Perspektive

zur Debatte vom 15. Januar 2026
Sollten Gymnasien Klassiker wie Goethe und Schiller häufiger in einfacher Sprache behandeln?
Contra

Wie dumm wollen wir noch werden?

Die Perspektive in 30 Sekunden

kann nur darüber den Kopf schütteln, wenn an Gymnasien klassische Literatur zunehmend in vereinfachter Form gelesen wird. „Wie dumm wollen wir noch werden?“, echauffiert sich der Journalist bei der regionalen Tageszeitung BERLINER ZEITUNG.

Für Dukic schwingt damit nämlich die Botschaft mit, dass immer mehr Vereinfachungen bis hin zur – so Dukic – „Verdummung“ aktuell wohl in Mode sind. Dabei fragt er sich, wann solche Vereinfachungen wohl auch auf andere Schulfächer übergreifen. Ein so eifriger Schüler wie der Protagonist in Goethes „Faust“ würde jedenfalls heute auf einem Schulhof gemobbt werden, glaubt Dukic.

Genauso wenig Verständnis hat er in diesem Zusammenhang für Forderungen, dass statt Goethe und Schiller lieber die Texte des Rappers Haftbefehl im Unterricht behandelt werden sollten (siehe BUZZARD-Debatte vom 5. November 2025). „Goethe ist also im Original zu schwer, und Deutschrap avanciert zum pädagogischen Leitstern“, zeigt sich Dukic ungläubig und zieht daraus den Schluss: „Na dann gute Nacht.“

Anmerkung der Redaktion

ist Redakteur bei der BERLINER ZEITUNG. Dort schreibt er in erster Linie über deutsche Innenpolitik – wobei er besonders häufig Kritik an den Grünen äußert. Ein weiterer Fokus seiner Berichterstattung ist der Balkan, insbesondere Serbien und Kroatien. Dukic hat in Berlin und Wien Politikwissenschaft studiert.

Die BERLINER ZEITUNG (BLZ) ist eine Tageszeitung aus Berlin. Sie ist erstmals im Jahr 1945 erschienen. In ihrer Gründerzeit hatte sie den Untertitel „Organ des Kommandos der Roten Armee“ und ist 1953 dem Zentralkomitee der SED unterstellt worden. Nach der Wende sollte sie zur Hauptstadt-Zeitung werden und hat mehrfach ihre Besitzer gewechselt, bis sie Ende 2019 von dem Berliner Ehepaar Friedrich aufgekauft worden ist. Die Auflage lag im ersten Quartal 2021 bei rund 81.600 Exemplaren, was einen Rückgang von rund 68 Prozent seit Beginn des Jahrtausends darstellt. Seitdem werden keine Auflagezahlen mehr veröffentlicht. Das Ehepaar Friedrich ist seit der Übernahme 2019 bereits mehrfach kritisiert worden, in die redaktionellen Abläufe einzugreifen und die journalistische Sorgfaltspflicht zu verletzen. Einige Stimmen sprechen dabei von einem Rechtsruck der Zeitung. Der Presserat hat einen wohlwollenden, mangelhaft gekennzeichneten Bericht über eine Biotech-Firma, bei der Friedrich im Aufsichtsrat sitzt, gerügt. Sowohl der bayerische Verfassungsschutz als auch der ukrainische Botschafter in Deutschland haben der BLZ eine Nähe zu Russland vorgeworfen. Der ehemalige stellvertretende Chefredakteur Frank Sommerfeld meinte, die BLZ werde „zu einem Instrument, um den politischen Aufstieg der AfD publizistisch zu fördern und Verständnis für russische Politik zu wecken“. Chefredakteur der BLZ ist . Die BLZ ist nicht zu verwechseln mit der seit 1877 erscheinenden Boulevard-Zeitung B.Z. (BERLINER TAGESZEITUNG). Die BLZ hat eine Kooperation mit dem konservativen Magazin CICERO. Der Webauftritt der BLZ hatte im März 2026 11,8 Millionen Besuche zu verzeichnen (Quelle: Similarweb).

Originalartikel
Haftbefehl statt Goethe: Berliner Gymnasien auf dem Weg in die Idiokratie
BERLINER ZEITUNG (BLZ)Boban Dukic
14.01.2026 · 3 Minuten · Deutsch
Die Buzzard-Expert:innen haben diesen Artikel aus über 2.000 Medien für dich recherchiert und zusammengefasst, damit du in kurzer Zeit einen möglichst umfassenden Blick auf das Thema bekommst. Mehr...
Zum Artikel