Perspektive
zur Debatte vom 25. Februar 2026Ist der Wahl-O-Mat eine sinnvolle Entscheidungshilfe?
Wahl-O-Mat-Betreuer: So lassen sich viele junge Menschen mobilisieren
Die Perspektive in 30 Sekunden
Martin Hetterich von der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) hält den Wahl-O-Mat trotz Kritik für ein nützliches Werkzeug. Im Gespräch mit dem Redakteur Thomas Steiner von der Tageszeitung BADISCHE ZEITUNG betont er, wie wichtig das Tool für die politische Bildung sei. Vor allem junge Menschen könne man so mit politischen Themen erreichen.
Ältere Menschen seien häufig bereits gut informiert und politisch erfahren. In Hetterichs Augen ist es deshalb besonders wichtig, auch jungen Menschen eine einfache Möglichkeit zur Beteiligung zu geben. Diese Funktion kann der Wahl-O-Mat ihm zufolge erfüllen. Das Feedback gebe ihm in dieser Sache auch recht, sagt Hetterich: Nutzerbefragungen zeigen demnach, dass sowohl junge als auch ältere Menschen mit den Ergebnissen zufrieden sind.
Hetterich räumt aber auch ein, dass das Format heute zahlenmäßig bereits eher von älteren statt von ganz jungen Menschen genutzt wird. Das liege unter anderem an einem veränderten Medienverhalten der jungen Generation. So seien viele junge Menschen heute kurze Videos gewohnt. „Da sind zehn Minuten Wahl-O-Mat vielleicht schon zu viel“, gibt Hetterich zu. Mit gezielten Werbemaßnahmen hoffen er und seine Kolleg:innen dennoch, auch weiterhin junge Wählende erreichen zu können.
Anmerkung der Redaktion
Thomas Steiner ist Journalist und Nachrichtenredakteur bei der BADISCHEN ZEITUNG. Er arbeitet seit 2013 für das Blatt und war vorher für das Veranstaltungsmagazin TICKET tätig, wo er in der Freiburger Lokalredaktion und in der Kulturredaktion gearbeitet hat. Er schreibt hauptsächlich über Innen- und Netzpolitik.
Martin Hetterich ist Diplom-Politologe und arbeitet seit 2009 für die BUNDESZENTRALE FÜR POLITISCHE BILDUNG. Dort betreut er neben anderen Projekten den Wahl-O-Mat.
Die BADISCHE ZEITUNG ist eine Tageszeitung aus Freiburg, die im Badischen Verlag erscheint. Ihre Auflage liegt derzeit bei rund 121.500 verkauften Exemplaren (IVW 1/2025). Chefredakteur ist Thomas Fricker, der Verleger Wolfgang Poppen. Die Zeitung versteht sich als unabhängig und überparteilich, vertritt aber eine christliche Grundhaltung. Sie wurde 1946 gegründet und 2006 um eine Online-Plattform erweitert. Das Blatt finanziert sich mittels Abonnements und Anzeigen. Die vordergründigen Themengebiete der BADISCHEN ZEITUNG sind Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport und Leben, sowie regionale Themen aus Südbaden, wo die Zeitung verschiedene regionale Zweigstellen betreibt. In verschiedenen internationalen Städten führt die Tageszeitung außerdem eigene Korrespondentenbüros, unter anderem in London, Paris, Rom, Washington, Moskau, Peking und Johannesburg.
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