleiten und ein Forum für die Ost-West-Debatte zu bieten. Seit 2008 gehört DER FREITAG dem SPIEGEL-Erben , Chefredakteur:innen sind Philip Grassmann und . EUROTOPICS ordnet die Wochenzeitung in ihrer Grundhaltung als linksliberal ein, auch DER FREITAG wirbt selbst damit, seine „Leserschaft mit seinen Qualitäten als linksliberale Wochenzeitung“ zu begeistern. Herausgeber Augstein sowie TAGESSPIEGEL und TAZ sprechen hingegen von einer dezidiert „linken Zeitung“. Kontrovers wurde innerhalb der und Leserschaft die Entscheidung diskutiert, 2017 den ehemaligen CDU-Abgeordneten und umstrittenen Publizisten zum Herausgeber der Zeitung zu ernennen. Das führte dazu, dass dieser die Zeitung bereits 2018 wieder verließ. Die Zeitung veranstaltet die politische Veranstaltungsreihe „Freitag-Salon“ in Kooperation mit dem öffentlich-rechtlichen Berliner Radiosender RADIOEINS, der die Diskussion mit Jakob Augstein und seinem jeweiligen Gast live im Radio überträgt. Außerdem hat der FREITAG eine Kooperation mit der britischen Tageszeitung THE GUARDIAN für den deutschsprachigen Raum. Dabei erscheinen Artikel des GUARDIAN im FREITAG in deutscher Sprache. DER FREITAG hatte laut IVW im 1. Quartal 2026 eine verkaufte Auflage von rund 28.000 Exemplaren und verzeichnet damit eine positive Entwicklung. Sein Webauftritt hatte laut Similarweb im April 2026 rund 391.300 Besuche zu verzeichnen.

Originalartikel
Waffen - Ein blutiges Geschäft
DER FREITAGKlaus Moegling
07.09.2020 · 5 Minuten · deutsch
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