Perspektive

zur Debatte vom 24. September 2025
Sollte man für Deutschland kämpfen, wenn es zum Krieg kommt?
Pro

Wenn man Opfer wird, muss man sich wehren

Die Perspektive in 30 Sekunden

In einem Gastbeitrag der überregionalen Wochenzeitung DIE ZEIT meint , dass es nicht wirklich die Wahl gibt, zu kämpfen oder nicht. Wie der Autor und ehemalige Dolmetscher bei einer Bundeswehr-Ausbildungsmission in der Ukraine behauptet, müsse man sich spätestens wehren, wenn man Opfer wird.

Krieg oder Frieden. Waffenlieferungen oder keine Waffenlieferungen. Wehrpflicht oder keine Wehrpflicht“, sind in Weigandts Augen privilegierte Fragen von denjenigen, die noch im Frieden leben. „Heute überfliegen russische Drohnen NATO-Territorium, und in fünf bis acht Jahren könnte Russland die Kapazitäten haben, um Europa anzugreifen“, fürchtet Weigandt. Er denkt, dass einem in diesem Fall keine andere Wahl bleibt, als zu kämpfen. Den Gedanken, dass Krieg lediglich eine mögliche Option ist, die man ablehnen kann, hält er für realitätsfern.

Die Lehre aus seiner Familiengeschichte habe ihm außerdem gezeigt, dass es gute Gründe für einen Kampfeinsatz gibt. Seine Eltern seien damals aus Kasachstan geflohen, um nach Deutschland zu kommen. Die freiheitlichen Privilegien in Deutschland und Europa möchte er jetzt schützen: „Wenn es sein muss, mit Waffen. Mit allen Mitteln, die mir zur Verfügung stehen.“

Anmerkung der Redaktion

ist ein deutscher Journalist und Schriftsteller. Seine Artikel erscheinen unter anderem bei der ZEIT, der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG und der WELT. Schwerpunkte seiner Berichterstattung sind vor allem Antislawismus, Rassismus, sowjetische und postsowjetische Geschichte sowie die Konflikte in Belarus, Russland und der Ukraine. In der WELT schrieb er, dass die Unterzeichner des „Offenen Briefes gegen Waffenlieferungen“ beweisen würden, dass sie „keinerlei Ahnung von Osteuropa“ hätten. Als Dolmetscher nahm er im Sommer 2023 an der deutschen Ausbildungsmission am Leopard 1 für Soldaten der ukrainischen Armee teil. Seitdem sammelt er immer wieder Geld- und Sachspenden für die ukrainische Armee. Weigandt ist Sohn eines russlanddeutschen Vaters, dessen Vater 1941 aus Schöntal im Wolgagebiet deportiert worden war. Seine Mutter hat ukrainische und belarussische Wurzeln. Er ist in Kasachstan geboren, seine Familie zog aber kurz nach seiner Geburt nach Deutschland. Er studierte Germanistik, Philosophie und Ästhetik. Dabei verbrachte er auch längere Zeit und Prag, Kiew und Tiflis. Weigandt absolvierte seine journalistische Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München. 2021 wurde er vom MEDIUM MAGAZIN, einer Fachzeitschrift für Medienschaffende, zu den Top-30-bis-30-Journalisten gewählt.

DIE ZEIT ist die größte deutsche Wochenzeitung und hat ihren Sitz in Hamburg. Sie zählt zu den deutschen Leitmedien und hat damit bedeutenden Einfluss in der Medienlandschaft. DIE ZEIT erscheint seit 1946 und wurde zunächst als rechtskonservatives Blatt ausgelegt. Erst in den 1960er Jahren wurde die Wochenzeitung als liberales Medium ausgerichtet. In gesellschaftspolitischen Fragen gilt DIE ZEIT als grundsätzlich (links-)liberal, hat allerdings auch viele Gastbeiträge aus dem gesamten Meinungsspektrum oder stellt Beiträge mit gegensätzlichen Meinungen gegenüber. Der NDR urteilt, DIE ZEIT gelte als „Blatt der Akademiker und Intellektuellen“ – und sei damit durchaus erfolgreich. Tatsächlich gehört DIE ZEIT zu den wenigen deutschsprachigen Printmedien, die seit der Digitalisierung an Auflage gewonnen haben. Zuletzt lag die verkaufte Auflage bei rund 625.000 Exemplaren (IVW Q4/2025). Die Website der ZEIT hatte im März 2026 55,5 Millionen Aufrufe (Quelle: Similarweb). 2021 veröffentlichte DIE ZEIT einen Gastbeitrag des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Darin plädierte er für eine engere Kooperation zwischen Russland und Europa, übte jedoch zugleich deutliche Kritik an NATO und Europäischer Union. Die Veröffentlichung löste eine breite Kontroverse aus; insbesondere wurde die Zeitung dafür kritisiert, dem russischen Präsidenten eine Plattform zu bieten. Die ZEIT hat mehrere Podcasts, darunter sehr erfolgreiche Reihen wie „Alles gesagt?“ und „ZEIT Verbrechen“. Chefredakteure sind Jochen Wegner und , der auch Mitherausgeber des TAGESSPIEGELS ist. Die Zeitung erscheint im Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG, dessen Eigentümer zu unterschiedlichen Teilen der Holtzbrinck-Familie angehören. Die DvH Media Group, die 50 Prozent der Anteile am Zeitverlag hält, besitzt außerdem die Titel HANDELSBLATT, WIRTSCHAFTSWOCHE und den TAGESSPIEGEL.

Originalartikel
Wenn ich kämpfe, dann für Europa
DIE ZEITArtur Weigandt
14.08.2024 · 4 Minuten · Deutsch
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