Perspektive
zur Debatte vom 31. März 2026
Sollte man ChatGPT boykottieren? Pro
Wer bei ChatGPT bleibt, unterstützt Autoritarismus
Die Perspektive in 30 Sekunden
Als Historiker ist Rutger Bregman mit den großen Verbraucherboykotten der Geschichte vertraut und unterstützt den Protest gegen OpenAI. In der britischen Tageszeitung THE GUARDIAN betont er, dass ChatGPT nicht alternativlos ist und dass wir uns für Unternehmen entscheiden können, die keine autoritäre Politik mitfinanzieren.
Damit spielt Bregman an auf den Fakt, dass OpenAI-Präsident Greg Brockman rund 25 Millionen Dollar an Trumps MAGA-Bewegung gespendet habe. Wer ChatGPT unterstütze, unterstütze damit also nicht nur das US-Kriegsministerium, das ChatGPT nutze, sondern auch die Trump-Administration und deren Vorgehen gegen die eigene Bevölkerung.
Historiker Bregman hält einen ChatGPT-Boykott daher nicht nur für moralisch geboten, sondern auch für machbar. Der Marktanteil von OpenAI sei im letzten Jahr bereits um 20 Prozent gesunken, man könne dem Unternehmen mit einer Kündigung des eigenen Abonnements daher entsprechend schaden. Die eigene Handlung dafür dauere gerade einmal 10 Sekunden. Auch sieht der Autor gute Alternativen, sodass ein Verzicht auf ChatGPT nicht schwerfallen dürfte.
Anmerkung der Redaktion
Rutger Bregman ist Historiker und Autor. Er schreibt für die niederländische Nachrichtenplattform THE CORRESPONDENT und hat unter anderem auch für die WASHINGTION POST oder die BBC geschrieben. Er ist Autor mehrerer Bücher. Sein Buch „Utopien für Realisten“ wurde in über 30 Sprachen übersetzt. Darin tritt Bregman unter anderem als Verfechter des bedingungslosen Grundeinkommens auf. Er ist Mitgründer der 2024 gegründeten The School for Moral Ambition, die ambitionierte Menschen dazu bewegen will, ihre Karriere auf die Lösung großer globaler Probleme auszurichten. Bregman wurde zweimal für den European Press Prize nominiert. Er hat in Utrecht und an der University of California Geschichte studiert.
THE GUARDIAN ist eine britische Tageszeitung. Sie wurde 1821 in Manchester gegründet und ist damit eins der traditionsreichsten britischen Medien. Neben der TIMES und dem TELEGRAPH gehört THE GUARDIAN zu den „Big Three“ der Zeitungen in Großbritannien. Im Gegensatz zu ihren beiden Konkurrenzzeitungen gilt sie traditionell als Labour-nah. Ihre politische Haltung beschreibt sie selbst als „Mitte-links“. Vor dem Brexit-Referendum 2016 sprach sich die Zeitung für einen Verbleib in der EU aus und kritisierte populistische und irreführende Aussagen und Aktionen der Leave-Kampagne um den späteren Premier Boris Johnson. Online ist die Zeitung, die alle Inhalte kostenlos zur Verfügung stellt, nach BBC und THE DAILY MAIL das Medium mit der drittstärksten Reichweite. Die gedruckte Auflage des GUARDIAN ist seit 2003 allerdings auf knapp ein Drittel der ursprünglichen Auflage geschrumpft und lag im Juli 2021 nur noch bei knapp 105.000 Exemplaren. Seitdem veröffentlicht die Zeitung keine Auflagenzahlen mehr. Im April 2026 hatte die Website theguardian.com knapp 300 Milionen Aufrufe. Die Chefredakteurin des GUARDIAN ist Katharine Viner.
Originalartikel
Quit ChatGPT: right now! Your subscription is bankrolling authoritarianism
THE GUARDIAN
Rutger Bregman 04.03.2026 ·
2 Minuten ·
Deutsch
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