Ende der COVID-19-Maßnahmen: Viel Gegenwind für „Freedom Day“-Forderung in Deutschland

21.09.2021 | 7 Perspektiven ZUM THEMA

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Kassenärzte-Chef Andreas Gassen schlägt vor, zum 30. Oktober alle COVID-19-Maßnahmen weitestgehend abzuschaffen. „Nach den Erfahrungen aus Großbritannien sollten wir auch den Mut haben zu machen, was auf der Insel geklappt hat“, sagte Gassen am Wochenende der NEUEN OSNABRÜCKER ZEITUNG.  Am 19. Juli hatte Großbritanniens Premier Boris Johnson alle Corona-Beschränkungen aufgehoben; entgegen der Befürchtung vieler Expert:innen waren die Infektionszahlen anschließend nur vorübergehend hochgeschossen, um sich danach auf niedrigerem Niveau zu stabilisieren. Zu Wochenbeginn hat Kassenärzte-Chef Gassen seine Forderung nach einem „Freedom Day“ trotz heftiger Kritik noch einmal untermauert.

Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag, Erwin Rüddel (CDU), sagte dem REDAKTIONSNETZWERK DEUTSCHLAND (RND): „Ich halte den Vorschlag für nicht hilfreich in der aktuellen Situation, kurz vor einer möglichen vierten Welle.“ Deutschland sollte erst dann zurück zur Normalität finden, wenn Kinder ab fünf Jahren ihre Impfchance hatten. Rüddel visiert den März 2022 als Ziel an. Von den im Bundestag vertretenen Parteien unterstützte lediglich die AfD die Idee eines „Freedom Day“. Auch die Bundesregierung lehnt einen solchen festen Termin für das Ende aller Beschränkungen unter Verweis auf eine mögliche vierte Pandemiewelle ab.

Warnungen kommen zudem aus dem Gesundheitsbereich. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DbfK) bezeichnete Gassens Vorschläge als „verantwortungslos“. Auch die Vorsitzende des Marburger Bundes, Susanne Johna, weist den Vorschlag nach einem „Freedom Day“ zurück. Sie finde es nicht kollegial, eine wachsende Belastung von Kliniken durch mehr COVID-19-Patienten einfach zu ignorieren, „weil man das Maskentragen leid“ sei. Vielmehr sei immer noch die Impfquote viel zu niedrig, um beispielsweise Maßnahmen wie die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes in Innenräumen aufzuheben, sagte sie dem RND.

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