Perspektive
zur Debatte vom 01. September 2021
🗳 Sollte Sterbehilfe legalisiert werden? ARGUMENTE AUS DEN MEDIEN
Sterbehilfe in einem legalen Rahmen ist wichtig
Die Perspektive in 30 Sekunden
In einem Kommentar für die DEUTSCHE WELLE erklärt Astrid Prange, warum es gut ist, dass das Karlsruher Urteil die Sterbehilfe überdenken lässt. Im unermesslichen Leid gebe es Fälle, in denen auch die Palliativmedizin an ihre Grenzen komme, so die Redakteurin. Deshalb sei es wichtig, dass Sterbehilfe in einem legalen Rahmen in Deutschland möglich ist.
Auch wenn die Palliativmedizin vielen Patient:innen helfen könne, sei es für manche Patient:innen, Mediziner:innen und Angehörige wichtig zu wissen, dass unerträgliches Leiden durch Sterbehilfe beendet werden kann: wenn alle Möglichkeiten der Behandlung ausgeschöpft sind. „Allein das Wissen um diese Möglichkeit kann eine psychologische Entlastung sein, auch wenn dieser Weg niemals in Anspruch genommen wird“, erklärt Prange. Das lasse sich in Oregon (USA) beobachten, erläutert sie: „Dort ist Suizidhilfe grundsätzlich strafbar, außer sie wird von Ärzten unter Einhaltung strenger Vorsichtsmaßnahmen durchgeführt und dokumentiert. Am Ende kann die tödliche Dosis eines Betäubungsmittels bereitgestellt werden, die der Patient dann selbst einnimmt.“ Nur ein Drittel derjenigen, denen das Mittel bereitgestellt wird, nehme die Dosis tatsächlich in Gebrauch.
In einer aussichtslosen Situation zähle der Wunsch und die Würde der Sterbenden und deren Sehnsucht, in Frieden zu sterben – nicht aber ideologische oder religiöse Grabenkämpfe. Gerade für diese Menschen sei das Urteil des Bundesverfassungsgerichts ein Segen.
Anmerkung der Redaktion
Astrid Prange de Oliveira ist Redakteurin bei der DEUTSCHEN WELLE. In Graz und Freiburg hat sie Geschichte und Romanistik studiert. Nach einem Volontariat bei der HANNOVERSCHEN ALLGEMEINEN ZEITUNG (HAZ) begann sie als Redakteurin bei der SÜD WEST PRESSE in Ulm. Sie hat als Autorin für verschiedene Medien geschrieben und von 2004 bis 2006 als Campaignerin für UNICEF gearbeitet. Sie ist eng verbunden mit der brasilianischen Kultur und der evangelischen Kirche. Dahingehend arbeitete sie unter anderem als Brasilien-Korrespondentin für die TAZ in Rio de Janeiro, aktuell als Redakteurin in der brasilianischen Redaktion der DEUTSCHEN WELLE und als Redakteurin bei den ZEIT-Extraseiten „Christ & Welt“ sowie für den EVANGELISCHEN PRESSEDIENST. Ihre journalistische Arbeit dreht sich um Weltpolitik, Weltkirche, Handel und Globalisierung, Lateinamerika, Europa, Brasilien und Deutschland.
Die DEUTSCHE WELLE (DW) ist der Auslandsrundfunk der Bundesrepublik Deutschland mit Sitz in Bonn. Sie ist Mitglied der öffentlich-rechtlichen ARD, wird aber im Gegensatz zu den ARD-Landesrundfunkanstalten, dem DEUTSCHLANDRADIO und dem ZDF nicht durch den Rundfunkbeitrag finanziert, sondern aus Steuermitteln des Bundes. Die DW produziert Online-, Fernseh- und Radiobeiträge und sendet in 32 Sprachen, ihr TV-Programm ist weltweit empfangbar. Damit ist der Sender ein Träger der auswärtigen Kulturpolitik der Bundesrepublik Deutschland. Per Gesetz soll die DW Deutschland als europäisch gewachsene Kulturnation und freiheitlich verfassten demokratischen Rechtsstaat verständlich machen und das Verständnis und den Austausch von Kulturen fördern. Die Inhalte der Programme haben einen Schwerpunkt auf Nachrichten, Dokumentationen und Kulturberichterstattung. Im Frühjahr 2020 richteten sich mehr als 250 Mitarbeitende der DW in einem Brief an den damaligen Intendanten Peter Limbourg und warfen ihm und der Geschäftsleitung vor, nicht angemessen auf Vorwürfe von Machtmissbrauch, sexuellen Übergriffen und Rassismus reagiert zu haben. Machtmissbrauch sei bei der DW „allgegenwärtig“. Die Chefredaktion hat Mathias Stamm inne, Intendantin ist Barbara Massing. Der Webauftritt der DW hatte im März 2026 32,6 Millionen Besuche zu verzeichnen (Quelle: Similarweb).
Originalartikel
Jedem seinen Tod
DEUTSCHE WELLE (DW)
Astrid Prange de Oliveira 26.02.2021 ·
3 Minuten ·
deutsch
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