Perspektive

zur Debatte vom 17. April 2026
Ist es richtig, homöopathische Leistungen als Kassenleistung abzuschaffen?
Hintergrund

Was ist Homöopathie und welche Rolle spielt sie in Deutschland?

Die Perspektive in 30 Sekunden

Bundesgesundheitsministerin (CDU) möchte Homöopathie als Kassenleistung streichen. Für das öffentlich-rechtliche Nachrichtenportal TAGESSCHAU.DE haben ARD-Faktenfinder und die Reporterin die wichtigsten Informationen zu der umstrittenen Behandlungsmethode zusammengetragen.

In der Homöopathie werden Wirkstoffe stark verdünnt und rituell geschüttelt („potenziert“), was ihre Wirkung erhöhen soll, informieren Siggelkow und Leimbach. Allerdings sei besonders bei den stärker verdünnten Mitteln „mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Molekül der Ausgangssubstanz mehr vorhanden“. Die Wirkung homöopathischer Mittel ist laut dem TAGESSCHAU-Team über den Placeboeffekt hinaus demnach auch nicht nachgewiesen. Für die Zulassung homöopathischer Mittel in Deutschland gebe es aber auch andere Voraussetzungen als für pharmazeutische Mittel – man müsse nachweisen, dass sie gesundheitlich unbedenklich sind, und nicht, dass sie tatsächlich wirken.

Krankenkassen haben im Jahr 2021 22 Millionen Euro für homöopathische Mittel ausgegeben, berichten Siggelkow und Leimbach. Das seien zwar weniger als 0,1 Prozent der Gesamtausgaben – hinzu kommen laut den beiden Journalist:innen allerdings noch die Kosten für Medikamente und Honorarausgaben für homöopathisch behandelnde Ärzt:innen. Insgesamt werden die meisten homöopathischen Produkte ihnen zufolge von den Kund:innen selbst bezahlt, nur rund zwei Prozent aller Mittel sind mit einem Kassenrezept in Apotheken erworben worden.

Anmerkung der Redaktion

ist Redakteur und Faktenfinder bei der Tagesschau. Zuvor arbeitete er bereits vier Jahre lang im SWR und als freier Mitarbeiter beim HAMBURGER ABENDBLATT. Er studierte an der Universität Hamburg Journalistik und Kommunikationswissenschaft.

ist Journalistin und seit 2023 Redakteurin bei TABLE.MEDIA mit Fokus auf europäische Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Daneben arbeitet sie als Crossmedia Reporterin beim HESSISCHEN RUNDFUNK und in der ARD-Finanzredaktion. Zuvor hat sie zwei Jahre lang als Redakteurin bei dem linken Magazin ND gearbeitet und war politische Korrespondentin bei der TAZ. Leimbach hat Sozialpolitik in London und Sozialwissenschaften in Gießen studiert.

Das Online-Nachrichtenportal TAGESSCHAU.DE wurde 1996 veröffentlicht und diente zunächst als begleitendes Infoportal zur gleichnamigen Nachrichtensendung und anderen Nachrichtenangeboten von ARD AKTUELL. Die TAGESSCHAU ist ein öffentlich-rechtliches Angebot der ARD und unterliegt damit den Auflagen des Rundfunkstaatsvertrags. Heute ist TAGESSCHAU.DE eine der meistaufgerufenen Informationsplattformen, zudem gibt es eine Nachrichten-App und Social-Media-Kanäle. Chefredakteur der TAGESSCHAU ist Marcus Bornheim, das Online-Angebot leitet Juliane Leopold. Gemäß Similarweb hatte die Website im März 2026 rund 83,7 Millionen Aufrufe. Im Jahr 2025 betrug die Einschaltquote bei der Hauptausgabe täglich rund 9,6 Millionen Zuschauer:innen. Damit bleibt die TAGESSCHAU die meistgesehene Nachrichtensendung Deutschlands. Seit 2017 ist über die Website auch das Onlineportal FAKTENFINDER aufrufbar, das Falschinformationen sammelt und einordnet.

Originalartikel
Welche Rolle spielt Homöopathie in Deutschland?
TAGESSCHAU.DEPascal SiggelkowAlina Leimbach
15.01.2026 · 4 Minuten · Deutsch
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