Perspektive
zur Debatte vom 03. Dezember 2025
Sollte die EU ein gesetzliches Mindestalter für die Nutzung sozialer Netzwerke durchsetzen? Pro
Soziale Medien sind unsicherer als deutsche Straßen bei Nacht
Die Perspektive in 30 Sekunden
„Kinder unter 14 Jahren brauchen keine sozialen Medien“, kommentiert Hauptstadtkorrespondentin Valerie Höhne. Bei der linksliberalen Tageszeitung SÜDDEUTSCHE ZEITUNG (SZ) spricht sie sich klar für ein gesetzlich festgelegtes Mindestalter zur Nutzung sozialer Medien aus.
Laut Höhne sind sich 85 % der Erwachsenen einig darüber, dass ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche das Richtige ist. Ihr zufolge gibt es viele Gefahren für Jugendliche in den sozialen Medien, wie zum Beispiel einen Suchtfaktor durch „bunte Bilder und schnelle Schnitte“, Annäherungen von Erwachsenen über Chatfunktionen oder Beleidigungen und Ausschluss im Klassenraum. Laut ihr sind soziale Medien unsicherer als deutsche Straßen bei Nacht – und brauchen deswegen die Regulierung der Älteren.
Höhne zufolge haben Altersgrenzen für Alkoholkonsum, Autofahren oder zum Wählen eine Sinnhaftigkeit und einen gesellschaftlichen Wert. Sie schreibt: „Alter bringt Privilegien mit sich, auch weil die Gesellschaft glaubt, dass die Fähigkeit zur Selbstreflexion und Verantwortungsübernahme mit dem Erwachsenwerden steigt.“ Am Beispiel Australiens, wo in einem Monat eine Social-Media-Altersgrenze in Kraft tritt, soll Deutschland lernen und Schlüsse für ein eigenes Modell ziehen.
Anmerkung der Redaktion
Valerie Höhne (*1991) ist Redakteurin bei der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG (SZ). Von April 2024 bis September 2025 war sie Leitende Redakteurin für den Dossier und vorher politische Korrespondentin im Hauptstadtbüro des TAGESSPIEGELS. Die studierte Biologin hat die Deutsche Journalistenschule in München besucht. Später war sie Redakteurin beim Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL und SPIEGEL ONLINE. Als Co-Host moderiert sie zudem gemeinsam mit Kollegin Maria Popov den wöchentlichen Nachrichten-Podcast „Stand der Dinge“.
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG (SZ) ist eine überregionale Tageszeitung aus München und gilt als eines der deutschen Leitmedien. Sie erscheint seit 1945 als Nachfolgerin der MÜNCHNER NEUESTEN NACHRICHTEN und ist besonders durch ihre „Seite Drei-Reportagen“ und die kritische Glosse „Streiflicht“ bekannt. Chefredakteurin ist Judith Wittwer. Mit einer verkauften Auflage von zuletzt rund 449.000 Exemplaren (IVW Q4/2025) hat sie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht an Lesenden gewonnen. Nach der BILD ist sie in Deutschland die am zweitmeisten verkaufte Tageszeitung. Die Website der SZ wurde im März 2026 31,6 Millionen Mal aufgerufen. Die Blattlinie der Zeitung gilt als linksliberal. Zusammen mit den öffentlich-rechtlichen Sendern WDR und NDR hat die SZ einen investigativen Rechercheverband, der zahlreiche Recherchen veröffentlichte – unter anderem zu Steuerschlupflöchern oder über die Ibiza-Affäre um den damaligen FPÖ-Vorsitzenden Heinz-Christian Strache. Seit 2025 hat die SZ eine Partnerschaft mit dem US-Magazin THE ATLANTIC, bei der wöchentlich fünf Texte des Magazins im Original veröffentlicht werden. Für die Aufklärung über die sogenannten „Panama Papers“ erhielten SZ-Journalist:innen 2017 als einziges deutsches Medium einen Pulitzer-Preis für investigative Recherche. Anfang 2024 wurde berichtet, die Chefredaktion habe zur Aufdeckung möglicher Informanten Kommunikationsdaten von Redaktionsmitgliedern überprüfen lassen. Dies löste Kritik aus, unter anderem von Reporter ohne Grenzen, die einen Verstoß gegen den Quellenschutz bemängelten. Die SZ wird seit 1947 von der Süddeutschen Verlags GmbH produziert. Eine Mehrheit am Süddeutschen Verlag (81,3 Prozent) hält die Südwestdeutsche Medien Holding GmbH (SWMH). Weitere 18,8 Prozent entfallen auf die SV Friedmann Holding GmbH, die die Interessen der Münchner Verlegerfamilie Friedmann vertritt.
Originalartikel
Kinder brauchen viel, aber sicher keine sozialen Medien
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG (SZ)
Valerie Höhne 16.11.2025 ·
2 Minuten ·
Deutsch
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