Perspektive
zum Tagesthema vom 15. September 2025
Meinungskampf um getöteten Influencer Charlie Kirk auch in Deutschland Hintergrund
Was Charlie Kirk über Frauen, Schwarze und Waffen dachte
Die Perspektive in 30 Sekunden
In einem Überblick für das Nachrichtenportal T-ONLINE stellt Julian Seiferth dar, welche politischen Positionen Charlie Kirk vertreten hat. Dabei bezieht sich der Politikredakteur vor allem auf kontroverse Aussagen des ermordeten rechten US-Influencers.
Laut Seiferth war Charlie Kirk etwa ein Gegner des Feminismus. So soll er Frauen dazu geraten haben, möglichst früh zu heiraten und Kinder zu bekommen, anstatt eine eigene Karriere anzustreben. Single-Frauen seien laut Kirk nämlich „die depressivsten, suizidalsten, nervösesten und einsamsten Frauen in Amerikas Geschichte“, berichtet Seiferth. Abtreibungen habe der Politik-Influencer als „Mord“ bezeichnet. Frauen seien in den Augen von Kirk dazu verpflichtet, die Schwangerschaft auch nach einer Vergewaltigung auszutragen.
Auch habe Kirk öfter rassistische Meinungen vertreten. Demnach kritisierte er unter anderem den „Civil Rights Act“, ein Gesetz für die Gleichberechtigung schwarzer Amerikaner:innen. Kirk habe dieses Gesetz einen „Fehler“ und eine „Waffe gegen Weiße“ genannt, so Seiferth. Den von einem Polizisten ermordeten George Floyd habe Kirk außerdem als einen „Drecksack“ bezeichnet.
Kirk sei zudem ein starker Unterstützer Israels gewesen und habe das Vorgehen der Netanjahu-Regierung gegen die Zivilbevölkerung in Gaza gerechtfertigt, so Seiferth. Gleichzeitig habe Kirk aber die „Replacement Theorie“ vertreten; eine antisemitische Verschwörungstheorie, nach der jüdische Eliten weiße Amerikaner:innen durch nichtweiße Migrant:innen ersetzen wollen.
Außerdem habe sich Kirk klar für den Waffenbesitz von Zivilpersonen ausgesprochen. Seiferth zitiert Kirk: „Ich glaube, leider, dass einige Tote durch Schusswaffen jedes Jahr es wert sind, damit wir den zweiten Verfassungszusatz behalten können und so unsere von Gott gegebenen Rechte schützen.“
Anmerkung der Redaktion
Julian Seiferth ist Politik-Redakteur bei der BILD und zuvor bei T-ONLINE. Seine Beiträge erscheinen, jedoch auch weiterhin auf T-ONLINE und anderen Medien der Ströer SE und CO. KGaA. Davor hat er für eineinhalb Jahre als Redakteur beim NEUEN TAG in der Oberpfalz gearbeitet. Volontiert hat Seiferth beim NORDBAYRISCHEN KURIER. Seiferth war politisch als Kreisvorsitzender der Jungsozialistinnen und Jungsozialisten (Jusos) in der SPD aktiv. Besonderes Interesse hat er für politische Entwicklungen und Musik.
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Originalartikel
Martin Luther King? Eine "furchtbare Person"
T-ONLINE
Julian Seiferth 12.09.2025 ·
3 Minuten ·
Deutsch
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