Perspektive
zur Debatte vom 09. September 2025
Sollte die Erbschaftsteuer ausgeweitet werden? Contra
Wer Erben stärker besteuern will, übersieht wichtige Details
Die Perspektive in 30 Sekunden
Hugo Müller-Vogg steht einer Ausweitung der Erbschaftsteuer kritisch gegenüber. In einem Artikel beim Nachrichtenportal FOCUS Online zeigt der freie Journalist und Publizist auf, was „linke Neider“ seiner Meinung nach bei dem Thema übersehen. Laut Müller-Vogg führt die Erbschaftsteuer nämlich zu einer Doppelbesteuerung.
Denn wenn das vererbte Vermögen aus einem Einkommen kommt, dass sich jemand erarbeitet hat, sei das Geld ohnehin bereits versteuert worden. Ihm zufolge ist diese doppelte Versteuerung nicht fair: Denn große Vermögen sind in der Regel das Ergebnis wirtschaftlichen Erfolgs, so Müller-Vogg. Illegal erlangtes Vermögen hingegen sei ohnehin nicht Sache der Steuerämter, sondern der Justiz. Außerdem führt die Doppelbesteuerung zu einer niedrigeren Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands als Wirtschaftsstandort, meint Müller-Vogg. Denn die Bundesrepublik sei ohnehin schon mit hohen Arbeitskosten, Steuern und zu viel Bürokratie belastet.
Die Erbschaftsteuer schade dabei vor allem Unternehmern und Familienunternehmen, die den Großteil der hohen Erbschaftsbeträge ausmachen. Laut Müller-Vogg bilden diese Unternehmen aber das Rückgrat der deutschen Wirtschaft und beschäftigen auch 60 Prozent aller Arbeitnehmer:innen. Deswegen mahnt er: „Wer ‚Reiche und Superreiche‘ schröpfen will, sollte die von ihnen beschäftigten Arbeitnehmer nicht vergessen.“
Anmerkung der Redaktion
Hugo Müller-Vogg, geboren 1947, ist Autor und Publizist. Seit 2019 schreibt er für FOCUS ONLINE, meist Kommentare über politische Themen. Er war von 1988 bis 2001 Mitherausgeber der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG und ist Autor mehrerer Gesprächsbiografien über CDU-Politiker:innen, darunter der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler und die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel. Er hat bis 2015 regelmäßig Polit-Kolumnen für die BILD geschrieben und darüber hinaus Beiträge für Medien wie FOCUS, CICERO und TICHYS EINBLICK verfasst. In seinen Texten behandelt der CDU-nahe Autor politische und wirtschaftliche Themen aus einer liberalkonservativen Sicht und kritisiert immer wieder die Politik der Linkspartei und der Grünen. Nach einem Neonazi-Aufmarsch in Chemnitz 2018 hat er Kirchenverbände, Linke und Grüne kritisiert, die zum „Kampf gegen Rechts“ aufgerufen haben, da diese sich damit mit Linksradikalen verbündet hätten.
Der FOCUS ist ein wöchentlich erscheinendes deutsches Nachrichtenmagazin mit Sitz in Berlin. Er wurde 1993 vom Hubert Burda Verlag als Konkurrenz zum SPIEGEL gegründet, Chefredakteure sind aktuell Franziska Reich und Georg Meck. Die verkaufte Auflage des FOCUS lag laut IVW 1/2026 bei rund 222.000 Exemplaren. Das Magazin erreicht etwa 3,4 Millionen Leser:innen und gehört damit zusammen mit dem SPIEGEL und dem STERN zu den reichweitenstärksten deutschen Wochenmagazinen. Auch der Online-Auftritt des Magazins gehört zu den reichweitenstärksten in ganz Deutschland: Laut der Website Similarweb hatte FOCUS.DE im März 2026 rund 54 Millionen Aufrufe zu verzeichnen. Der FOCUS gilt dabei in seiner Ausrichtung im Vergleich zu den beiden Konkurrenzmagazinen als konservativer und richtet sich an eine jüngere und männlichere Leserschaft. Er fokussiert sich dabei besonders auf nutzerorientierte und leicht zu rezipierende Texte wie etwa Ratgeber. Das GOETHE-INSTITUT befindet, das Blatt vertrete eine wirtschaftsliberale Haltung und wende sich „mit vielen grafischen Darstellungen und farbintensiven Bildern insbesondere an Leser:innen mit weniger Zeit“. Der FOCUS online sowie der Ableger FOCUS MONEY wurden über die Jahre mehrfach vom deutschen Presserat gerügt. Das Magazin wird von der FOCUS Magazin Verlag GmbH herausgegeben, die zum Konzern Hubert Burda Media gehört, und ist damit vollständig im Besitz der Familie Burda.
Originalartikel
Erben großer Vermögen gelten als Faulenzer: Linke Neider ignorieren Fakten
FOCUS
Hugo Müller-Vogg 03.09.2025 ·
3 Minuten ·
Deutsch
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🔓 Zum Redaktionsschluss war der Originalartikel frei verfügbar