Perspektive

zur Debatte vom 03. November 2025
Sollte Deutschland Rückführungen nach Syrien vorantreiben?
Contra

Statt über Abschiebungen sollte man über bessere Integration reden

Die Perspektive in 30 Sekunden

„Syrien ist ein Land im Wiederaufbau, aber eines, das noch keinen festen Boden unter den Füßen hat“, meint . Die Redaktionsleiterin für Agenda bei der linksliberalen Tageszeitung FRANKFURTER RUNDSCHAU (FR) plädiert für bessere Integration, statt für Abschiebungen.

„In Deutschland übernehmen Syrer:innen längst wichtige Aufgaben“, erinnert Merholz. In der Pflege, in den Werkstätten, in der Landwirtschaft, oder als Selbstständige im Handel: „Die Gesichter sind längst vertraut geworden“, so die Autorin. Und Deutschland braucht sie.

Ihr zufolge fänden viele dieser Menschen im zerstörten Syrien weder Zuhause noch Arbeit, oder Sicherheit. In Deutschland dagegen sind neue Wurzeln gewachsen, so Merholz. Sie ist sich sicher: „Eines Tages wird Syrien wieder ein Land sein, in das man guten Gewissens zurückkehren kann – Aber heute ist dieser Tag noch fern.“

Anmerkung der Redaktion

ist Journalistin, Mitglied der Chefredaktion der FRANKFURTER RUNDSCHAU und Redaktionsleiterin Agenda. Seit über 20 Jahren berichtet sie über Politik und gesellschaftliche Entwicklungen in Deutschland. Zuvor arbeitete sie als stellvertretende Chefredakteurin für IPPEN DIGITAL. Zuvor war sie unter anderem als Leiterin für strategische Kommunikation und Innovation für die deutsche Bundestagsfraktion der CSU tätig. Von 2008 bis 2019 hat sie zudem für den AXEL SPRINGER Verlag gearbeitet. Merholz hat Kommunikations- und Medienwissenschaften, Journalismus und Wirtschaft an der Universität Freiburg studiert.

Die FRANKFURTER RUNDSCHAU (FR) ist eine Tageszeitung mit Sitz in Frankfurt am Main, Chefredakteurin ist Sabrina Hoffmann. Die FR erschien erstmals 1945 und sollte ein linksliberales Gegenmodell zur eher konservativ ausgerichteten Frankfurter Konkurrenz (FAZ, FNP) darstellen. Durch die Medienkrise brach das sonst auflagenstarke Blatt ab 2001 ein und musste 2012 Insolvenz anmelden. Das Goethe-Institut bemerkte 2011, das einstige „Leitmedium der linken Intellektuellen“ sei redaktionell „bis zur Bedeutungslosigkeit ausgedünnt“. Nach mehreren Übernahmen und Verkäufen in den letzten zwanzig Jahren gehört die FR seit 2018 zur Ippen-Verlagsgruppe, einem der größten Medienkonzerne in Deutschland. Zu ihm gehören etwa der MÜNCHNER MERKUR, die TZ und der WESTFÄLISCHE ANZEIGER. Der Ippen-Konzern stand 2021 in der Kritik, weil Verlagschef eine kritische Berichterstattung seines verlagseigenen Investigativ-Teams über den umstrittenen Ex-BILD-Chefredakteur verboten hatte. Im Januar 2026 machte ÜBERMEDIEN darauf aufmerksam, dass die Ippen-Medien FRANKFURTER RUNDSCHAU und der MERKUR eine Reportage des britischen GUARDIANS teils direkt übernommen hatten, vermutlich mithilfe von Künstlicher Intelligenz. Die Auflage der FRANKFURTER RUNDSCHAU wird nur zusammen mit anderen Publikationen des Ippen-Konzerns im Raum Hessen ausgegeben: Die verkaufte Auflage dieser insgesamt sechs Publikationen lag im vierten Quartal 2022 bei rund 141.000 Exemplaren. Seit dem ersten Quartal 2023 werden die Auflagenzahlen der gesamten Publikationen nicht mehr gemeldet. Website der FR wurde im März 2026 44,9 Millionen Mal aufgerufen (Quelle: Similarweb).

Originalartikel
Syrien braucht seine Exilbürger – aber Deutschland ebenso
FRANKFURTER RUNDSCHAU (FR)Anne-Christine Merholz
02.11.2025 · 5 Minuten · Deutsch
Die Buzzard-Expert:innen haben diesen Artikel aus über 2.000 Medien für dich recherchiert und zusammengefasst, damit du in kurzer Zeit einen möglichst umfassenden Blick auf das Thema bekommst. Mehr...
Zum Artikel