(Von DIE WELT zum Teilen des Artikels geteiltes Vorschaubild)

Vor einem Freiheitstag muss der Staat erst seine Hausaufgaben machen

Freedom Day? Diese verführerische Garantie kann der Staat seinen Bürgern nicht geben
19.09.2021 2 Minuten Deutsch
DIE WELT Laurin Meyer
Originalartikel lesen ⭢

DIE PERSPEKTIVE IN 30 SEKUNDEN

Für Wirtschaftsredakteur Laurin Meyer sind die Forderungen nach einem Freiheitstag und dem Ende aller Pandemiemaßnahmen „nicht mehr als die verführerische Idee einer ultimativen Garantie, die der Staat seinen Bürgern so gar nicht geben kann“.

Konkret nennt der WELT-Redakteur drei Punkte, die seiner Meinung nach für einen Freiheitstag noch erfüllt werden müssten: die Überzeugung jener Menschen, die sich bislang nicht impfen ließen, die Sicherstellung von ausreichend Impfstoff für Auffrischungsimpfungen sowie einen Impfstoff für Kinder unter 12 Jahren.

Vor diesem Hintergrund kommt für Meyer ein „Freedom Day“ zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu früh. „Und dass ein Tag der Freiheit gar nicht so ultimativ sein kann, wie er klingt, bekamen auch die Briten zu spüren“, erinnert der WELT-Redakteur. „Nicht zuletzt musste Boris Johnson ihn wegen der damaligen Ausbreitung der Delta-Variante kurzerhand um vier Wochen nach hinten verschieben.“

ANMERKUNG DER REDAKTION

Laurin Meyer ist Journalist und Wirtschaftsredakteur. Er hat unter anderem für den TAGESSPIEGEL und den SPIEGEL gearbeitet und ist heute bei der WELT angestellt. Meyer hat Sozialwissenschaften und Volkswirtschaft studiert und eine Ausbildung an der Kölner Journalistenschule absolviert.

DIE WELT ist eine überregionale Tageszeitung mit Sitz in Berlin, die zum Axel Springer Konzern gehört. Sie wurde 1946 gegründet und erschien zuletzt in einer verkauften Auflage von knapp 72.000 Exemplaren (3/2021). Anfang 2010 lag diese noch bei über 250.000. Chef-Redakteurin der WELT ist seit 2019 Dagmar Rosenfeld. EUROTOPICS bezeichnet die WELT als konservativ. In ökonomischen Fragen positioniert sich die Zeitung meist wirtschaftsliberal. Das Goethe-Institut urteilt, die WELT ziele in ihrer Printausgabe auf „mittelständische Unternehmer und Selbstständige, die konservative Werte schätzen“. Auch WELT-Autor:innen bekennen sich zu den Leitlinien des Axel-Springer-Verlages, die unter anderem ein Eintreten für „die freie und soziale Marktwirtschaft“ sowie Solidarität mit den USA und Israel fordern.