Perspektive

zur Debatte vom 01. September 2021
🗳 Sollte Sterbehilfe legalisiert werden?
ARGUMENTE AUS DEN MEDIEN

Sterbehilfe macht Ärzte zu Handlangern des Todes

Die Perspektive in 30 Sekunden

In der BADISCHEN ZEITUNG kritisiert den Vorstoß, assistierte Sterbehilfe zu legalisieren. Die Idee mache Ärzt:innen zu „Handlangern des Todes“ und sei für das Berufsbild der Ärzt:innen hochproblematisch, warnt er.

Die Ärztekammern verbieten die Beihilfe zum Suizid bisher, betont Wallet. Zu Recht, wie er findet. Wallet meint: Die Aufgabe von Ärzt:innen müsse bleiben, Leben zu retten. Und nicht beim Sterben zu helfen. Wenn nun aber die Sterbehilfe nach der Idee des Gesetzesentwurfs von Abgeordneten der SPD, Linken und FDP erlaubt wird, passiert folgendes: Ärzt:innen können dann selbst entscheiden, ob sie das todbringende Medikament verschreiben, nachdem die Suizidwilligen zuvor eine Beratung durch eine staatlich geförderte Beratungseinrichtung erhalten haben.

Dabei sehe der Berufsethos der Ärzt:innen vor, dass sie immer ein „Heiler“ und „Anwalt des Lebens“ seien. „Aus dem Anwalt des Lebens wird unter fest definierten Umständen durch Verschreibung des tödlichen Medikaments buchstäblich ein Handlanger des Todes“, kritisiert der Redakteur. Ihn besorge es nun, dass sich „sehr alte“ Menschen durch eine Legalisierung der Sterbehilfe unter psychischen Druck gesetzt fühlen könnten: Sie würden sich ohnehin „als Last für ihre Angehörigen empfinden“ und um die Angehörigen zu entlasten, ihr Leben beenden wollen. Und Ärzt:innen müssten diesen Willen dann umsetzen. Natürlich werde es für Ärzt:innen keine Pflicht zum assistierten Suizid geben, aber durch die neue Regelung müssten Ärzt:innen diese Option zumindest mitdenken.

Anmerkung der Redaktion

ist Journalist und arbeitet seit der Verschmelzung der Redaktionen von STUTTGARTER NACHRICHTEN und STUTTGARTER ZEITUNG als Leiter des Berliner Parlamentsbüros. Der studierte Philosoph und Literaturwissenschaftler übernahm nach dem Regierungsumzug die Leitung des gemeinsamen Büros von STUTTGARTER NACHRICHTEN und KÖLNISCHER RUNDSCHAU. Zuvor war er 15 Jahre lang bei der KÖLNISCHEN RUNDSCHAU, wo er zunächst Chefreporter und später politischer Korrespondent war. Da er privat passionierter Schachspieler ist, hat er auch bereits ein Buch über das älteste Schachturnier der in Hastings geschrieben.

Die BADISCHE ZEITUNG ist eine Tageszeitung aus Freiburg und die größte Abonnementzeitung im Raum Baden. Sie wird in 12 Lokalausgaben im äußersten Südwesten Deutschlands, insbesondere im Raum Freiburg im Breisgau, veröffentlicht. Chefredakteure sind und Stephan Schröter. Die Zeitung versteht sich als unabhängig und überparteilich, vertritt aber eine christliche Grundhaltung. Sie wurde 1946 gegründet. Seit 2006 betreibt die Zeitung zudem die lokale Onlineplattform „fudder“, die im Jahr 2007 mit dem Grimme Online Award prämiert wurde. Das Blatt finanziert sich mittels Abonnements und Anzeigen. Die vordergründigen Themengebiete der BADISCHEN ZEITUNG sind Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport und Leben sowie regionale Themen aus Südbaden, wo die Zeitung verschiedene regionale Zweigstellen betreibt. In verschiedenen internationalen Städten führt die Tageszeitung außerdem eigene Korrespondentenbüros, unter anderem in London, Paris, Rom, Washington, Moskau, Peking und Johannesburg. Ihre Auflage liegt derzeit bei rund 119.000 verkauften Exemplaren (IVW 1/2026). Die Website der Zeitung verzeichnete im April 2026 ca. 5,1 Millionen Aufrufe (Quelle: Similarweb). Die BADISCHE ZEITUNG erscheint im Badischen Verlag, dessen Muttergesellschaft die BZ.medien GmbH & Co. KG ist, die wiederum eine Tochter des familiengeführten Medienunternehmens Poppen & Ortmann Druckerei und Verlag KG ist.

Originalartikel
Bei Sterbehilfe auf Wunsche wäre ein Arzt kein Arzt mehr
BADISCHE ZEITUNGNorbert Wallet
29.01.2021 · 3 Minuten · deutsch
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