Perspektive

zur Debatte vom 01. September 2021
🗳 Sollten Waffenlieferungen in Krisengebiete verboten werden?
ARGUMENTE AUS DEN MEDIEN

Waffenlieferungen können die Sicherheit in Krisenregionen erhöhen

Die Perspektive in 30 Sekunden

Rüstungsexporte in Krisenregionen können die Sicherheit in Krisenregionen erhöhen. Das meint der Politologe gegenüber ZEIT-Redakteur:innen und Hauke Friedrichs. Im Streitgespräch mit Greenpeace-Aktivist argumentiert der Politologe, warum es falsch sei, Waffenlieferungen in Krisengebiete grundsätzlich abzulehnen.

Waffenlieferungen in Krisengebiete können in manchen Fällen durchaus „angebracht“ sein, meint Krause. Ein Beispiel hierfür seien Staaten in Ostasien. Sie fühlen sich, so der Politologe, von China bedroht. Mit Waffenlieferungen könne die Bundesregierung dazu beitragen, dass diese Staaten gegenüber China ihre „Verteidigungskapazitäten“ aufbauen.

„Natürlich“ gebe es Fälle, in denen auch deutsche Waffenlieferungen bei Menschenrechtsverletzungen eingesetzt wurden, gesteht der Politologe ein. Jedoch bekräftigt er: „Sie bleiben Einzelfälle.“

Anmerkung der Redaktion

ist seit 2023 sicherheitspolitischer Korrespondent für ZEIT und ZEIT ONLINE. Dort beschäftigt er sich unter anderem mit der Bundeswehr, Zivilschutz und Rüstungsexporten. Friederichs hat vor seiner Anstellung als Redakteur bereits als freier Journalist für DIE ZEIT, ZEIT Online, den SPIEGEL und den TAGESSPIEGEL geschrieben, hauptsächlich zu Sicherheitsthemen. Friederichs hat Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Politik und Journalistik sowie Kriminologie studiert.

ist Politikjournalistin und Auslandskorrespondentin. Nach ihrem Studium der Politikwissenschaft und ihrer Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München hat sie zunächst bei der TAZ gearbeitet. Für diese war sie zudem einige Jahre als Auslandskorrespondentin in den USA tätig. Ab 2006 hatte sie sieben Jahre lang im Politik-Ressort der ZEIT gearbeitet. Sie hat dabei immer wieder aus Sub-Sahara-Afrika berichtet. Seit 2013 arbeitet sie von Beirut aus als Nahost-Korrespondentin für die ZEIT.

Prof. Dr. ist Politologe und war bis 2022 Direktor des Instituts für Sicherheitspolitik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Bis 2016 war er zudem Professor für Internationale Politik und Direktor am Institut für Sozialwissenschaften im Bereich Politikwissenschaft. Zuvor hat Kraus als Privatdozent an den Universitäten in Potsdam und in Bonn gelehrt. Seine Arbeitsbereiche umfassen internationale Politik und Sicherheit, deutsche und europäische Außenpolitik, Terrorismus und internationale Beziehungen. Zu seinen zahlreichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen gehören zum einen die Fachzeitschrift „SIRIUS: Zeitschrift für Strategische Analysen“, deren Gründer und Herausgeber Kraus ist, sowie zum anderen das „Jahrbuch Terrorismus“, das er zusammen mit Jannis Jost und Stefan Hansen herausgegeben hat. Letzteres bekam im Jahr 2017 den staatsbürgerlichen Preis der Annette Barthelt-Stiftung verliehen.

DIE ZEIT ist die größte deutsche Wochenzeitung und hat ihren Sitz in Hamburg. Sie zählt zu den deutschen Leitmedien und hat damit bedeutenden Einfluss in der Medienlandschaft. DIE ZEIT erscheint seit 1946 und wurde zunächst als rechtskonservatives Blatt ausgelegt. Erst in den 1960er Jahren wurde die Wochenzeitung als liberales Medium ausgerichtet. In gesellschaftspolitischen Fragen gilt DIE ZEIT als grundsätzlich (links-)liberal, hat allerdings auch viele Gastbeiträge aus dem gesamten Meinungsspektrum oder stellt Beiträge mit gegensätzlichen Meinungen gegenüber. Der NDR urteilt, DIE ZEIT gelte als „Blatt der Akademiker und Intellektuellen“ – und sei damit durchaus erfolgreich. Tatsächlich gehört DIE ZEIT zu den wenigen deutschsprachigen Printmedien, die seit der Digitalisierung an Auflage gewonnen haben. Zuletzt lag die verkaufte Auflage bei rund 625.000 Exemplaren (IVW Q4/2025). Die Website der ZEIT hatte im März 2026 55,5 Millionen Aufrufe (Quelle: Similarweb). 2021 veröffentlichte DIE ZEIT einen Gastbeitrag des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Darin plädierte er für eine engere Kooperation zwischen Russland und Europa, übte jedoch zugleich deutliche Kritik an NATO und Europäischer Union. Die Veröffentlichung löste eine breite Kontroverse aus; insbesondere wurde die Zeitung dafür kritisiert, dem russischen Präsidenten eine Plattform zu bieten. Die ZEIT hat mehrere Podcasts, darunter sehr erfolgreiche Reihen wie „Alles gesagt?“ und „ZEIT Verbrechen“. Chefredakteure sind Jochen Wegner und , der auch Mitherausgeber des TAGESSPIEGELS ist. Die Zeitung erscheint im Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG, dessen Eigentümer zu unterschiedlichen Teilen der Holtzbrinck-Familie angehören. Die DvH Media Group, die 50 Prozent der Anteile am Zeitverlag hält, besitzt außerdem die Titel HANDELSBLATT, WIRTSCHAFTSWOCHE und den TAGESSPIEGEL.

Originalartikel
Rüstungsexporte: Waffen für den Frieden?
DIE ZEITHauke FriederichsAndrea BöhmJoachim Krause
19.05.2020 · 4 Minuten · deutsch
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