Perspektive

zum Tagesthema vom 21. September 2021
Ende der COVID-19-Maßnahmen: Viel Gegenwind für „Freedom Day“-Forderung in Deutschland
Kritik

Vor einem Freiheitstag muss der Staat erst seine Hausaufgaben machen

Die Perspektive in 30 Sekunden

Für Wirtschaftsredakteur sind die Forderungen nach einem Freiheitstag und dem Ende aller Pandemiemaßnahmen „nicht mehr als die verführerische Idee einer ultimativen Garantie, die der Staat seinen Bürgern so gar nicht geben kann“.

Konkret nennt der WELT-Redakteur drei Punkte, die seiner Meinung nach für einen Freiheitstag noch erfüllt werden müssten: die Überzeugung jener Menschen, die sich bislang nicht impfen ließen, die Sicherstellung von ausreichend Impfstoff für Auffrischungsimpfungen sowie einen Impfstoff für Kinder unter 12 Jahren.

Vor diesem Hintergrund kommt für Meyer ein „Freedom Day“ zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu früh. „Und dass ein Tag der Freiheit gar nicht so ultimativ sein kann, wie er klingt, bekamen auch die Briten zu spüren“, erinnert der WELT-Redakteur. „Nicht zuletzt musste ihn wegen der damaligen Ausbreitung der Delta-Variante kurzerhand um vier Wochen nach hinten verschieben.“

Anmerkung der Redaktion

ist Journalist und US-Korrespondent in New York für die WELT und die WELT am SONNTAG. Der studierte Volkswirt hat die Kölner Journalistenschule absolviert und unter anderem auch für den TAGESSPIEGEL und den SPIEGEL gearbeitet. Meyer, der bei der WELT unter auch als Wirtschaftsredakteur tätig war, ist außerdem Co-Host des Börsenpodcasts „Alles über Aktien“.

 

 

 

DIE WELT ist eine überregionale Tageszeitung mit Sitz in Berlin. Sie wurde 1946 gegründet und erschien im vierten Quartal 2025 in einer verkauften Auflage von rund 90.000 Exemplaren. Die Auflagenzahl ist damit im Vergleich zu 2024 stark eingebrochen. Gleichzeitig gehörte die Website der WELT im März 2026 mit rund 90,5 Millionen Besuchen zu den meistbesuchten Nachrichten-Websites in Deutschland. Die politische Ausrichtung der WELT gilt als bürgerlich-konservativ. In ökonomischen Fragen positioniert sich die Zeitung meist wirtschaftsliberal. Das Goethe-Institut urteilt, DIE WELT ziele in ihrer Printausgabe auf „mittelständische Unternehmer und Selbstständige, die konservative Werte schätzen“. WELT-Autor:innen bekennen sich zu den Leitlinien des Axel-Springer-Verlages, die unter anderem ein Eintreten für „die freie und soziale Marktwirtschaft“ sowie Solidarität mit den USA und Israel fordern. DIE WELT hat bereits mehrfach Rügen vom Deutschen Presserat erhalten, weil in einigen Artikeln journalistische Grundsätze verletzt wurden. Immer wieder wird außerdem Kritik laut, dass die WELT mit ihrer Berichterstattung verschwörungstheoretische oder rechtsextremistische Narrative bedient – so etwa mit klimaskeptischer Positionierung. Zwei Monate vor der Bundestagswahl 2025 veröffentlichte die WELT AM SONNTAG einen Gastartikel des US-Techmilliardärs Elon Musk, in dem dieser für die AfD warb. Das sorgte für heftige Proteste, auch innerhalb der Zeitung, bei denen es auch zu Protestkündigungen kam. Zur -Gruppe gehören außerdem der Fernsehsender WELT (früher N24) und die WELT AM SONNTAG. Sie gehören seit 2026 zur PREMIUM-GRUPPE, der auch POLITICO und BUSINESS INSIDER angehören. Ihr Chefredakteur ist , der Herausgeber . Die PREMIUM-GRUPPE gehört dem Axel-Springer-Konzern, zu dem auch Titel wie die BILD-Zeitung und die regionale B.Z. gehören.

Originalartikel
Freedom Day? Diese verführerische Garantie kann der Staat seinen Bürgern nicht geben
DIE WELTLaurin Meyer
19.09.2021 · 2 Minuten · Deutsch
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