Perspektive
zur Debatte vom 11. Juli 2025
Sollte das „begleitete Trinken“ für Jugendliche verboten werden? Contra
„Sie machen’s sowieso“: Das Verbot von begleitetem Trinken ist nicht sinnvoll
Die Perspektive in 30 Sekunden
Robin Halle stellt zwar klipp und klar fest, dass Alkohol gefährlich ist. Dennoch hält er nicht viel davon, das begleitete Trinken für Jugendliche abzuschaffen. „Sie machen’s sowieso“, argumentiert das Mitglied der Chefredaktion bei der regionalen Tageszeitung SCHWÄBISCHE ZEITUNG.
Denn niemand kann Halle zufolge ausschließen, dass Alkohol im Verbotsfall heimlich konsumiert wird. Halle hält das im Gegenteil sogar für sehr wahrscheinlich. Und so hält er es für besser, wenn die Kinder unter Aufsicht der Eltern trinken, als heimlich mit ihren Freunden. Denn das kann ihm zufolge sogar einen erzieherischen Effekt haben.
Dabei erinnert er sich an seine eigene Jugend, als ihm sein Vater erlaubt hat, einige Gläser Whisky zu probieren. „Natürlich verbrachte ich die Nacht brechend auf der Toilette“, berichtet er. „Die Lehre daraus: Ich habe bis zum 17. Lebensjahr keinen Alkohol mehr angerührt.“
Anmerkung der Redaktion
Robin Halle ist Mitglied der Chefredaktion des NORDKURIERS und der SCHWÄBISCHEN ZEITUNG. Er ist außerdem zuständig für das zentrale Themenmanagement der Produkte des schwäbischen Verlags des süddeutschen Medienunternehmens Schwäbisch Media. Der katholisch-konservative Redakteur hat sich in einer Predigt gegen Abtreibung ausgesprochen. Zudem hat er vor der Pränataldiagnostik gewarnt, durch die vor der Geburt festgestellt werden kann, ob ein Kind mit Behinderungen geboren werden wird. Da viele Eltern abtreiben, wenn sie etwa erfahren, dass ihr Kind mit Down-Syndrom zur Welt kommen würde, hält Halle die Untersuchungen für gefährlich. Für den NORDKURIER hat Halle unter anderem ein Gespräch mit seinem 16-jährigen Sohn geführt, der die Schule abbrechen und zur Bundeswehr gehen will.
Die SCHWÄBISCHE ZEITUNG ist ein christlich-konservatives Regionalblatt aus Baden-Württemberg mit Sitz in Ravensburg, die 1945 gegründet wurde. An vielen Orten, an denen sie erscheint, hat sie eine Monopolstellung und gilt als Flagschiff ihres Medienhauses SCHWÄBISCH MEDIA. Im zweiten Quartal 2025 lag die verkaufte Auflage der Zeitung bei rund 124.000 Exemplaren. Im Buch „Wir können alles“ von Josef-Otto Freudenreich, dem Chefreporter der STUTTGARTER ZEITUNG, wird der SCHWÄBISCHEN ZEITUNG vorgeworfen, dass sie sich inhaltlich immer weiter an ein Boulevardblatt annähere und immer unkritischer werde. Beobachter:innen werfen dem Blatt zudem vor, einen dramatischen Kurswechsel nach rechts vollzogen zu haben. Die TAZ zitiert Redakteur:innen der Zeitung. Sie sagen: „Es gibt einen Ruck zu rechtspopulistischen Inhalten, die wir als Belegschaft mit großer Sorge sehen“ und sprechen von einem „verschwörerischen und populistischen Unterton“, der eine bestimmte Zielgruppe triggern soll.
Originalartikel
Sie machen's sowieso: Jugendliche sollten weiter mit ihren Eltern zusammen trinken können
SCHWÄBISCHE ZEITUNG
Robin Halle 03.07.2025 ·
1 Minute ·
Deutsch
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