Perspektive

zur Debatte vom 06. Januar 2026
Sollten Deutschland und die EU das Vorgehen der USA in Venezuela viel stärker kritisieren?
Hintergrund

Wie Merz auf das Vorgehen der USA in Venezuela reagiert – und was wohl dahintersteckt

Die Perspektive in 30 Sekunden

Für die regionale MÄRKISCHE ODERZEITUNG (MOZ) berichtet über die zurückhaltende Reaktion der Bundesregierung auf die US-Attacke auf Venezuela. Der Leiter des Berliner Büros geht außerdem auf mögliche Gründe ein, warum Bundeskanzler (CDU) sich bislang nicht klar zu dem Thema positioniert.

In seinem Statement zu den Ereignissen in Venezuela vermied es Merz laut Peter, das Handeln von US-Präsident Donald Trump zu verurteilen. Stattdessen habe er – wie auch die USA – betont, dass der venezolanische Präsident Nicolás Maduro ein schlechter Herrscher und Diktator sei. Besonders vorsichtig sei Merz in Hinsicht auf die Legalität der Attacke gewesen: „Merz wollte es offenbar vermeiden, sich in der Völkerrechtsfrage unmittelbar klar äußern zu müssen“, analysiert Peter.

Für den Büroleiter gibt es zwei gute Gründe, warum Merz sich vorerst nicht klar positionieren will. Einerseits sei Deutschland auf die USA angewiesen – gerade was das Thema Sicherheit angeht, wie etwa im Ukraine-Krieg. Daher liegt die Vermutung nahe, dass man Trump nicht reizen will, überlegt Peter. Hinzu kommt ihm zufolge aber auch, dass Merz vermutlich nicht vorschnell reagieren wollte, ohne sich vorher mit den europäischen Partnern abzusprechen. Der Ansatz des Bundeskanzlers scheint laut Peter also zu sein, erst einmal Zurückhaltung zu üben – um mögliche Folgen einer Reaktion überdenken zu können.

Anmerkung der Redaktion

ist Journalist und der Leiter des Berliner Büros der STUTTGARTER ZEITUNG und STUTTGARTER NACHRICHTEN. Er kümmert sich insbesondere um die Berichterstattung über das Kanzleramt und die SPD. Zu seinen langjährigen Themen gehört auch die Bildungspolitik; in diesem Bereich hat Peter beim RND auch einen Podcast gecohostet. Zuvor war er unter anderem Korrespondent im Hauptstadtbüro des REDAKTIONSNETZWERKS DEUTSCHLAND. Peter hat beim KÖLNER STADT-ANZEIGER volontiert und als Arthur F. Burns Fellow für den PHILADELPHIA INQUIRER in den USA zu Korruption im westafrikanischen Liberia recherchiert. In Darmstadt erlangte er ein Diplom im Journalismusstudium.

Die MÄRKISCHE ODERZEITUNG (MOZ) ist eine regionale Tageszeitung, die in Frankfurt an der Oder herausgegeben wird und 16 Lokalausgaben unterhält. Die digitale Schwester der Printausgabe ist die MÄRKISCHE ONLINEZEITUNG. Die Zeitung sieht sich selbst als Vertreterin der Menschen in Ostbrandenburg und legt deshalb einen Schwerpunkt auf die lokale Berichterstattung und die Repräsentation dieser auch in Potsdam und Berlin. Das Märkische Medienhaus, in dem die Zeitung erscheint, gehört zu 100 Prozent der Neuen Pressegesellschaft. Die verkaufte Auflage lag im vierten Quartal 2025 bei rund 42.000 Exemplaren (IVW).

Originalartikel
Merz' Angsthasen-Politik – und die Gründe dafür
MÄRKISCHE ODERZEITUNG (MOZ)Tobias Peter
05.01.2026 · 4 Minuten · Deutsch
Die Buzzard-Expert:innen haben diesen Artikel aus über 2.000 Medien für dich recherchiert und zusammengefasst, damit du in kurzer Zeit einen möglichst umfassenden Blick auf das Thema bekommst. Mehr...
Zum Artikel