Perspektive
zum Tagesthema vom 24. Dezember 2021
Diese 24 Perspektiven haben uns 2021 am meisten überrascht Pro
Was Trans*-Personen durchmachen müssen, um ihr offizielles Geschlecht ändern zu lassen
Die Perspektive in 30 Sekunden
„Ich habe den Mist selbst durchlaufen und wünsche mir deshalb, dass niemand anderes das muss“ – Felicia Ewert hat offiziell ihr Geschlecht ändern lassen und berichtet im Magazin ZE.TT, wie belastend die damit verbundenen bürokratischen Prozesse für sie waren: „Ich hatte damals große Angst davor“.
Vor fünf Jahren habe sie beim Amtsgericht die Personenstandsänderung beantragt, um ihrem Vornamen und ihr Geschlecht korrigieren zu lassen. Anschließend musste sie unangenehme Gespräche mit zwei Gutachtern führen, erzählt sie. „Besonders detailliert ging es auch um die Frage nach vergangenen sexuellen oder romantischen Beziehungen“, erinnert sich Ewert. Dabei habe sie sich „richtig zerbrechlich und ausgeliefert“ gefühlt, weil sie so sehr auf die Entscheidung dieser beiden Menschen angewiesen gewesen sei.
Zudem koste der Prozess viel Geld, kritisiert Ewert: „Bei mir hat das damals 1.300 Euro gekostet“. Da gebe es „natürlich“ Personen, die sich den Prozess schlicht nicht leisten können. Und die haben dann etwa auf der EC-Karte einen Namen stehen, der nicht ihrer Geschlechtsidentität entspreche, so die Politikwissenschaftlerin. Dafür müsse man sich dann „vor Kassierer:innen oder wem auch immer“ erklären. Ewert fordert daher, dass „das Ganze weniger kostet und schneller geht“. Das könne mit einem Selbstbestimmungsrecht erreicht werden.
Anmerkung der Redaktion
Felicia Ewert ist Politikwissenschaftlerin – mit Schwerpunkt Geschlechterforschung -, Autorin und Speakerin. Im Januar 2020 erschien ihr Buch „Trans.Frau.Sein – Aspekte geschlechtlicher Marginalisierung“. Ewert hält außerdem öfters Vorträge zu Cissexismus, Homofeindlichkeit, Transfeindlichkeit und Transmisogynie.
ZE.TT ist ein Onlinemagazin des ZEIT-Verlags, das sich an ein jüngeres Publikum richtet. Das Magazin betitelt sich selbst als Plattform für „Geschichten, Ideen und Gefühle“ und legt den Themenschwerpunkt der täglichen Berichterstattung auf gesellschaftspolitische Themen wie Feminismus und Gleichberechtigung. Die heutige Chefredakteurin beschreibt das Magazin als eines, das sich an Menschen zwischen 18 und 35 Jahren richtet, die einen „höheren Bildungsabschluss“ haben. Außerdem versuche ZE.TT „schwierige Themen mit Emotionen zu verbinden und so aufzubereiten, dass sie schneller verständlich und einfacher zu handhaben sind.“
Originalartikel
"Die Message ist: Eure Existenz ist nicht genug wert"
ZE.TT
Felicia Ewert 21.05.2021 ·
3 Minuten ·
deutsch
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