Perspektive

zur Debatte vom 03. November 2025
Sollte Deutschland Rückführungen nach Syrien vorantreiben?
Pro

Wer soll Syrien denn wieder aufbauen, wenn nicht junge syrische Männer?

Die Perspektive in 30 Sekunden

„Wer soll Syrien denn wieder aufbauen, wenn nicht junge syrische Männer?“, fragt . Der Chefredakteur der konservativen Schweizer Tageszeitung NEUE ZÜRCHER ZEITUNG (NZZ) warnt davor, die Bedrohung durch Islamisten in Deutschland nicht zu unterschätzen.

Der Fall des 22-jährigen Syrers, der am Wochenende in Berlin festgenommen wurde, ist laut ihm ein aktuelles Beispiel dafür. Ein Hinweis ausländischer Geheimdienste sorgte laut Serrao dafür, dass der Mann rechtzeitig festgenommen wurde, bevor er ein Attentat verüben konnte. Für Serrao ein wichtiger Aufhänger, um über die Rückführung von Geflüchteten aus Syrien zu reden.

Außenminister Johann Wadephul (CDU) erklärte zwar nach seinem Besuch in Syrien, dort sei zurzeit kein menschenwürdiges Leben möglich. Serrao dagegen kontert: „Hat der Minister vergessen, wie deutsche Städte nach dem Zweiten Weltkrieg aussahen?“ Die verbleibenden Frauen und Kinder in Syrien werden das Land laut Serrao nicht alleine wieder aufbauen – für ihn ein Grund mehr Männer nach Syrien rückzuführen.

Anmerkung der Redaktion

ist Journalist und arbeitet seit 2017 für die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG (NZZ). Er leitet das Berliner Büro der Zeitung und ist seit 2021 Chefredakteur der NZZ in Deutschland. Am 27. August 2025 wurde jedoch verkündigt, dass Serrao in das „Globals Reporters Network“ des Unternehmens Axel Springer wechselt und DIE WELT als Stammredaktion haben werde. Zuvor hat Serrao bei der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG volontiert und war dort bis 2016 Medienredakteur. Außerdem hat er beim TAGESSPIEGEL und der WELT AM SONNTAG als freier Mitarbeiter gearbeitet. Serrao hat ein Diplomstudium der Politikwissenschaft sowie ein berufsbegleitendes Management-Studium abgeschlossen.

Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG (NZZ) ist eine Schweizer Tageszeitung mit Hauptsitz in Zürich, die 1780 gegründet wurde. Seit 2017 richtet die NZZ ihren Fokus verstärkt auf den deutschen Markt und hat mittlerweile eine Berliner , die eine eigenständige Deutschland-Ausgabe gestaltet. Sie gilt als etabliertes Leitmedium im deutschsprachigen Raum sowie in der Schweiz. Die NZZ wird von EUROTOPICS als liberal-konservativ bezeichnet und hat nach eigener Angabe eine „freisinnig-demokratische“ Ausrichtung. Die NZZ gilt seit langem als das publizistische Sprachrohr des liberalen Bürgertums in der Schweiz und steht der Schweizer FDP politisch am nächsten. Der Medienwissenschaftler Uwe Krüger sieht sie als konservativ, liberal und bürgerlich. Seit 2015 Chefredakteur wurde, spricht unter anderem der DEUTSCHLANDFUNK von einem „Rechtsrutsch“ in der Berichterstattung. Der NDR befindet, Gujer habe die „NZZ um typisch rechtskonservative Themen und Meinungen erweitert“. Der Jurist und Medienethiker Luis Paulitsch ordnete die NZZ im Jahr 2025 den Mainstream-Medien zu, die teilweise Begriffe oder Feindbilder aus rechtsalternativen Medien aufgreifen und sich inhaltlich daran annähern. Die verkaufte Auflage der NZZ liegt laut aktuellen Zahlen (WEMF 2025) bei 53.771 Exemplaren (werktäglich). Die Zeitung erreicht eine Leserschaft von rund 236.000 Personen. Auf ihrer Webseite erreichte die NZZ im März 2026 laut Similarweb rund 15,4 Millionen Aufrufe. Die NZZ gehört der NZZ-Mediengruppe, die außer ihr weitere Schweizer Titel besitzt.

Originalartikel
Deutschlands verrückte Abschiebe-Debatte: Wer soll Syrien denn wieder aufbauen, wenn nicht junge syrische Männer?
NEUE ZÜRCHER ZEITUNG (NZZ)Marc Felix Serrao
03.11.2025 · 5 Minuten · Deutsch
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