Perspektive

zur Debatte vom 19. Februar 2026
Ist es gut, dass Jugendliche in Ländern wie Baden-Württemberg ab 16 Jahren wählen dürfen?
Hintergrund

Wo Wählen mit 16 möglich ist – und welche Parteien davon profitieren

Die Perspektive in 30 Sekunden

Vor dem Hintergrund der kommenden Landtagswahlen im Jahr 2026 hat die des Nachrichtenportals T-ONLINE einen Überblick über die aktuellen Regelungen zusammengestellt. Außerdem wird beleuchtet, wie die Parteien bei vergangenen Wahlen bei der jüngeren Wählerschaft abschnitten.

Am 8. März 2026 wird in Baden-Württemberg ein neuer Landtag gewählt – erstmals mit einem Wahlalter von 16 Jahren. Dieses Alter gilt auch in Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Berlin und Mecklenburg-Vorpommern halten im September dieses Jahres ebenso Landtagswahlen ab.

Auch bei der Europawahl 2024 durften erstmals deutschlandweit Jugendliche ab 16 Jahren abstimmen, so T-ONLINE. Bei der Bundestagswahl jedoch bleibt es – wie im Februar 2025 – beim Wahlalter von 18 Jahren.

Bei der Europawahl 2024 war unter den 16- bis 24-Jährigen die AfD mit 15,5 Prozent (15,9 insgesamt) stärkste Kraft. Vergleicht man die Prozentsätze unter Erstwählenden mit den Stimmanteilen aus der gesamten Wählerschaft, profitierten besonders die Linke mit 6,9 Prozent anstatt 2,4 Prozent gesamt und die FDP mit 6,8 anstatt 5,2. Die CDU hatte im Vergleich zur Gesamtwählerschaft deutlich weniger Erfolg bei den Jungen (12,4 statt 23,7 Prozent), auch die SPD schnitt mit 8,7 Prozent bei den Jüngeren im Gegensatz zu den insgesamt 13,9 Prozent schlechter ab.

Auch bei der Bundestagswahl im Februar 2025 gewannen vor allem die Linke und die FPD bei den 18- bis 24-Jährigen: Die Linke erzielte rund 27 Prozent bei den Jüngeren, während sie insgesamt 8,8 Prozent erreichte, und die FDP bekam 5,6 Prozent anstatt 4,3 insgesamt. Die AfD erreichte bei den Jüngeren 19 Prozent, während unter allen Altersgruppen 20,5 Prozent die Partei wählten.

Anmerkung der Redaktion

T-ONLINE ist ein deutsches Nachrichtenportal. Es wurde 1995 von der Deutschen Telekom als Onlinedienst gegründet. Seit 2017 entstehen die Inhalte in der Zentralredaktion Berlin unter Chefredakteur , der früher SPIEGEL ONLINE leitete. Neben der Nachrichtenplattform ist T-ONLINE auch Anbieter für E-Mail-Adressen und den Telekom-Kundenservice. Während Kundenservice und E-Mail-Adressen zur Telekom gehören, ist das Nachrichtenportal seit 2015 Teil des Medienunternehmens Ströer, welches die umgehend umstrukturierte. Ziel ist es laut dem Branchen-Magazin MEEDIA, die Plattform „vom ehemaligen Beiprodukt zum hochkarätig besetzten Nachrichtenportal“ umzubauen. Heute veröffentlicht T-ONLINE eine Mischung aus redaktionellen und werblichen bzw. Service-Inhalten, Nachrichten, Meinungen und Erklärformaten zum aktuellen Weltgeschehen in verschiedenen Rubriken. Chefredakteur Harms schrieb 2024, T-ONLINE rechne sich „keinem politischen oder weltanschaulichen Lager zu“, sondern wolle die Mitte der Gesellschaft repräsentieren – „natürlich stets auf dem Boden der demokratischen, freiheitlichen und rechtsstaatlichen Grundordnung“. 2020 berichtete MEDIENINSIDER über einen hohen Arbeitsdruck in der Redaktion und kritisierte einen Rückgang weiblicher Führungskräfte. 2023 berichtete BUSINESS INSIDER, dass die Nachrichtenseite zwar ungewöhnlich gewinnbringend sei, viele Beschäftigte aber niedrige Gehälter und fehlende Erhöhungen kritisierten. Die Website von T-ONLINE wurde im März 2026 laut Similarweb 124,4 Millionen Mal aufgerufen. Ein Großteil des Traffics kommt allerdings über den E-Mail-Service von T-ONLINE zustande. T-ONLINE gehört dem Unternehmen Ströer SE & Co. KG aA, das zu 40 % seinen beiden Gründern gehört. Weitere Anteile gehören Investmentgesellschaften und der JP Morgan Chase Bank, einer der größten US-Banken.

Originalartikel
Wählen mit 16: Drei Bundesländer wagen das Experiment
T-ONLINE
10.01.2026 · 5 Minuten · Deutsch
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