Perspektive

zur Debatte vom 27. Januar 2026
Sollte das Recht auf Teilzeit eingeschränkt werden?
Contra

Weniger Arbeitszeit bedeutet auch, effektiver und effizienter zu sein

Die Perspektive in 30 Sekunden

Im SPIEGEL bringt angesichts der Debatte um das Teilzeitrecht seine persönlichen Erfahrungen mit ein – und nennt gute Gründe, das Recht auf Teilzeit auch weiterhin so wenig möglich zu beschränken. Für das linksliberale Nachrichtenmagazin berichtet die Vertretung der Berliner von den Vorteilen einer Viertagewoche.

Seit Jahren arbeitet er nur noch 80 Prozent, erzählt Gathmann. Freitags habe er in der Regel frei – und seine Frau auch. Beide haben das Gefühl, durch die Viertagewoche effektiver und effizienter zu sein. „Wir sind konzentrierter, priorisieren mehr“, so Gathmann. Obwohl sie also weniger Stunden arbeiten, sei ihre Produktivität insgesamt kaum geringer als in Vollzeit, argumentiert er.

Hinzu kommen laut Gathmann die Vorteile im persönlichen Leben. Durch die Arbeit in Teilzeit sei ihnen mehr Zeit geblieben, sich um demente Familienangehörige und ihre Kinder zu kümmern. Der Begriff der „Lifestyle-Teilzeit“, der vom Wirtschaftsflügel der CDU gewählt wurde, passe daher nicht und wenn dann nur für die wenigsten Menschen in Deutschland, bilanziert der SPIEGEL-Redakteur.

Anmerkung der Redaktion

ist Journalist. Seit Mai 2007 ist er Redakteur beim SPIEGEL im Politikressort und seit 2009 in der Berliner Redaktionsvertretung. Im Sommer 2006 hat er als Arthur F. Burns-Fellow bei der CHICAGO TRIBUNE in Washington und Chicago gearbeitet. 2001 hat er bei der THÜRINGER ALLGEMEINEN in Erfurt volontiert und war ab 2005 Politik-Redakteur. In Konstanz hat Gathmann Verwaltungswissenschaft und an der Rutgers University in den USA Politikwissenschaften studiert.

DER SPIEGEL ist ein deutsches Nachrichtenmagazin, das 1947 von Rudolf Augstein gegründet wurde. Seinen Sitz hat das Magazin seit 2011 in Hamburg, Chefredakteur ist . DER SPIEGEL ist mehrfach preisgekrönt und zählt zu den deutschsprachigen Leitmedien: Er genießt großes Vertrauen und prägt die gesellschaftliche Debatte und Öffentlichkeit. Im vierten Quartal 2025 hatte das gedruckte Wochenmagazin eine Auflage von rund 625.000 verkauften Exemplaren (IVW). Eine zentrale Rolle im Magazin nimmt bis heute der investigative Journalismus ein. 1963 führten eine solche Recherche und die sogenannte SPIEGEL-Affäre dazu, dass der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Strauß sein Amt räumen musste. 2018 wurde bekannt, dass der langjährige Mitarbeiter Claas Relotius wesentliche Inhalte von – teils preisgekrönten – SPIEGEL-Reportagen erfunden hatte. Hiernach reichte Relotius seine Kündigung ein. Das Blatt sprach von „einem Tiefpunkt in der 70-jährigen Geschichte des SPIEGEL“. 2021 wurden in Reaktion darauf die sogenannten Spiegel-Standards für Qualitätsjournalismus erarbeitet. DER SPIEGEL wird traditionell als eher linksliberales Medium gesehen, auch in Abgrenzung zu den anderen großen deutschen Nachrichtenmagazinen, dem FOCUS und dem STERN. Bereits Gründer Rudolf Augstein verortete sein Magazin „im Zweifel links“. 1994 ging SPIEGEL ONLINE als erstes Nachrichten-Magazin weltweit online. Im April 2026 verzeichnete die Website des SPIEGELS rund 71,5 Millionen Aufrufe (Quelle: Similarweb). DER SPIEGEL wird vom Spiegel-Verlag herausgegeben. An der SPIEGEL-Gruppe ist der international extrem einflussreiche Medienkonzern Bertelsmann über eine Tochtergesellschaft mit 25,5 Prozent beteiligt. Weitere 24 Prozent der Anteile entfallen auf die Familie Augstein. Die Mehrheit von 50,5 Prozent wird von den Mitarbeiter:innen des Verlags über eine Beteiligungsgesellschaft (Mitarbeiter-KG) gehalten, die sich demokratisch organisiert und regelmäßig ihre Vertreter:innen wählt.

Originalartikel
Warum wir freitags freihaben
DER SPIEGELFlorian Gathmann
26.01.2026 · 2 Minuten · Deutsch
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