Perspektive

zur Debatte vom 27. August 2024
Kann die Ukraine den Krieg gegen Russland noch gewinnen?
Contra

Russland ist dem Sieg näher – und daran ist der Westen mit Schuld

Die Perspektive in 30 Sekunden

„Für Wladimir Putin ist der Sieg in greifbare Nähe gerückt“, schreibt die russisch-amerikanische Schriftstellerin und Sozialhistorikerin in THE NEW YORK TIMES, „unabhängig davon, wer im nächsten Jahr im Weißen Haus sitzen wird.“

In den vergangenen zweieinhalb Jahren haben westliche Staats- und Regierungschefs immer wieder betont, dass sie an der Seite der Ukraine stehen. Doch trotzdem behandeln sie den Krieg weiterhin als einen lokalen Konflikt, in dem sie kaum Verpflichtungen haben, kritisiert Edel. Diese Inaktivität habe den Russen die Angst vor der NATO genommen, die zu Beginn der Invasion spürbar war, so die Schiftstellerin.

Das habe Russland ermöglicht, seine Wirtschaft und das gesamte Land auf Kriegsfuß zu stellen. An einem bestimmten Punkt werde die bereits bis zum Äußersten getestete ukrainische Entschlossenheit nachlassen, prognostiziert Edel – und ein Friedensabkommen mit Putin werde dem Tod vorgezogen werden. Der russische Präsident plane bereits seinen Sieg.

Anmerkung der Redaktion

ist eine russisch-amerikanische Schriftstellerin und Sozialhistorikerin. Momentan arbeitet sie als Kunstkritikerin bei der PIEDMONT POST und verfasst ihr neues Buch „The Gone Empire“. Außerdem unterrichtet sie Geschichte am Osher Lifelong Learning Institute der University of California, Berkeley. Edel ist die Autorin des kompakten Führers „Russia: Putin’s Playground“, der einen Überblick über die russische Geschichte, Politik und Kultur bietet. Ihre Artikel sind in renommierten Publikationen wie der NEW YORK REVIEW OF BOOKS, der NEW YORK TIMES, der LOS ANGELES TIMES, PROJECT SYNDICATE, QUARTZ und WORLD LITERATURE TODAY erschienen.

THE NEW YORK TIMES ist eine US-amerikanische Tageszeitung mit Sitz in New York. Sie erschien erstmals 1851. Sie gilt als die weltweit einflussreichste Zeitung. Die redaktionelle Modernisierung der NEW YORK TIMES in den 1970er-Jahren, in der die Zeitung in verschiedene Ressorts gegliedert wurde, ist bis heute weltweit maßgeblich für Tageszeitungen. Die Zeitung hat 125 Pulitzer-Preise gewonnen und damit mehr als jede andere Nachrichtenorganisation. Die SUNDAY NEW YORK TIMES hat eine durchschnittliche Auflage von über 1,1 Millionen. Der Internetauftritt der Zeitung hat laut Plattform Similarweb, die Statistiken zum Nutzerverhalten darstellt, um die 642 Millionen Besuche pro Monat (Stand: Juli 2024). Sie gilt als linksliberal, obwohl die NEW YORK TIMES verschiedenste politische Stimmen zu Wort kommen lässt. Jedoch gab es 2021 Vorwürfe der Cancel Culture, als der Chefredeakteur Dean Baquet den Journalisten Donald McNeil Jr. zur Kündigung triebd, weil dieser in einer Diskussion über Rassismus das N-Wort als Zitat verwendet hatte (um rassistische Sprache zu kritisieren). Zeitgleich wurde der Zeitung ein zu schnelles Entlassen der Journalistin Lauren Wolfe wegen eines Tweets über Joe Biden vorgeworfen. Interne Umfragen der Zeitung im Februar 2021 ergaben außerdem, dass knapp die Hälfte der Mitarbeiter intern nicht mehr ihre eigene Meinung sagen würden und den Eindruck haben, dass unterschiedliche Sichtweisen nicht mehr in der Zeitung erwünscht seien.

Originalartikel
Putin Has Victory in His Grasp
THE NEW YORK TIMESAnastasia Edel
13.08.2024 · 5 Minuten · Englisch
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